Im Negev

27. Februar 2018 14:19; Akt: 27.02.2018 14:24 Print

Die unbekannte Seite der israelischen Wüste

Die Wüste Negev erstreckt sich über mehr als die Hälfte Israels. In der kargen Gegend finden Besucher eine atemberaubende Natur, Abenteuer und Geschichte.

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Vorbei an Sträuchern, Pappeln und hohen Felswänden wandern Besucher einem Flussbett entlang. Obwohl der Weg nicht allzu anspruchsvoll ist, fordert das Klima schon bald seinen Preis. Der Schweiß und die über den Köpfen kreisenden Geier erinnern daran, dass man ohne Wasser nicht weit kommt. Der Anblick des Canyons mit seinem in verschiedenen Tönen schimmernden Kalk- und Feuerstein entschädigt jedoch für die Strapazen.

Tiefer in der Schlucht zeigt der Nationalpark Ein Avdat seine ganze Pracht. Am engsten Punkt stürzt ein Wasserfall in einen großen natürlichen Teich. Eine Lebensader mitten in der Wüste. Schon vor Jahrtausenden siedelten hier Menschen. Heutzutage bleibt das kühlende Nass den zahlreichen Tieren und Pflanzen vorenthalten. In höheren Lagen leben Steinböcke, die so zutraulich sind, dass sie aus nächster Nähe beobachtet werden können.

Auf einem Plateau oberhalb des Tals eröffnet sich eine atemberaubende Sicht auf die gewaltigen Felsformationen und die Weite der Wüste. Hier liegt David Ben Gurion, der erste Premierminister Israels, begraben. Bis zu seinem Tod lebte er im benachbarten Kibbuz Sde Boker. In seinem bescheidenen Haus, das heute ein Museum ist, empfing er Persönlichkeiten und Staatsmänner aus aller Welt.

Genuss in der Einöde

Der Negev ist zwar dünn besiedelt, aber viel mehr als eine staubige Wüste. Überall trifft man auf Menschen, die das karge Land nutzen und ihre Träume verwirklichen. Auf der Farm Carmey Avdat beispielsweise wird hochwertiger Wein produziert, was nur durch ein ausgeklügeltes Wassersystem möglich ist. Ob Ziegenkäse, Joghurt oder fruchtige Tomaten, der Genuss kommt im Negev nicht zu kurz.

Weiter südlich liegt Mitzpe Ramon. In der Kleinstadt befindet sich ein lebendiges Künstlerquartier namen Spice Route. Auf dem umgenutzten ehemaligen Fabrikgelände herrscht eine Art Hippie-Vibe. Einheimische treffen sich hier zum Kaffee, Galerien und Secondhand-Shops laden zum Verweilen ein. Abends gibt es Tanzworkshops oder Konzerte.

Sternenklare Nächte

Die Stadt mitten im Nirgendwo ist zudem ein idealer Ausgangspunkt, um ein besonderes Naturspektakel zu sehen. Fast 40 Kilometer misst der Machtesch Ramon, ein etwa 600 Meter tiefer Krater, der allein durch Erosion entstanden ist. Vom Rand aus überblickt man eine fremde, aber faszinierende Mondlandschaft. Die abwechselnden Gesteinsschichten und das Wüstenrot erinnern ein wenig an den Grand Canyon. Der Krater kann zu Fuß, mit Kamelen oder mit dem Jeep erkundet werden, was einige Stunden oder mehrere Tage dauern kann. Nachts verwandelt sich der Ort zum Eldorado für Astronomen. Der Himmel ist so klar, dass Planeten und Sterne äußerst gut zu sehen sind. Mit einem Teleskop die Milchstraße zu betrachten oder auf Sternschnuppen zu warten, ist ein unvergessliches Erlebnis.

Weiter im Norden erhebt sich auf einem Hügel die Festung Masada, eine der meistbesuchten Stätten des Landes. Die Römer bauten hier nicht nur eine Verteidigungsanlage, sondern auch Paläste und eine Therme mit mehreren Bädern. Die Ausgrabungen sind genauso beeindruckend wie die Sicht auf das Tote Meer. Wer sich frühmorgens aufmacht und den steilen Pfad meistert, wird oben mit einem spektakulären Sonnenaufgang belohnt.

Wenn man durch den Negev zieht, sieht man die karge Landschaft bald mit anderen Augen. Die Lebensfreude der Menschen, die historischen Stätten und die spektakuläre Natur. Wer die israelische Wüste einmal kennengelernt hat, vergisst sie so schnell nicht wieder.

(L'essentiel/swe)

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