Car of the Week

16. Februar 2018 11:29; Akt: 16.02.2018 11:28 Print

Mission accomplished

Vor zwei Jahren wurde beim Auktionshaus RM Sotheby's ein 1955 D-Type für US$21 Millionen ersteigert, ein Rekordpreis für einen britischen Sportwagen. Und jetzt?

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Genau! So etwas bleibt eben nicht lange ohne Folgen. Das Herz aller Jaguar-Fans schlägt seit dem Salon Retromobile in Paris um einiges höher. Vor einem mittelgrauen Exemplar eines Jaguar D-Type verkündete Tim Hanning, Chef von Jaguar Land Rover Classic – nicht ohne begründeten Stolz – dass die englische Sportwagenfirma nun ein altes Versprechen einlösen und 25 originale D-Type nachbauen wird. «Der Jaguar D-Type ist eine Ikone und einer der schönsten Rennwagen aller Zeiten,» fügte er dann noch hinzu. Nötig gewesen wäre es nicht. Weiß doch jeder. Also nickten alle Anwesenden auch nur in einer entsprechenden Bandbreite von freudig ergriffen bis zutiefst ehrfürchtig. Ob «nachbauen» überhaupt die richtige Formulierung ist, darf ohnehin noch diskutiert werden. Man kann es nämlich auch entspannt so sehen, dass ein kurz unterbrochener Job jetzt einfach nur zu Ende gebracht wird. Mission accomplished.

Einer der erfolgreichsten Rennwagen seiner Zeit

Ursprünglich – im Jahr 1954, dem ersten Jahr der Produktion – waren 100 Exemplare des Sportwagens geplant. Am 12. Februar 1957 zerstörte jedoch ein Feuer in der Browns Lane Fabrik sowohl neun der noch ausstehenden D's, als auch die gesamte Montagehalle. Die Produktionszeit des D-Type war damit abrupt vorüber. Fünfundzwanzig D's wurden nie gebaut. Zumindest nicht zunächst. Aber der Reihe nach.

Das plötzliche Produktionsende wurde vor ziemlich genau 61 Jahren allenthalben als äußert tragisch bewertet, denn der D-Type war eines der erfolgreichsten Rennwagen seiner Zeit und der erste britische Seriensportwagen, der ebenso mutig wie konsequent moderne Monocoque- und Flugzeugtechnologie im Automobilbau einsetzte. Das Resultat waren nicht nur sensationelle Aerodynamik-Werte, sondern ein Gesamtpaket, das den Konkurrenten von Mercedes Benz und Ferrari nur so um die Ohren fuhr. Auf der Mulsanne erreichte der Jaguar 1954 eine Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h, die Ferraris maximal 255. Weshalb die Jaguars dann auch die 24 Stunden von LeMans dreimal in Folge gewinnen konnten.

Steve McQueens Lieblingsauto

Trotz der wenigen Exemplare, die gebaut wurden, gab's den original D gleich in mehreren Versionen, Short Nose, Long Nose und XKSS, einer straßentaugliche Version mit einem zweiten Sitz, einer Wagentür für eventuelle Passagiere mit entsprechender Courage. Immerhin erlaubte der SS seinen Besatzungen sogar Seitenfenster und Scheibenwischer. Einen dieser XKSS sicherte sich sofort Steve McQueen und erklärte ihn prompt zu seinem Lieblingsauto.

Die Auferstehung der Legende nach 62 Jahren verdankt der Kultklassiker Jaguars kleiner, aber feiner Abteilung für romantisch-rasanter Nostalgie, die vor einigen Jahren schon den Lightweight E-Type und einige XKSS zum Leben erweckt hatte.

Saftiger Preis

In akribischer Suche nach originaltreuer Reproduktion hatten Jaguars Ingenieure alte Technikzeichnungen und Produktionsunterlagen gefunden und bauten selbst Jaguars 6-Zylinder-Vergasermotor nach, der im D Einsatz fand. Die Felgen sind exakte Kopien. Das Lenkrad hat die genau gleichen Abmessungen wie das Original. Selbst die Ledergurte, die die Motorhaube sicherten, sind korrekt. Alles eben echt.

Potenzielle Käufer der D-resurrection haben die Wahl zwischen der kurzen Nase und der Long Nose-Version, mitsamt Leitflügel hinter dem Fahrer (im Rennwagenbau zwischenzeitlich wieder angesagt) und der physischen Barriere zwischen Fahrer und Beifahrer. Interessenten sollten jedoch recht tiefe Taschen haben. Die wiedererstandenen E-Type gingen für US$ 1.5 Millionen über den Tisch. Die XXKS waren mit US$ 1.4 Millionen etwas günstiger. Arg viel billiger wird's nicht werden.

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(L'essentiel/Michael Köckritz)

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