Ernährungsberaterin

01. September 2016 14:21; Akt: 01.09.2016 14:36 Print

«Ich erlebe oft Veganer, die einem Wahn nah sind»

Militante Fleischkonsumgegner sind auf dem Vormarsch. Experten erklären, warum.

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Ernährungsfachleute beobachten, dass militante Kreise der Ernährungsindustrie zunehmend den Krieg erklären. Heute wimmle es nur so von Spezial-Essstilen, sagt Ernährungswissenschaftler Uwe Knop. LowCarb, Paleo, Vegan, Detox und Clean-Eating seien die Spitze der selbsternannten Besser-Esser. «Klassisches Fast Food ist in diesen Kreisen verpönt, sodass das eine oder andere Plakat als ‹Frustableiter› herhalten muss.»

Laut Knop gehört die Einstellung, das «böse, süchtig, dick und krank machende Fast Food zu bekämpfen» zum fundamentalistischen Rüstzeug und zur Daseinsberechtigung einer kulinarischen Gutmenschen-Diaspora.

Wütende Kunden

Viele Veganer würden ihren Ernährungsstil auf missionarische Weise vertreten, sagt Ernährungsberaterin Sonja Ricke. «Leider erlebe ich oft Veganer, die einem Wahn sehr nahe sind.» Solche Kunden hätten von ihr die Bestätigung erwartet, dass ihre Ernährung die beste sei. «Da ich ihnen diese nicht geben konnte, wurden sie wütend und warfen mir vor, ich sei gegenüber dem Leben nicht respektvoll und würde Tiere töten.» Um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, habe sie sich diese Beratungen nicht mehr zu verrechnen getraut.

Auch Uwe Knop wurde schon angegriffen, passten seine Aussagen nicht in das Schema gewisser Kreise. «Dazu gehören Beschimpfungen und Drohungen übelster Art oder der absolut frei erfundene Vorwurf, ich würde von der Industrie bezahlt.» Auch gewisse Studien sind für die Besser-Esser ein rotes Tuch. «Ein Ergebnis, das besagte, Vegetarier seien häufiger krank, akzeptierten sie partout nicht.»

«Der Konsument will nicht mehr alles schlucken»

Der Konsumpsychologe Christian Fichter stellt fest, dass bestimmte Produkte oder Marken auf Facebook und Twitter zunehmend zu Hass-Zielen werden. Dazu würden Firmen zählen, die als Umweltsünder verschrien seien und ungesunde Produkte wie Chips, Schokolade, künstlich Gesüßtes oder übermäßig Gesüßtes herstellen würden. Aber auch die Großverteiler, die mit unsozialen Arbeitsbedingungen Schlagzeilen gemacht hätten, gerieten in den Fokus. Dahinter würden nicht nur militante Vertreter bestimmter Ernährungsstile stecken.

Woher kommt der Widerstand? Fichter: «Der Konsument ist nicht mehr bereit, alles zu schlucken, was man ihm vorsetzt.» Dank dem Internet und dem Konsumentenschutz befasse sich nicht mehr nur die Elite mit dem Thema Ernährung. Die Konsumenten wollten sich nicht mehr von der Industrie täuschen lassen. «Dazu haben Produkte geführt, die als gesund beworben wurden, im Kleingedruckten aber genauso fettig und zuckrig waren wie offiziell ungesunde Produkte.»

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blabla am 02.09.2016 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    und der Sinn des Artikels???

    einklappen einklappen
  • Ma Rio am 02.09.2016 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn keine Tiere mehr da sind, essen wir die Veganer :-)

  • d'Björren am 03.09.2016 01:14 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist paradoxal, dass Lebewesen, die andere Lebewesen quälen und töten, andere als wahnsinnig bezeichnen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • d'Björren am 03.09.2016 01:14 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist paradoxal, dass Lebewesen, die andere Lebewesen quälen und töten, andere als wahnsinnig bezeichnen...

  • Blabla am 02.09.2016 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    und der Sinn des Artikels???

    • de camille am 02.09.2016 16:10 Report Diesen Beitrag melden

      sommerloch

    einklappen einklappen
  • Ma Rio am 02.09.2016 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn keine Tiere mehr da sind, essen wir die Veganer :-)