Was macht das mit uns?

24. September 2019 17:54; Akt: 24.09.2019 18:03 Print

In Plastik stecken über 1100 unbekannte Stoffe

Joghurtbecher, Kaffeebecherdeckel, Flaschen – in solchen Behältnissen fanden Forscher nicht deklarierte Substanzen, die potenziell gefährlich sind.

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Es ist nur drin, was drauf steht? Das gilt offenbar nicht für Plastikprodukte. Wie Forscher der Goethe-Universität in Frankfurt am Main im Fachjournal Environmental Science & Technology berichten, enthalten viele von ihnen jede Menge unbekannter Inhaltsstoffe.

Das Team um Biologin Lisa Zimmermann hatte für die Studie 34 verschiedene Produkte aus Kunststoff getestet, darunter Joghurtbecher und die Deckel von Coffee-to-go-Bechern, aber auch Shampoo- und Getränkeflaschen.

Potenziell schädliche Chemikalien

Insgesamt konnten die Wissenschaftler 1411 Inhaltsstoffe ausmachen, die nirgendwo deklariert waren und von denen sich nur 260 überhaupt bestimmen ließen. «Etwas mehr als 80 Prozent aller nachgewiesenen Substanzen konnten wir mithilfe chemischer Analysen nicht identifizieren», sagt Zimmermann.

In rund drei Vierteln der untersuchten Produkte entdeckten die Forscher zudem potenziell schädliche Chemikalien, darunter solche, «die toxisch auf Zellen wirken oder endokrine, also hormonähnliche Effekte hervorrufen», so Zimmermann in einer Mitteilung.

Ob von den identifizierten Stoffen tatsächlich eine Gefahr ausgeht, ist unklar. Denn ob diese sich aus dem Kunststoff lösen und in den menschlichen Körper übergehen, wurde nicht untersucht.

Vorsicht auch bei Bioplastik

Nicht alle Plastikprodukte waren belastet: Während manche aus einem regelrechten Chemikaliencocktail bestanden, enthielten andere kaum Unbekannte. «Wir sehen also, dass es bereits unbedenklichere Alternativen auf dem Markt gibt», so Zimmermanns Kollegin Carolin Völker. Entsprechend fordern die Forscher von den Herstellern, «die Inhaltsstoffe transparent zu machen und die Unbedenklichkeit ihrer Produkte zu garantieren».

Bis es so weit sei, könne man nur versuchen, Plastikprodukte zu meiden. Denn derzeit könne ein Joghurtbecher giftige Chemikalien enthalten, während ein anderer frei davon sei, so Völker.

Am meisten schädliche oder unbekannte Inhaltsstoffe enthalten laut der Studie Biokunststoffe auf Basis von Polymilchsäure (PLA). Doch auch Artikel aus Polyvinylchlorid (PVC) und Polyurethan (PUR) sind kontaminiert. Am wenigsten belastet sind dagegen Produkte aus Polyethylenterephthalat (PET).

(L'essentiel/fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julie am 25.09.2019 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ich konsumiere Essen und Trinken aus Plastikverpackung seit 50 Jahren, die Diskussion ob gesundheitsschädlich oder nicht kenne ich genau solange, trotzdem haben Wissenschaftler und Politiker es zugelassen dass diese Waren immer noch im Plastik verpackt sind, ich ziehe vor ein amerikanisches Gericht und klage auf Schadensersatz, dann könnte ich noch reich werden in diesem Leben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Julie am 25.09.2019 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ich konsumiere Essen und Trinken aus Plastikverpackung seit 50 Jahren, die Diskussion ob gesundheitsschädlich oder nicht kenne ich genau solange, trotzdem haben Wissenschaftler und Politiker es zugelassen dass diese Waren immer noch im Plastik verpackt sind, ich ziehe vor ein amerikanisches Gericht und klage auf Schadensersatz, dann könnte ich noch reich werden in diesem Leben.