Bertone Racer Berlinetta

19. August 2018 17:11; Akt: 19.08.2018 17:12 Print

Ein seltener Star aus Italien

Der Fiat 850 Spider gehörte zu den erfolgreichsten Sportwagen seiner Epoche. Viel seltener war die Spezialversion Bertone Racer Berlinetta.

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Als Fiat auf dem Genfer Auto-Salon im März 1965 zusammen mit dem Coupé die Spider-Variante der 850 Berlina präsentierte, muss Karosseriebauer Bertone im siebten Himmel gewesen sein. Schließlich bot ihm dieses günstige Cabriolet, das in seinen Räumen entstanden war, hervorragende Auslastungszahlen für seine Fabriken. Der 850 Spider kam gut an, was aber nicht bedeutete, dass Bertone es darauf beruhen ließ.

Im März 1968 zeigte Bertone den geschlossenen Spider als Bertone Racer Berlinetta, zwar mit der braven (und für 1968 etwas leistungsgesteigerten) 850-Sport-Spider-Technik, aber mit verfeinertem Innenausbau und dem bereits 1965 erstmals gezeigten fest installierten Hardtop, das nun mit kontrastfarbenem Vinyl überzogen war.

Vertrieben wurde der Wagen über das Bertone-Vetreternetz, und man konnte den Wagen gegen Aufpreis mit Spezialsitzen à la Miura, Elektronrädern von Campagnolo und metallisiertem Lack bestellen.

Teurer Spaß

Bertone stellte 155 km/h in Aussicht, angesichts von nur 903 cm3 und 52 PS keine schlechten Fahrleistungen. In der Schweiz waren im Jahr 1968 10.950 Euro für die luxuriösere Ausführung Berlinetta fällig. Damit lag man mehr als 2000 Euro über dem normalen Werk-Spider, ein Aufpreis, der die Nachfrage im Rahmen hielt.

Trotzdem konnte man täglich bis zu fünf dieser Wagen fertigen, die meisten gingen in die USA. Insgesamt 3641 Berlinetta Racer wurden bis 1970 gebaut. Dazu kamen noch 763 einfachere und sportlichere Racer-Team-Varianten, die alle in Europa blieben.

Elegant und kompakt

Mit nur gerade 3,82 Metern Länge und 1,5 Metern Breite gehörte der Racer schon damals zu den kompakten Autos, mit 750 kg war er auch nicht schwer. Da reichten auch 52 PS. Im Gegensatz zum 850 Spider weist der Racer im Fond zwei Sitzgelegenheiten auf, die allerdings höchstens Kindern (und Gepäck) zugemutet werden können.

Das elegant integrierte und gezeichnete Hardtop verhilft dem ursprünglichen Spider zu einer hübschen Coupé-Gestalt und wirkt keinesfalls wie ein Fremdkörper. Funktionell unterscheidet sich der Racer wenig vom Spider, die Rundumsicht ist sogar besser, zumindest wenn das Spider-Faltdach oben ist.

Handlich und fügsam

Der Motor wird per Zündschlüssel gestartet und er lässt einen schönen, luftigen Klang ertönen, der teilweise sicherlich der montierten ONP-Auspuffanlage geschuldet ist. Vor sich hat der Fahrer ein reichhaltig ausstaffiertes Armaturenbrett und ein hübsches Holzlenkrad.

Die Bedienung gelingt auf Anhieb und das Fahren macht vom ersten Kilometer an viel Spaß, denn der Racer ist handlich und gutmütig. Man fühlt sich trotz der nur 903 cm3 nie als Verkehrshindernis, wenn man ab und zu den Vierzylinder etwas drehen lässt.

Das freundliche Antlitz des Bertone-Coupés lässt auch Passanten nicht unberührt, und gar nicht so selten vernimmt man ein begeistertes «Bravo» oder sieht, wie die Betrachter die Mundwinkel hochziehen.

Dass es sich beim Bertone Racer im Prinzip um eine Spezialversion des 850 Spider handelt, nehmen allerdings die wenigsten wahr, aber beim nächsten Concours d'Elégance könnte es den großen Unterschied machen.

Weitere Informationen und viele Bilder gibt es auf www.zwischengas.com.

(L'essentiel/jcg)

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