Expertin klärt auf

27. August 2021 21:25; Akt: 27.08.2021 21:28 Print

Lassen Face Workouts Falten verschwinden?

Meghan Markle ist schon lange Fan, Jennifer Aniston auch, in den Metropolen der Welt öffnen ganze Fitnessstudios fürs Gesicht. Aber ist Face Yoga wirklich die Alternativ?

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Kann man mit gezielten Face Workouts wirklich Falten wegtrainieren? (Bild: Pexels/Koolshooters)

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Vor ein paar Jahren ploppten hier und da immer mal wieder Artikel für Face Yoga auf, die Nachfrage nach Gua-Sha-Steinen, Jade-Rollern und anderen Gesichtsmassagetools stieg und vielleicht massierte sich der eine oder die andere bei der Pflege kurz das Gesicht. Darüber hinaus schaffte es das Training der Gesichtsmuskeln nicht weit über die Schwelle der Logopädie hinaus. Bis jetzt.

Training fürs Gesicht

Plötzlich eröffnen in London, Los Angeles oder New York ganze Face Gyms, die von Workouts statt Facials sprechen und Gesichtsmuskeln so trainieren wollen, dass sie allfällige Falten einfach ausbügeln. Übungen für daheim findet man zuhauf im Internet. Wer dran bleibt, dem blühe ein Effekt wie der einer Botoxspritze, nur auf natürliche Weise. Wie so oft in der Beauty-Welt klingt das fast zu gut, um wahr zu sein. Wir haben deshalb eine Expertin gefragt, die weiß, was dahinter steckt.

Dr. Tatjana Lanaras ist Fachärztin FMH für Plastische Chirurgie an der Skinmed Klinik in Lenzburg. Und ihre Meinung zu Face Workouts klingt eher ernüchternd: «Es ist so: Definierte Gesichtszüge hängen vor allem mit dem Fettanteil im Gesicht zusammen. Der Trainingszustand des jeweiligen Muskels ist nicht besonders ausschlaggebend, weil die meisten Gesichtsmuskeln, vom Kaumuskel mal abgesehen, eher klein und flach sind. Auch in medizinischen Studien konnte die Wirksamkeit bislang nicht nachgewiesen werden.»

Die Schwerkraft lässt sich nicht wegtrainieren

Ist mit Training also gar nichts rauszuholen? «Die Frage ist, inwieweit man das überhaupt möchte», gibt die Expertin zu bedenken. «Kräftige Gesichtsmuskeln können das Gesicht herb und eher faltig erscheinen lassen.» Ein gutes Beispiel sei die Muskulatur im Bereich der Zornesfalte. «Hier sieht man nach jahrelanger unbewusster Aktivierung schon mal deutliche Muskelbäuche. Gewisse Menschen stören sich daran und greifen zu Botox, um den Muskel wieder zu entspannen.» Zudem seien bei altersbedingten Falten, etwa um den Mund herum, keine Wunder zu erwarten: «Je länger die Schwerkraft wirkt, desto mehr sinkt auch die Gesichtshaut ab. Solche Effekte können nicht einfach wieder wegtrainiert werden.»

Vorsicht vor dem Zuviel

Wer zu exzessiv trainiert, läuft laut Dr. Lanaras außerdem Gefahr, einen gegenteiligen Effekt hervorzurufen: «Da viele der empfohlenen Übungen extreme, schon fast grimassenartige Bewegungen beinhalten, kann es sein, dass einige Falten zunehmen oder sich tiefer in die Haut einarbeiten. Das betrifft vor allem Bereiche der mimischen Faltenbildung, wie die Zornesfalte, Stirnfalten oder Lachfalten.»

Der wahre Vorteil liegt anderswo

Nur Schlechtes findet aber auch die Expertin nicht am Trend: «Selbst wenn die erhoffte Volumenzunahme an einer Muskelgruppe ausbleibt, wird zumindest die Durchblutung angeregt und der Lymphfluss der Region gesteigert. Spannungen im Gesicht werden gelöst. Das kann dazu führen, dass sich das Gewebe straffer anfühlt.» Wie bei allen Yogaformen könne die tägliche Routine zudem dabei helfen, Achtsamkeit zu praktizieren und ein besseres Körpergefühl zu entwickeln.

Ernsthafte Risiken gebe es dabei kaum: «Face Yoga ohne Hilfsmittel ist nicht-invasiv und generell als sicher einzustufen. Viele Anleitungen im Internet zeigen leicht umsetzbare Übungen, die man gut in den Alltag integrieren kann.»

Fazit

Wer sich an seinen Falten stört, darf durch Face Workouts keine Wunder erwarten. Dr. Lanaras fasst zusammen: «Wer für invasive Maßnahmen nicht bereit ist, kann mit professioneller Gesichtspflege und Gesichtsmassagen das Wohlbefinden steigern. An den Effekt von Botulinumtoxin, Hyaluronsäure oder gar eines operativen Eingriffs kommt man mit natürlichen Mitteln aber in keinem Fall heran.»

(L'essentiel/Malin Mueller)

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