Cellular Beauty

27. Oktober 2021 11:44; Akt: 27.10.2021 11:50 Print

Kann der Beauty-​​Trend wirklich Zellen verjüngen?

Pflegeprodukte, die bis in die Zellen wirken sollen, sind die nächste große Innovation der Beauty-Industrie. Ein Experte verrät, was am Trend dran ist und wie er wirkt.

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Seren und Co., die auf Zellebene wirken? Ja, die gibt es. (Bild: Pexels/Pavel Danilyuk)

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Die Prozesse in unserem Körper, die uns jung halten, gehen mit dem Alter immer langsamer vonstatten – das ist durchaus geläufig. Neu ist hingegen die Art und Weise, mit der die sogenannte Cellular Beauty versucht, dagegen anzukämpfen: Statt mit Cremes und Co. nur von außen gegen die Zeichen der Zeit zu arbeiten, wird direkt in den Zellen gestartet. Klingt erstmal gut. Was dran ist, verrät uns Rolf Stehr, Kosmetik-Experte.

Worum geht es bei Cellular Beauty genau?

Wie der Name schon erahnen lässt, steckt in Cellular Beauty jede Menge Wissenschaft. Rolf Stehr erklärt: «Ganz grob gehts' darum, die stetige Zellalterung zu verlangsamen. Das will man erreichen, indem man sogenannte Signalproteine in Cellular Beauty verwendet. Sie beeinflussen die Verkürzung der Telomere in den Zellen und versuchen diesen Prozess zu verlangsamen. Von der Telomer-Länge hängt nämlich – zu einem Teil – die Lebensdauer der Zelle und damit auch unser biologisches Alter ab.»

Dieser Prozess ist auch der Grund dafür, dass es Cellular Beauty in Form von äußerlich wie innerlich anwendbaren Formen gibt; also als Cremes und Seren, die in der Haut wirken, aber auch als Kapseln und Pulver, die eingenommen werden.

Wie funktioniert das?

Das klingt zwar logisch, aber auch fast zu gut, um wahr zu sein. Was also unterscheidet solche neuen Cellular Beauty Produkte von ihren normalen Verwandten? «Um die Signalproteine an die Zellen senden zu können, müssen die Produkte Peptide enthalten. Das sind Zellbotenstoffe, die aus Aminosäuren bestehen. Je nach Zusammensetzung und Kombination gelingt es durch sie, unterschiedliche Zellen zu beeinflussen.»

Das klappt, weil die Peptide nicht nur in den Produkten vorkommen, sondern auch in unserem Körper. «Auch die körpereigenen Peptide regeln unsere Zellfunktionen. Sie werden durch Kosmetik mit dieser Technologie bei ihrer Aufgabe unterstützt.»

Der Experte fügt an: «Neben den Peptiden kommen patentierte Inhaltsstoffe zum Einsatz, die gezielt zur Beeinflussung der Telomere entwickelt wurden – die Teprenone. Diese zwei Wirkstoffe kommen zusätzlich zu den klassischen Komponenten wie pflegenden Ölen oder Antioxidantien vor und wirken deshalb tiefer.»

Wann sollte man mit Cellular Beauty beginnen?

Wir fassen zusammen: Durch Cellular Beauty soll der Alterungsprozess innerhalb unserer Zellen verlangsamt werden. Aufhalten oder gar rückgängig können sie den Prozess aber wie alle anderen Mittel bisher nicht. Deshalb rät Rolf Stehr: «Je früher diese Art der kosmetischen Formulierungen verwendet wird, desto langsamer altert die Haut.»

Außerdem braucht es etwas Geduld: «Die Beeinflussung der zellularen Hautalterung ist ein langfristiger Prozess. Hierbei geht es statt um sofortige Effekte um den Erhalt der Zellkommunikation auf Dauer.» Wer darauf nicht verzichten will, kombiniert die Pflege also mit typischen Wirkstoffen wie Hyaluronsäure, Glykolsäure oder Retinol.

Wars das mit dem Altern?

Ist die Anti-Aging-Wunderwaffe also endlich gefunden? Wenig überraschend noch nicht ganz: «Die Verkürzung der Telomere ist wichtig, aber nicht die Hauptursache des Alterns. Man rechnet ihr rund 37 Prozent der Alterung zu. Der restliche Teil wird dem oxidativen Stress zugeordnet.» Der entsteht, wenn die Reparatur- und Entgiftungsfunktionen unserer Zellen einfach nicht mehr hinterherkommen – mit ausgewogener Ernährung, Bewegung und einem gesunden Lebensstil können wir da nachhelfen. Ganz aufhalten lässt sich der Prozess aber (noch) nicht.

(L'essentiel/Malin Mueller)

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