Mercedes-Benz 280E

09. September 2018 14:07; Akt: 09.09.2018 14:10 Print

Die Mittelklasse-​​Limousine mit Sportwagenpotenzial

1968 präsentierte Mercedes eine neue Mittelklasse mit zunächst braver Motorisierung. Aber ab 1972 gabs richtig Zunder unter der Motorhaube.

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Erwartet hatte man von Mercedes eigentlich einen kleinen Benz, die Zeitschriften waren Ende der 1960er-Jahre voll von entsprechenden Spekulationen.

Doch obschon der Strich-Acht, inoffiziell so wegen des Geburtsdatums 1968 benannt, kleiner als der zweieinhalb Jahre vorher präsentierte W108/109 war, löste er das Heckflossen-Mittelklassemodell ab. Im Vergleich zu diesem wirkte er optisch aber wie von einem anderen Stern.

Keine Revolution

Für die Linienführung war, wie bei der Oberklassenlimousine, Paul Bracq verantwortlich. Schlicht und sehr funktional war der neue Wagen gezeichnet. Er überzeugte, ohne aufzufallen.

Eine Revolution wollte man aber trotz des komplett neuen Karosseriekleids nicht anzetteln, schließlich hatte man es mit einer eher konservativen Kundschaft zu tun, die nicht auf Experimente aus war.

So wurden die Motoren der Vorgängerbaureihe weitgehend komplett und mit kleinen Optimierungen übernommen. Angeboten wurden am Anfang zwei Vierzylinder, zwei Sechszylinder und zwei Vierzylinder-Diesel-Aggregate mit einem Leistungsspektrum von 55 bis 130 PS. Getriebe und Hinterachse waren neu.

Wie bei der großen Baureihe hatte man auch für den kleineren Strich-Acht keine Kompromisse bei der Sicherheit gemacht: Eine formfeste Passagierzelle und verformbare Bug- und Heckpartien gehörten genauso dazu wie eine gepolsterte Fläche beim Armaturenbrett, ein großer Pralltopf für das Lenkrad und nicht splitternde Ausstattungsteile im Innenraum. Auch das Belüftungssystem war weiterentwickelt worden, die Lenkung gar neu entwickelt. Dem Publikum gefiels, Lieferfristen und eine gute Auslastung der Produktion waren die Folge.

Mit Sportmotorisierung

Ein Wunsch war allerdings während der ersten Jahre offen geblieben – der nach überlegener Motorleistung. Im Frühling 1972 war es so weit: Mercedes-Benz stellte einen neuen Reihen-Sechszylinder mit 2,8 Liter Hubraum und zwei oben liegenden Nockenwellen vor. Viele Mercedes-Kunden hatten sich zwar ein Wankelaggregat gewünscht, aber diesem Wunsch wollten und konnten die Sindelfinger nicht nachkommen.

Der 185 PS starke Einspritzmotor (es gab auch eine schwächere Vergaserausführung) lieferte eindrückliche Fahrleistungen, im Test erreichte ein Wagen 100 km/h aus dem Stand in nur gerade 9,1 Sekunden. Da kamen nur die schnellsten Sportwagen mit.

Noch immer ein schneller Reisewagen

Setzt man sich heute in einen 280E der Baureihe W115, dann weiß man sofort, dass man in einem Mercedes sitzt. Vorne auf der Haube thront als Peilhilfe der Stern, dasselbe Motiv ist auch auf der Lenkradmitte verankert. Die Instrumente sind elegant und klar gezeichnet, ein Drehzahlmesser fehlt, dafür wird der Schalthebel der Automatik entlang der typischen gezackten Kulisse und über die Stufen P, R, N, D, S und L geführt.

Der Motor startet auf Schlüsseldreh und schon auf den ersten Metern fällt der leicht rasselnde und knurrige Ton auf, der aber nie unangenehm wird. Generell spürt man, dass der Strich-Acht ein komfortables Auto war und ist, das die Besatzung mit einer fast unbeschränkten Rundumsicht verwöhnt.

Mit einem modernen GTI möchte man es auf der Straße zwar nicht aufnehmen, aber über Untermotorisierung braucht man nicht zu klagen, ein zügiges Mitschwimmen im Verkehr ist problemlos möglich und das Fahren dank großzügiger Servounterstützung keine Anstrengung.

Weitere Informationen, viele Bilder, eine Verkaufsbroschüre und ein Tonmuster zum Mercedes-Benz 280E gibt es auf Zwischengas.com.

(L'essentiel)

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