Reise-Experiment

18. August 2016 08:06; Akt: 18.08.2016 08:15 Print

Luxemburger macht Weltreise ohne Bargeld

LUXEMBURG – Felix Weis hat es geschafft. Er hat einmal die Erdkugel umrundet – und das ohne Bargeld oder Kreditkarten im Gepäck.

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Einmal um die ganze Welt reisen. Das war schon immer ein großes Ziel von Felix Weis. Der junge Luxemburger hat sich nun seinen Traum verwirklicht. Auf die alltägliche Art und Weise geschah das aber nicht: Er verzichtete nämlich darauf herkömmliches Geld mitzunehmen und schaffte die Weltumrundung mit der Kryptowährung Bitcoin. Sein Abenteuer startete er Mitte Januar 2015. Es dauerte 18 Monate.

Als Student der Wirtschaftsinformatik hatte er sich schon lange für die Bitcoins interessiert: «Die Währung verbindet beide Teilbereiche meines Fachs. Das Wirtschaftliche, weil es sich eben um Geld handelt und die Informatik, weil es eine digitale Währung ist.» Außerdem habe es ihn als Kind immer gestört, dass man in jedem Land eine andere Art von Geld brauchte. «Gerade als Luxemburger ist man ja schnell über die Grenze gefahren. Durch den Euro hat sich mittlerweile natürlich viel geändert, aber ich träume immer noch von einer Weltwährung», erklärt der 28-Jährige aus Berdorf.

Eine Reise mit Regeln

Bevor er sich von seinem Wohnsitz in Berlin aufmachte, hatte er sich drei Grundregeln für seine Reise durch die insgesamt 27 Länder auferlegt. Erstens: Keine Banken. Zweitens: Die Bitcoin immer zuerst. Sobald es ihm möglich war, musste er die Bitcoin nutzen. Und Drittens: Bargeld nur gegen Bitcoin.

Um immer wieder in ein anderes Land einreisen zu können, musste er vor jeder Grenzüberschreitung viel Recherche betreiben. Er habe schließlich nie gewusst, wo die Bitcoins akzeptiert werden oder wer mit ihm tauscht. «Das war immer wieder ein kleines Abenteuer. Im Internet gibt aber es Karten, auf der solche Stellen markiert sind. Außerdem habe ich immer wieder Online-Annoncen geschaltet, auf die ich regelmäßig Antwort erhalten habe», sagt Weis. Die Übertragung der Bitcoins erfolgt über das Internet. Also konnte er sie auch per Smartphone ihrem neuen Besitzer überschreiben und gegen die Landeswährung eintauschen.

Schwitzen in Bulgarien

Dass es dann aber doch nicht immer so einfach laufen würde, ist ihm bereits in Bulgarien klargeworden. «Dort hatte ich eine Verabredung zum Tauschen. Leider ist die Person zwei Tage nicht aufgetaucht. Da kommt man dann schon ein wenig ins Schwitzen. Ohne Geld ein Land zu verlassen ist ja nicht gerade einfach», erklärt Globetrotter. Weil die Verabredung doch noch erschien, endete sein Trip nicht bereits in Südost-Europa. Sein Kontakt, wie Weis ein Verfechter der Bitcoins, betreibt eine große Website in Bulgarien und hatte vorher keine Zeit gefunden.

Auf seinem weiteren Weg, der ihn über Israel, Äthiopien, China, Australien, Japan bis durch den ganzen amerikanischen Kontinent führte, habe das Eintauschen dann aber «immer erstaunlich gut funktioniert.» Auch in Griechenland, wo die Einwohner finanziell tief verunsichert gewesen seien. «Egal wo ich war, ich habe immer mindestens einen Bitcoiner getroffen. Auch in Kuba, in Venezuela oder auf den Philippinen.»

Weis blickt gerne auf seine Reise ins Ungewisse zurück: «Das hat natürlich unglaublich viel Spaß gemacht. Obwohl ich immer nach Osten gereist bin, war ich irgendwann wieder in Berlin. Das hat sich am Ende schon sehr merkwürdig angefühlt.» In näherer Zukunft möchte er ein Start-up-Unternehmen gründen, das natürlich etwas mit digitaler Währung zu tun hat. Ob er dies in Berlin oder in Luxemburg macht, weiß er noch nicht.

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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