Bessere Therapiechancen

09. August 2018 09:09; Akt: 09.08.2018 09:12 Print

Kommt die Alzheimer-​​Früherkennung?

Für Alzheimer gilt: Je früher die Therapie einsetzt, desto besser. Doch bislang hapert es mit der Früherkennung. Das könnte sich ändern.

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Wissenschaftler und Mediziner sind überzeugt, dass wirksame Therapien gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson möglichst früh ansetzen müssen. Denn wenn Nervenzellen reihenweise zugrunde gehen, ist der Schaden schon angerichtet. Deshalb sind Forscher auf der Suche nach Erkennungsmerkmalen, sogenannten Biomarkern, mit denen sich solche Krankheiten frühzeitig erkennen lassen.

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Basel ist nun auf einen vielversprechenden Kandidaten für einen solchen Biomarker gestoßen. Dabei geht es um einen Botenstoff namens FGF21, der bei Störungen in den «Kraftwerken der Zelle» (Mitochondrien) ausgeschüttet wird.

Chronischer Zellstress

Eine solche Fehlfunktion in den Mitochondrien löst eine Stressreaktion in der Zelle aus. Chronischer Zellstress in Nervenzellen wiederum gilt als Angelpunkt neurodegenerativer Erkrankungen.

Wie die Forschenden um Stephan Frank von der Universität und dem UniversitätsKrankenhaus Basel im Fachblatt «Cell Reports» berichten, konnten sie FGF21 in Tiermodellen neurodegenerativer Erkrankungen nachweisen. Und zwar zu einem Zeitpunkt, bevor die Nervenzellen absterben.

Das macht FGF21 zu einem vielversprechenden Kandidaten für die Früherkennung solcher Erkrankungen. Zwar ließe sich mit diesem Biomarker nicht unterscheiden, um welche neurodegenerative Krankheit es sich handle, da mehrere Erkrankungen mit chronischem Zellstress zusammenhingen, schrieben die Forscher im Fachartikel. Jedoch könnte er dereinst für Vorsorgeuntersuchungen dienen und auf einen ersten Verdacht hinweisen.

Verfälscht durch andere Organe

Allerdings brauche es weitere Forschung, um einen solchen Früherkennungstest zu etablieren, betonen die Wissenschaftler. Das Problem: Der Botenstoff wird nicht nur in Nervenzellen, sondern auch in den Zellen anderer Gewebe und Organe produziert, beispielsweise in Fettgewebe und der Leber.

Fettleibigkeit und Lebererkrankungen könnten somit einen Test auf FGF21-Basis verfälschen. In künftigen Studien müsste Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit von Patienten auf den Botenstoff hin untersucht werden, um zu prüfen, ob und wie er sich als Biomarker für beginnende neurodegenerative Erkrankungen eigne.

(L'essentiel/fee/sda)

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