Gratis

11. April 2019 09:36; Akt: 12.04.2019 20:17 Print

Japan verschenkt leerstehende Häuser

In Japan gibt es etwa acht Millionen unbewohnte Häuser. Das hat auch mit Aberglaube zu tun.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die ländlichen und suburbanen Gebiete Japans sind übersät von leer stehenden Häusern, für die sich keine neuen Besitzer finden. Derzeit stehen laut diversen Onlineportalen bis zu acht Millionen Häuser in Japan leer. Das liegt einerseits an der schrumpfenden Bevölkerung, andererseits aber auch am Aberglauben der Japaner.

Gratis oder sehr günstig

Die meisten dieser Häuser finden sich nicht auf offiziellen Immobilien-Seiten, sondern in Online-Datenbanken, die «Akiya Banks» heißen – Akiya bedeutet auf Japanisch «leeres Zuhause». Einige der gelisteten Immobilien sind gratis, andere werden zu einem symbolischen Preis von etwa fünf Euro angeboten.

In Einzelfällen bietet die Regierung den Käufern Subventionen, wenn sie die Häuser abreißen und neue bauen. Um die Häuser loszuwerden, verzichtet man in Japan auf den üblichen Inländervorrang: Auch Ausländer dürfen die Häuser kaufen.

Häuser haben eine Lebensspanne von 30 Jahren

Viele der Häuser sind in einem schlechten Zustand: Sie stammen aus der Zeit des Baubooms der Sechzigerjahre. Diese vorgefertigten Häuser haben eine Lebensspanne von gerade mal 20 bis 30 Jahren, schreibt The Guardian.

Dazu kommt, dass die japanische Bevölkerung immer weiter schrumpft: Forscher schätzen, dass Japan in den vergangenen zwei Jahrzehnten rund 16 Millionen Bewohner verloren hat. Die Menschen werden tendenziell auch immer älter, es gibt also weniger Junge, die überhaupt Häuser kaufen – ganz zu schweigen von Häusern in abgelegenen Gegenden.

Aberglaube schwächt Immobilienmarkt

Das Phänomen beschränkt sich aber keineswegs nur auf die ländlichen Gebiete: Die Japan Times meldete kürzlich, dass mehr als zehn Prozent aller Wohnhäuser in Tokio leerstehen. Zwar sind Unterkünfte gerade in den Städten natürlich gefragt, Japans Immobilienmarkt ist aber eher auf «abreißen und neu bauen» als auf «renovieren» ausgelegt: Die Steuern auf Grundstücke mit Gebäuden drauf sind sechsmal höher als die für leere Grundstücke.

Das Hauptproblem dürfte aber der Aberglaube der Japaner sein: In Japan glaubt man, es bringe Unglück, ein Haus zu kaufen, in dem Verbrechen geschahen, die Bewohner Suizid begingen oder einen einsamen Tod starben.

Keine Zukunft für Airbnb

Während einige Käufer mit Feng-Shui und Ritualen gegen die vermeintlich schlechten Schwingungen in den Häusern vorgehen, verzichten viele Japaner auf ein Eigenheim: Für sie lohnt sich die Investition schlicht nicht.

Ein neues Gesetz sollte die Häuser zu einer Einnahmequelle machen: Die neue Regelung sollte Airbnb und anderen Anbietern erlauben, die Häuser zu vermieten. Eine zeitliche Einschränkung (maximal 180 Tage Mietdauer) sorgte dabei bei Airbnb für Ärger.

(L'essentiel/mst)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cee Jee am 11.04.2019 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Dovunner dreemen mir hei an Luxusburg!

  • Susi am 11.04.2019 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist vielleicht der Schlüssel zur Lösung der europäischen Flüchtlingskrise. 8 Mio freie Wohnungen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Susi am 11.04.2019 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist vielleicht der Schlüssel zur Lösung der europäischen Flüchtlingskrise. 8 Mio freie Wohnungen.

  • Cee Jee am 11.04.2019 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Dovunner dreemen mir hei an Luxusburg!