Alpine A110

15. Dezember 2017 17:14; Akt: 15.12.2017 17:25 Print

Es gibt wieder Fahrspaß mit französischen Autos

Komisch, dass ausgerechnet die Franzosen vergessen haben, wie man leidenschaftliche Autos baut. Vergangenheit – der A110 ist da.

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Fahrspaß pur: Der Alpine A110 genügen 252 PS. (Bild: Renault)

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Familienfreundlich, zuverlässig, sparsam. Das sind französische Autos heute. Natürlich machen die GTi von Peugeot Spaß und die R.S.-Modelle von Renault auch. Aber feuchte Hände wegen einem Franzosen? Bei Sportwagen und Fahrspaß denkt man nicht nur in der Luxemburg eher an BMW, Porsche und Konsorten.

Doch das war nicht immer so: Denn so viel sie sich Porsche einst auf den 911er eingebildet hat, so wenig Chancen hatte der Sportwagen gegen den Alpine: Vor 60 Jahren vom Renault-Händler und Rennfahrer Jean Rédélé entwickelt, federleicht und messerscharf, hat das kleine Coupé bei der Rallye Monte Carlo und in Le Mans so ziemlich alles in Grund und Boden gefahren, was sich ihm in den Weg gestellt hat. Dummerweise ist das leichte Mädchen über die Jahre ziemlich schwer geworden und als luxuriöser Keil Anfang der Neunziger ganz von der Bildfläche verschwunden.

Im Frühjahr ab 53.000 Euro

Doch jetzt ist der Alpine wieder da. Denn nach einem halben Dutzend gescheiterter Anläufe bringt Renault die Legende tatsächlich wieder zurück und startet im Frühjahr zu Preisen ab 53.000 Euro mit der Auslieferung des neuen Alpine A110.

Auf den ersten Blick sieht das kleine Coupé tatsächlich aus wie früher – und zwar ganz ohne kitschigen Retrostyle. Denn es braucht nicht viel mehr als die LED-Knopfaugen, die kurze Haube, das flache Dach, die heißen Hüften und vor allem das tiefe Blau, um die Erinnerungen an die Vergangenheit zu wecken. Dazu ein paar liebevolle Details wie die Toggle-Leiste unter dem Touchscreen, die allgegenwärtige Tricolore und das Markenlogo mit dem von einem Blitz durchzogenen A – fertig ist ein Blickfang.

Espace-Motor sorgt für Dampf

Doch der neue Alpine sieht nicht nur aus wie einst, er fährt auch beinahe so. Nicht umsonst ist der Zweisitzer mit 4,18 Metern so kurz wie ein Clio, wiegt im besten Fall keine 1100 Kilogramm und tänzelt entsprechend leichtfüssig über möglichst enge und idealerweise ziemlich kurvige Landstraßen. Tief in den Karbonschalen hinter einem kleinen aber feinen Digital-Cockpit versunken und nach wenigen Kilometern in eine festen Verbindung zwischen Mensch und Maschine geschmolzen, führt man ihn dabei präzise an der kurzen Leine gewinnt in jeder Kurve mehr Zutrauen und lässt deshalb die Zügel immer lockerer.

Die Power spendiert ein vermeintlich braver und biederer 1,8-Liter-Motor, den man aus dem Familienfreund Espace kennt. Allerdings hat der Vierzylinder-Turbo nach dem Tuning bei Renault-Sport all seine Unschuld verloren. Er klingt deshalb nicht nur laut und rotzig und dreht ein wenig höher. Sondern direkt hinter den Sitzen montiert und mit einer flotten Doppelkupplung gepaart, wuchtet er jetzt 252 PS auf die Kette und zerrt mit bis zu 320 Nm an der Hinterachse. Das reicht für einen Sprint von 0 auf 100 in für Renault ziemlich spektakulären 4,5 Sekunden und solide 250 Sachen. Autobahn? Nöö, im Element ist die A110, wenn sie auf der Landstraße durch die Kurven schneidet.

Startauflage ist ausverkauft

Authentisch, schnell und scharf, mit dem Blick zurück und doch modern – so wird der neue Alpine zum mit Abstand leidenschaftlichsten Auto, das sie in Frankreich seit Jahren auf die Räder gestellt haben. Dummerweise haben das auch schon die Fans erkannt – die 1955 Exemplare der Startauflage war in wenigen Tagen vergriffen. Wer jetzt eines der normalen Modelle fahren will, muss sich deshalb bis im Herbst gedulden. Aber nach einer so langen Durststrecke kommt es darauf auch nicht mehr an.

(L'essentiel)

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