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26. August 2020 14:12; Akt: 26.08.2020 14:30 Print

Hier gab es einen Spieleabend mit dem Teufel

Die Loftus Hall, ein Anwesen in Irland, sucht einen neuen Besitzer. Ob die bewegte Geschichte des Hauses den Kaufpreis eher drückt oder ihn nach oben treibt, ist nicht bekannt.

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Suchst du zufällig gerade ein riesiges Grundstück mit einem sagenhaft unheimlichen Haus drauf? Dann hast du heute Glück: Die Loftus Hall befindet sich im Südosten von Irland auf einem über 250.000 Quadratmeter großen Grundstück. Das Haus selbst hat 22 Zimmer und soll rund 2,4 Millionen Euro kosten.

Loftus Hall hat eine bewegte Geschichte mit vielen Geistersichtungen, es gilt sogar als das «am meisten heimgesuchte Haus Irlands». Ob dieser Umstand den Kaufpreis eher drückt oder ihn nach oben treibt, ist nicht bekannt. Verkauft wird es nicht von einem Immobilienhändler, sondern vom aktuellen Besitzer, Aidan Quigley.

Ein Spieleabend mit Satan

Die ursprüngliche Loftus Hall wurde bereits im 12. Jahrhundert gebaut und dann stetig vergrößert, erweitert und renoviert. Seine ereignisreichste Zeit hatte das Haus allerdings im 18. Jahrhundert: Laut einer Legende soll während eines starken Sturms ein Reisender an die Türen der Loftus Hall geklopft haben. Er suchte Unterschlupf, nicht nur für diese Regennacht, sondern auch für einige weitere Nächte. Die Familie, die für ihre Gastfreundschaft bekannt war, nahm den Fremden gern auf.

Durch den Sturm hatten sich die Bewohner für Spiele vor dem Cheminée versammelt. Die Familie Loftus sowie mehrere Gäste saßen am Tisch und spielten Karten, als Anne Tottenham (eine Verwandte der Loftus und angeblich sehr angetan von dem mysteriösen Fremden) ihre Karte fallen ließ. Als sie sich unter den Tisch bückte, um sie aufzulesen, sollen ihr die Beine des neuen Gastes aufgefallen sein: Keine menschlichen Füsse, sondern Hufe soll Anne da gesehen haben. Als dem Teufel klar wurde, dass er entdeckt worden war, sei er angeblich in einer lodernden Flamme verschwunden.

Der Geist von Anne

Kartenspiele mit dem Teufel sind aber nur das erste Kapitel der Geistergeschichten von Loftus Hall. Nach dem Zwischenfall mit dem Reisenden soll sich die Familie mehr zurückgezogen haben. Anne galt seit dem Vorfall als instabil, als zu empfindlich für die reale Welt, und verbrachte den größten Teil ihres Lebens in einem Zimmer des Anwesens.

Nach dem Tod von Anne gaben mehrere Angestellte des Anwesens an, ihren Geist nachts im Haus gesehen zu haben. Vater Broaders, der katholische Priester des Ortes, wurde für einen Exorzismus beigezogen, der allerdings erfolglos blieb. Die Geistersichtungen hielten an. Der aktuelle Besitzer, Aidan Quigley, sagt: «In der Loftus Hall fühlt man sich immer, als wäre man nicht ganz allein.»

Diverse Besitzer

Neben den sehr umstrittenen Geistergeschichten hat Loftus Hall historisch einiges zu bieten: Schon seit 1170 ist es immer wieder ein Zuhause. Erster Bewohner und Erbauer war Raymond le Gros, ein Ritter aus der Normandie. Um Teil der irischen Gesellschaft zu werden, änderte le Gros seinen Nachnamen in Redmond. Das Anwesen befand sich danach mehrere Jahre in Familienbesitz, wurde 1350 das erste Mal vergrößert und umgebaut.

Mitte des 17. Jahrhunderts war Irland umkämpft. In diesem Zeitraum ging das Anwesen von den Redmonds auf die Familie Loftus über. Die Familie Loftus hatte Beziehungen zur englischen Krone und galt als «geschäftstüchtig».

Für die Queen umgebaut, die dann doch nie kam

Die Verbindungen zum Königshaus sind wohl auch der Grund, warum Loftus Hall heute so aussieht. Im späten 19. Jahrhundert dachte John Wellington Graham Loftus, dass ein Besuch der Queen möglich wäre – immerhin war seine Mutter, Jane Loftus, Kammerfrau bei Königin Victoria. John verbrachte Jahre damit, das Anwesen möglichst edel und luxuriös umzubauen.

Die Queen kam aber nie zum Abendessen und John starb mit einem Schuldenberg. Das Haus wechselte danach noch mehrfach den Besitzer, bis es 2011 von Aidan und Shane Quigley gekauft wurde. Die beiden hängen an ihrem Haus, auch wenn es jetzt verkauft werden soll. «Wir suchen den neuen Käufer nicht aus, das Haus macht es», sagte Aidan gegenüber Medien.

(L'essentiel/Meret Steiger)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WhaleWhisperer am 26.08.2020 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Und seine Hörner hatte der Satan wohl unter einem Hut versteckt? Oder hat er sich die abgesägt?

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  • kaa am 26.08.2020 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verglach mat den Immobilienpräisser zu Letz ass daat Haus mat sénger surface e Schnäppchen: do kann een mol en Deiwel a Kaaf huelen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • kaa am 26.08.2020 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verglach mat den Immobilienpräisser zu Letz ass daat Haus mat sénger surface e Schnäppchen: do kann een mol en Deiwel a Kaaf huelen...

  • WhaleWhisperer am 26.08.2020 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Und seine Hörner hatte der Satan wohl unter einem Hut versteckt? Oder hat er sich die abgesägt?

    • L. Morningstar am 27.08.2020 08:51 Report Diesen Beitrag melden

      Hörner? Satan? LOL! Ach, ja... so wie in der Bibel beschrieben. Der Teufel hat mehrere Gestalten, aber die Geschichte mit dem Ziegenbock hat mich schon sehr amüsiert... ;-p

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