Aussicht

08. April 2018 14:31; Akt: 08.04.2018 14:30 Print

Ein Haus auf einem Haus auf einem Haus

Seit 20 Jahren baut der Eigentümer in der Wildnis von Alaska an diesem Haus – vor allem um der Aussicht willen.

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Ein Pavillon auf einem Haus, das auf einem weiteren Haus steht, das auf einem Haus steht. Das hört sich an wie ein Gebäude, das Kinder oder ein experimentierfreudiger Architekt konstruieren würden. Dieses Gebäude gibt es wirklich, noch dazu in einer der klimatisch unfreundlichsten Gegenden der Welt.

«Dr. Seuss House» nennen die Einheimischen die in die Höhe gestapelten Häuschen nach einem Karikaturisten, der für verrückte Zeichnungen von solchen Häusern bekannt ist.

Anwalt mit Ambitionen

«Goose Creek Tower», nach dem nahe gelegenen Flüsschen Goose Creek, nennt es der Eigentümer, der weder Freak noch unterbeschäftigter Architekt ist, sondern Anwalt mit eigener Kanzlei in Anchorage. Seit zwanzig Jahren baut er daran.

Dort, wo das verrückte Haus steht, muss man erst einmal vorbeikommen. Zwischen den Ortschaften Willow und Talkeetna, etwa 70 Kilometer nördlich von Anchorage (Luftlinie, wohlgemerkt), kann man es für einen Moment vom Highway aus zwischen den Bäumen sehen. Aus der Luft ist es weithin sichtbar.

Alles um der Aussicht willen

Seine Struktur verdankt das Gebäude der Liebe Phillip Paul Weidners für den freien Blick. Der erste Bau geht zurück bis in die 1990er-Jahre. Der Anwalt baute damals auf die bei einem Waldbrand entstandene Lichtung eine zweistöckige Blockhütte. Der Wald begann nachzuwachsen. Weidner begann, weitere Gebäude auf die zwei bestehenden Stockwerke zu setzen. Anfang der Nullerjahre machte er eine «kleine Pause», die 15 Jahre dauern sollte, dann baute er weiter.

Der Turm besteht größtenteils aus Holz, zusätzlich wurden 27 Tonnen Stahl verbaut. Die Planken stammen aus der Umgebung. Es sei ganz schön schwer gewesen, viele so lange Bretter zu finden, verriet ein Helfer dem lokalen Medium «KTVA». Einige Stockwerke wurden am Boden zusammengesetzt und dann mit einem Kran auf den Turm gehoben.

Die Grenze sind Luftraumbestimmungen

56 Meter ist der Turm hoch, ein guter Teil davon ist seit Jahren fertig, inklusive Wasserleitung und Elektroinstallationen. Höher bauen darf Weidner nicht, sonst verletzt er US-Luftraumbestimmungen. Ob der «Goose Creek Tower» nun 12, 14 oder mehr Stockwerke hat, ist nicht ganz einfach zu sagen – von innen sind es mehr, als von außen sichtbar sind. Das unterste und eventuell auch einige der oberen Stockwerke sollen als Wohnraum dienen.

Der Blick von dort reiche «wohl über 300 Meilen», sagt Weidner, das sind fast 500 Kilometer. Obenauf befindet sich ein Aussichtspavillon, das Observatorium. Wenn der Turm fertig ist, will Weidner dort ein Teleskop unterbringen. Bis dahin hat er in den Winternächten Alaskas eine wohl schwer zu übertreffende Aussicht auf das Nordlicht und tagsüber einen guten Blick auf Amerikas höchsten Berg, den Mount McKinley.

(L'essentiel)

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