Porsche 924

10. Mai 2020 19:06; Akt: 10.05.2020 19:14 Print

Die wassergekühlte Wende bei Porsche

Der Porsche 924 hatte es nicht leicht. Zwar war er modern und vergleichsweise günstig zu bauen, aber ein «richtiger» Porsche war er für viele Heckmotor-Freunde trotzdem nicht.

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Eigentlich hätte der Porsche 924 ein Volkswagen werden sollen oder zumindest ein Gemeinschaftsprojekt, wie es der VW-Porsche 914 von 1969 bereits gewesen war. Die Porsche-Ingenieure entwickelten das Projekt ab 1970 nämlich für VW. Die Anforderungen waren: Innenraumgröße in etwa wie beim Porsche 911, praxisgerechter Kofferraum, mehr Komfort als beim 914, Einsatz mechanischer Komponenten aus dem Ersatzteillager von Volkswagen, Endpreis deutlich unter dem 911.

Die Porsche-Entwickler machten sich ans Werk, schieden eine Heck- und Mittelmotoranordnung schon bald aus, votierten für Wasserkühlung, um eine gute Lösung für die Beheizung zu haben, und positionierten den von Volkswagen/Audi stammenden Vierzylinder schließlich vorne, um 40 Grad geneigt unter der Motorhaube.

Überzeugendes Ergebnis

1972 drehten die technischen Komponenten erstmals an Bord eines BMW 2002, der mit Achsen aus einem VW Käfer 1302 versehen war, ihre Runden. Angetrieben waren die Hinterräder, das Getriebe wurde ebenfalls hinten montiert (Transaxle-Bauweise). 1972/3 nahm auch die Außengestalt Formen an und schon bald konnte man eine ganze Reihe von Prototypen Hunderttausende von Kilometern zurücklegen sehen.

Während das Projekt gut vorankam, verlor Volkswagen unter wechselnder Leitung mehr und mehr das Interesse. Schließlich konnte Porsche den neuen Sportwagen als 924 selber bauen und erhielt Produktionskapazitäten im Audi-NSU-Werk. Für Porsche war diese Lösung wichtig, denn man benötigte ein Volumenmodell, um überleben zu können.

Am Lenkrad

Der Porsche 924 lässt sich für einen Sportwagen recht gut entern und bietet auf den Vordersitzen gute Platzverhältnisse. Die Rundumsicht geht, wenn man genügend weit oben sitzt, in Ordnung. Das Lenkrad ist gut positioniert, Pedale und Schalthebel auch. Die Geräuschkulisse überzeugt deutlich weniger, stört aber auch nicht, wenn man sich mit kommoden Drehzahlen begnügt.

Im Fahrbetrieb verhält sich der Transaxle-Porsche leichtfüßig und unaufgeregt. Als gut erhaltener Oldtimer macht er bei jedem Wetter Spaß. Dass an allen Ecken Volkswagen-Komponenten verbaut sind, sieht man, es stört aber kaum. Positiv damals und heute war dafür der offerierte Komfort und seine sparsame Natur, was den Treibstoffverbrauch anging.

Der Benjamin

Trotz durchaus bekannter Besitzer und Rennerfolgen haftete dem Porsche 924 das Image des Nachwuchs-Porsche an. Die Automobil Revue nannte ihn den «Benjamin» im Zuffenhausener Bauprogramm. Sogar die Porsche-Werbeabteilung schlug in dieselbe Kerbe, wenn sie den 924 als jüngeren Bruder des Turbos betitelte oder textete, dass man mit dem 924 um Jahre früher ans Porsche-Ziel komme.

Den Gusseisernen, so nannte man die 911-Verehrer, war der 924 sowieso zu weich und zu modern. Dies änderte sich auch kaum, als der Vierzylinder mehr Leistung und (mit dem 944) breitere Backen kriegte.

Ein Erfolg wurde er trotzdem, immerhin etwas über 130.000 924 mit mit Audi/VW-Motor wurden bis 1986 gebaut. Die Grundkonzeption lebte zunächst als 944 und später als 968 noch einige Jahre weiter. Erst mit dem Porsche Boxster erhielt der Einstiegssportwagen 924 dann schließlich wieder einen Nachfolger, und diesen Nachfolger gibt es ja in der Neuzeit auch wieder mit vier Zylindern, auch wenn sie nun hinter dem Passagieren angeordnet sind.

Weitere Informationen und viele (auch historische) Bilder gibt es auf Zwischengas.com.

(L'essentiel/bvr)

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