Kenne deinen Feind

27. Juli 2020 18:26; Akt: 27.07.2020 18:26 Print

Die sieben Gesetze der Stechmücke

Mücken sind lästig. Wer ihre Gesetzmäßigkeiten beherrscht, wird jedoch vielleicht ihre Handlungsmuster besser verstehen und sich weniger ärgern.

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Sie haben uns schon so manchen Ärger bereitet, aber hat schon jemand das Handeln von Mücken hinterfragt? (Bild: istock)

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Die meisten von uns fragen sich gelegentlich, warum Stechmücken bei ihrer Jagd so sadistisch motiviert sind. Ein psychologischer Crashkurs kann jedoch Abhilfe gegen eine einseitige menschliche Perspektive schaffen. Wenn wir nämlich ihre Gesetze kennenlernen, werden wir festellen, dass sie eigentlich selbstloser sind als auf das erste Summen angenommen, und Qualitäten besitzen, die dem Menschen nicht unähnlich sind. Dringen wir ein in die Tiefen der Psyche der Mücke.

1. Mücken reagieren auf unseren Stress.

Die Stechmücke reagiert auf den Stress des Tages, der sich im süßen Nektar unseres Blutes ablegt. Je größer unser Stresslevel, umso größer der abendliche Appetit des Insekts, denn umso köstlicher das Dinner, das es erwartet. Leider überschneidet sich der höchste Zeitpunkt der Attraktivität unseres Blutes häufig mit unserem Einschlaf-Rhythmus.

2. Der Ton macht die Musik.

Wir nehmen dann ihre Anwesenheit an dem vertrauten Summen wahr, das schnell das einzige ist, was wir dann noch hören können. Eine Mücke verfügt nur über drei tonale Grundelemente.  Die originale Zusammensetzung des klassischen Mückentons ist 40 Prozent «eeee», 40 Prozent Fingernagel auf Wandtafel und 20 Prozent schreiendes Kleinkind.

3. Das Ohr ist verlockend sichtbar.

Man muss die Welt aus der Perspektive der Mücke betrachten, um zu verstehen, warum sie uns das Ohr mit ihrem Beat volldröhnt. Das hat mit ihrer Anatomie und Wahrnehmung zu tun. Und ihrem angeregten Ehrgeiz.

4. Bestätigung ist die größte Motivation.

Der sich genauso wenig genetisch während der Evolution verändert habende, für uns wirr erscheinende Flugrhythmus der Mücke und die verstörende Tatsache, dass sie sich bei einem misslungenen Schlag erst tot stellt, um dann wieder um uns wie auf Drogen herumzutänzeln, hängen miteinander zusammen. Mücken empfinden unser Klatschen als motivierend. Wir applaudieren der Mücke also, wenn wir sie verfehlen.

5. Wohlerzogene Mücken verhalten sich immer anständig.

Das Muster ihrer beliebtesten Stech-Orte hat sich auch lange etabliert. Schenkel-Speisen oder andere Stellen sind für sie ein Zeichen des Respekts gegenüber dem Menschen. Sie möchten die zusammensitzende Menschengesellschaft nicht beim Essen stören (anders als respektlosere Insekten wie Fliegen).

6. Mücken sind solidarische Wesen.

Mücken gelten als solidarisch organisiert. Deswegen können sie nicht Blut saugen, ohne Juckreiz auszulösen. Geben und Nehmen müssen immer in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander stehen. Für sie ist es ein Zeugnis eines ausgeprägten Sozialverhaltens.

7. Nenne es nie «Mückennetz».

Das Mückennetz ist der Gegenstand mit dem höchsten Potenzial für definitorische Grabenkämpfe. Aus der Perspektive von Mücken ist das Netz nämlich nicht da, um sie fern zu halten, sondern als Spinnenschutzwall gedacht. Sie trauen uns weit weniger Boshaftigkeit zu als wir ihnen.

(L'essentiel/ga)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Benni am 28.07.2020 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Mücken lieben den 1 Meter Klebestreifen. Die Stechmücken mögen lieber die Klatsche.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Benni am 28.07.2020 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Mücken lieben den 1 Meter Klebestreifen. Die Stechmücken mögen lieber die Klatsche.