Bond-Requisite

29. November 2020 16:07; Akt: 30.11.2020 12:32 Print

Im Mercury Cougar war James Bond nur Beifahrer

Von den vielen Automobilen, die in James-Bond-Filmen eine Rolle spielten, gehört der Mercury Cougar vermutlich nicht zu den bekanntesten.

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(Bild: Bonhams / www.zwischengas.com )

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Am 10. September 2020 starb Diana Rigg, die viele Fans rasanter Fernsehserien als Emma Peel aus «Mit Schirm, Charme und Melone» am Steuer eines Lotus Elan in Erinnerung behalten. Fast noch bekannter aber war ihr Auftritt als Teresa di Vicenzo im Jahr 1969 in der Verfilmung des James-Bond-Bands von Ian Fleming namens «Im Geheimdienst ihrer Majestät» («On Her Majesty's Secret Service»). Sie verkörperte darin eine gelangweilte Contessa und fuhr einen offenen Lancia, jedenfalls in der Buchvorlage. Im Film wurde daraus ein Mercury Cougar XR-7 Convertible.

Verkaufserfolg

Der Mercury Cougar wurde im September 1966 präsentiert, nachdem es bereits vorher Studien namens «Cougar» gegeben hatte, die allerdings noch als Ford herumgezeigt wurden. Zwar war der Cougar der größere Bruder des Mustangs, aber er war komplett neu konstruiert worden. Mit 281 cm Radstand gliederte sich der Wagen zwischen den größeren Mercury-Modellen und dem Mustang ein. 483 x 181 cm betrugen seine Grundmasse, was ihn auch innen etwas geräumiger machte als den Mustang. Vorne konnte der Käufer zwischen Einzelsitzen und Sitzbank auswählen, das Lenkrad wies einen Holzring auf. Als besonderes Designmerkmal waren die Doppelscheinwerfer im abgeschalteten Zustand unter Deckeln verborgen. Als Motoren standen anfänglich ein 4,7-Liter-V8 mit 260 PS und ein 6,4-Liter-V8 mit 320 PS zur Verfügung. Fahrwerkstechnisch war der Cougar mit Einzelrad-Aufhängungen vorne und Starrachse hinten ein Kind seiner Zeit.

Vom ersten Modelljahre wurden über 150.000 Exemplare verkauft, im den Jahren darauf sanken die Zahlen für das minimal modellgepflegte Coupé allerdings. Im Herbst 1968 wurde ein runderneuerter Mercury Cougar präsentiert, etwas rundlicher, größer, schwerer, aber auch stärker. Bis 335 PS (SAE) produzierten die großen V8-Motoren nun. In der Schweiz gab es 1969 einen (schwächeren) V8-Mercury Cougar ab CHF 22’950. Dafür erhielt man im Vergleich auch einen Mercedes-Benz 230, aber nicht viel mehr.

Werbewirksamer Filmauftritt

Ausprobieren durften die rasanten Fahrleistungen der Variante mit 428 Cobra-Jet-V8 die Stuntmen bei den Dreharbeiten zum James-Bond- Film «On Her Majesty’s Secret Service», nicht aber James Bond alias George Lazenby, der erstmals (und nie mehr danach) in der Rolle des britischen Geheimagenten zu sehen war. Drei von insgesamt 127 gebauten XR-7 Cabriolets mit dem starken Motor des Modelljahrs 1969 lieferte Ford an die Filmgesellschaft. Und sie wurden prächtig in Szene gesetzt, etwa bei der Strandszene früh im Film, als Bond Teressa vor zwei Schurken rettet. Noch wichtiger aber war der Auftritt als Fluchtfahrzeug in den Schweizer Alpen, als die attraktive Gräfin den Geheimagenten rettet und dabei unter anderem in ein Eisrennen hineinplatzt.

Der wild schlitternde Cougar dürfte vielen Filmfans noch in Erinnerung geblieben sein, ein heckangetriebener Amerikaner mit schwerem Motor vorne und viel Leistung an den Hinterrädern war sicherlich nicht das perfekte Winterauto. Im Film aber gelingt die Flucht zumindest vorübergehend und eines der drei Filmautos überlebt ohne gröbere Blessuren in einer Berghütte. Genau dieser Wagen, der am 6. Februar 1969 ausgeliefert wurde, kommt nun bei Bonhams am 16. Dezember 2020 unter den Hammer.

Am Ende des Agentenfilms heiratet Bond Tracy (Teresa), doch die Ehe währt nur kurz, denn ein Kugelhagel bereitet der fröhlichen Zukunft einen Schlusspunkt. Mit der Ehe endet auch Lazenbys Engagement als Bond. Aber daran war der Cougar sicherlich nicht schuld.

Weitere Informationen und viele Bilder gibt es auf www.zwischengas.com

(L'essentiel/Bruno von Rotz)

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