Porsche Mission E

11. März 2018 18:45; Akt: 11.03.2018 18:48 Print

Keinen Bock auf SUV – Porsche erfindet CUV

Mit dem Mission E Cross Turismo zeigt Porsche auf dem Genfer Auto-Salon die Studie eines elektrisch angetriebenen Cross Utility Vehicle (CUV).

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Als er vor gut zwei Jahren auf der IAA stand, war er noch ein UFO aus einer anderen Zeit. Doch während Elon Musk mit seinen Teslas die etablierte PS-Welt vor sich her getrieben hat, waren sie in Zuffenhausens nicht untätig. Sondern der Porsche Mission E ist auf der Zielgeraden und das UFO setzt so langsam zur Landung an. Die ersten Milliarden sind investiert, der Rohbau für die Produktion am Stammsitz Zuffenhausen wächst und immer öfter sieht man Stuttgarter Erlkönige verdächtig lange an der Ladesäule. Intern hat die Jagd auf Tesla damit längst begonnen.

Doch weil es für die Kunden noch immer mehr als ein Jahr bis zur Markteinführung dauert und weil die Konkurrenz Porsche mit Autos wie dem Jaguar I-Pace die Pole Position streitig macht, legen die Schwaben jetzt noch einmal nach und zeigen als weiteren Lückenbüsser in Genf den Mission E Cross Turismo.

Erster Porsche ohne Drehzahlmesser

Der 4,95 Meter lange Zwitter aus SUV, Kombi und Sportwagen – bei Porsche nennt man dieses Fahrzeug Cross Utility Vehicle, also CUV –, hat dabei für Designchef Michael Mauer eine doppelte Funktion: Zum einen soll er mit sehr viel mehr Bodenhaftung als der elektrische Erstling langsam auf das konkrete Serienmodell einstimmen. Denn viel mehr als Color & Trimm und ein paar Gimmicks wie die Blicksteuerung werden sich bis zum Produktionsbeginn nicht mehr ändern, verspricht Mauer. Das heißt: Die auf eigenen Flügeln wie schwebend montierten Vierpunkt-LED-Scheinwerfer werden deshalb genauso kommen wie das je nach Ladezustand und -zyklus unterschiedlich blinkende Leuchtenband am Heck. Und auch das komplett digitale Cockpit ist so gesetzt – selbst wenn der Mission E damit zum ersten Porsche ohne Drehzahlmesser wird.

Zum anderen soll er aber auch zeigen, in welche Richtung die Mission E-Familie erweitert werden könnte. Denn dass es nicht bei der Coupé-Limousine alleine bleiben soll, hat Projektleiter Stefan Weckbach schon verraten. Und weil ein klassischer Geländewagen vielleicht nicht ganz zum Gedanken der Nachhaltigkeit passt, könnte ein CUV die bessere Lösung sein. Zumal der Flachmann mit den großen Rädern und der hohen Bodenfreiheit sehr gut aussieht. Und wenn Designer Mauer stolz erzählt, dass es bislang jede Studie irgendwie auf die Straße geschafft hat, muss man die Frage nach den Serienaussichten gar nicht mehr stellen, sondern allenfalls noch über die Jahreszahl spekulieren.

Beginn einer neuen Ära

Zwar markiert der Mission E den Beginn einer neuen Ära bei Porsche und nicht nur der Cross Turismo zeigt, dass die Schwaben einen großen Plan für eine komplette Modellfamilie haben. Und der Elektroantrieb ist dabei offenbar das alles bestimmende Thema. Doch so ganz muss die Vollgasfraktion die Flinte nicht ins Korn werfen. Denn erstens wird auch der auf eine Reichweite von 500 Kilometern ausgelegte Mission E fahren wie ein typischer Porsche, sagt Baureihenchef Weckbach: «Egal ob Benziner oder E-Motor, ob Sportwagen, SUV oder wie beim Mission E eine Coupélimousine - wir wollen immer das fahrdynamischste, agilste und sportlichste Auto im Segment anbieten.» Und bei 600 PS und Allradantrieb, Hinterachslenkung und Torque Vectoring sowie einem Sprintwert von 3,5 Sekunden sollte das gelingen. Und zweitens markiert der Anfang des Elektrozeitalters eben nicht das Ende des Verbrenners, beruhigt der Baureihenleiter die Gemüter: «Solange es für Autos wie einen 911 GT3 RS Kunden gibt und es die Gesetze erlauben, werden wir das eine tun und das andere zu lassen.»

(L'essentiel)

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