Unsichtbare Gefahr

06. Juni 2019 07:26; Akt: 06.06.2019 11:27 Print

Menschen essen 52.000 Plastikteilchen pro Jahr

Mikroplastik findet sich heutzutage überall. Erschreckend ist allerdings, wie viele dieser Plastikteilchen im Körper des Menschen landen.

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Synthetische Kleidung, Autoreifen, Kontaktlinsen: Produkte aus Kunststoff geben riesige Mengen von Mikroplastik in die Umwelt ab – die am Ende auch im Menschen landen. Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie kanadischer Wissenschaftler bezifferte die Zahl der Mikroplastik-Teilchen, die ein erwachsener Mann pro Jahr unfreiwillig isst und einatmet, auf bis zu 52.000.

Doch das ist laut der Studie, die in der Zeitschrift Environmental Science and Technology veröffentlicht wurde, noch lange nicht das Maximum. Wer ein Jahr lang nur Wasser aus Plastikflaschen trinkt, nimmt demnach 90.000 zusätzliche Partikel an Mikroplastik zu sich. Für ihre Analyse hatten die Wissenschaftler mehrere hundert Datensätze zur Verschmutzung durch Mikroplastik ausgewertet und sie mit den durchschnittlichen Lebens- und Essgewohnheiten von US-Bürger verglichen.

Die Lösung: Nutzung von Plastik zu verringern

Wie viele Partikel ein Mensch genau zu sich nimmt, hängt den Wissenschaftlern zufolge in hohem Maße davon ab, wo er lebt und was er isst. Unklar ist zudem, welche gesundheitlichen Folgen Mikroplastik für Menschen hat. Vor allem in Kleinstpartikeln sehen die Autoren der Studie allerdings ein Gesundheitsrisiko: Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 130 Mikrometern «haben das Potenzial, Teil des menschlichen Gewebes zu werden (und) eine lokale Immunreaktion auszulösen», heißt es in der Studie.

Zugleich betonten die Forscher: «Der wirksamste Weg, um den menschlichen Konsum von Mikroplastik zu reduzieren ist wahrscheinlich, die Produktion und Nutzung von Plastik zu verringern.»

Mikroplastik im Stuhl nachgewiesen

Die Ergebnisse der kanadischen Studie decken sich mit den Resultaten einer Untersuchung vom österreichischen Umweltbundesamt (UBA) und der MedUni Wien. Die Forscher hatten vergangenes Jahr Spuren von Mikroplastik im menschlichen Körper gesucht. Dabei stellten sich fest, dass bei Probanden, die in Plastik verpackte Lebensmittel oder Getränke aus PET-Flaschen konsumierten, Mikroplastik im Stuhl zu finden war.

Im Mittel wurden 20 Mikroplastik-Teilchen pro zehn Gramm Stuhl gefunden. «In unserem Labor konnten wir neun verschiedene Kunststoffarten in der Größe von 50 bis 500 Mikrometer nachweisen», berichtete Bettina Liebmann, die für Mikroplastik-Analysen zuständige Expertin im UBA. Am häufigsten fanden sich PP (Polypropylen) und PET (Polyethylenterephthalat). Analysiert wurde hinsichtlich zehn der weltweit meist verbreiteten Kunststoffe.

Als Mikroplastik werden Plastikteilchen mit einer Größe kleiner als fünf Millimeter bezeichnet. Es wird als Zusatz in Kosmetikprodukten verwendet, entsteht aber vor allem ungewollt durch Zerkleinerung, Abrieb oder Zersetzung größerer Plastikteile in der Umwelt.

(L'essentiel/kle/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • plastic is not fantastic am 16.06.2019 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    Plastikproduktion verringern? ... machen wir nicht wegen dem Geldprofit! ... lieber essen wir die Plastikumweltverseuchung mit für unsern schmerzhaften Magendarmkrebs, als dass wir umdenken würden u weniger umweltverseuchend leben würden, denn lieber regen wir uns weiterhin über schnellabbaubare Hundekacke auf, als über unser verschwenderisches Verhalten bei der Verseuchung der Mitwelt durch unverdaulichen krebserregenden Plastik u all die vielen andern billiggehaltenen krassen Umweltverseuchungen, wie z.B. Diesel, Atomkraft ... darum wird der Krebs uns besiegen! ...

  • Plastikfresser am 17.06.2019 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    mmmmh ... Plastik ist soooo lecker! ...

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  • Plastikfresser am 17.06.2019 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    mmmmh ... Plastik ist soooo lecker! ...

  • plastic is not fantastic am 16.06.2019 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    Plastikproduktion verringern? ... machen wir nicht wegen dem Geldprofit! ... lieber essen wir die Plastikumweltverseuchung mit für unsern schmerzhaften Magendarmkrebs, als dass wir umdenken würden u weniger umweltverseuchend leben würden, denn lieber regen wir uns weiterhin über schnellabbaubare Hundekacke auf, als über unser verschwenderisches Verhalten bei der Verseuchung der Mitwelt durch unverdaulichen krebserregenden Plastik u all die vielen andern billiggehaltenen krassen Umweltverseuchungen, wie z.B. Diesel, Atomkraft ... darum wird der Krebs uns besiegen! ...