Alkoholkonsum

13. April 2018 16:22; Akt: 13.04.2018 16:31 Print

Jedes Glas zu viel verkürzt Ihr Leben

Forscher haben die Obergrenze für risikoarmen Alkohlkonsum neu definiert. Bereits mehr als zwei Liter Bier oder eine Flasche Wein pro Woche steigern das Sterberisiko.

storybild

Fataler Trinkgenuss: Schon ein Glas Wein am Tag kann schädlich sein. (Bild: Monika Skolimowska/DPA)

Zum Thema

Wer dauerhaft mehr als zwei Liter Bier oder eine Flasche Wein pro Woche konsumiert, riskiert mehr Schlaganfälle, tödliche Aneurysmen und Herzversagen. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam nach der Analyse der Trinkgewohnheiten von 600.000 Menschen aus 19 Ländern, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg am Freitag mitteilte. Bereits beim regelmäßigen Konsum von wöchentlich mehr als 100 Gramm reinem Alkohol steigt demnach die Gesamtsterblichkeit deutlich an.

Die ausgewerteten Daten stammten aus insgesamt 83 Studien. Dabei wurden Alter, Tabakkonsum, Bildungsniveau und Beruf berücksichtigt. Die Grenze, oberhalb derer die Gesamtsterblichkeit deutlich anstieg, lag bei 100 Gramm Reinalkohol pro Woche. Das entspricht in etwa zwei Litern Bier oder knapp drei Viertellitern Weißwein.

Diskussion um Obergrenze

Mit steigendem Alkoholkonsum steigt auch das Sterblichkeitsrisiko. Der Konsum von mehr als 200 Gramm Reinalkohol pro Woche verkürzt demnach die Lebenserwartung um ein bis zwei Jahre, ein Konsum von mehr als 350 Gramm pro Woche sogar um bis zu fünf Jahre. Überraschenderweise fanden die Wissenschaftler keine nennenswerten Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei der alkoholbedingten Sterblichkeit. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift «Lancet» veröffentlicht.

Derzeit definiert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als gesundheitlich unbedenkliche Obergrenze eine Höchstmenge von 140 Gramm Alkohol pro Woche für Männer und 70 Gramm für Frauen. Die Empfehlungen zum gesundheitlich risikoarmen Alkoholkonsum unterscheiden sich innerhalb der westlichen Länder aber erheblich. So gelten in den USA 196 Gramm pro Woche als Obergrenze, die Briten wiederum empfehlen, wöchentlich nicht mehr als 140 Gramm Alkohol zu sich zu nehmen.

74.000 Todesfälle pro Jahr in Deutschland

Die Forscher beobachteten auch in dieser Studie das bekannte Phänomen, dass bei moderatem Alkoholkonsum weniger Herzinfarkte auftraten. Insgesamt stellen die Ergebnisse demnach aber die weitverbreitete Annahme infrage, dass sich moderates Trinken günstig auf die Sterberate an Herzkreislauferkrankungen auswirke.

Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum stellte zugleich klar, dass die Obergrenze kein Ziel sei, «das man mit seinem Trinkverhalten anpeilen sollte. Sie darf keinesfalls als Empfehlung missverstanden werden, wöchentlich diese Alkoholmenge zu konsumieren.»

In Deutschland werden insgesamt 74.000 Todesfälle jährlich durch Alkoholkonsum oder den kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht. Rund 200 Krankheiten werden durch den Alkoholkonsum mitverursacht, so erhöht er beispielsweise das Risiko von Krebs und Herzkreislauferkrankungen.

(L'essentiel/bee/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pia am 13.04.2018 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh Gott, dann soll et esou sinn .. soss ass jo näischt hei ze regelen pfff

  • Nach ee Léschten! am 13.04.2018 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Glas zu wenig schadet Ihrer guten Laune

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pia am 13.04.2018 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh Gott, dann soll et esou sinn .. soss ass jo näischt hei ze regelen pfff

  • Nach ee Léschten! am 13.04.2018 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Glas zu wenig schadet Ihrer guten Laune