Boot statt Auto

08. Oktober 2019 11:47; Akt: 08.10.2019 11:53 Print

Mit dieser Jacht kreuzt Lexus auf hoher See

Mit der Luxusjacht LY 650 gönnt sich Lexus ein neues Marketingobjekt – und Toyota-Prasident Akio Toyoda wird beiläufig zum «Steuermann» auf hoher See.

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Akio Toyoda hat es als CEO der Toyota Motor Corporation und Enkel des Toyota-Firmengründers nicht immer leicht, unerkannt Ferien zu machen, wie er in Florida anlässlich der Präsentation der ersten Lexus-Jacht LY 650 offen gesteht. Kein Wunder, denn als Chef des weltweit größten Autobauers und Herr des Toyota-Konzerns mit über 520 Tochterunternehmen und mehr als 369.000 Mitarbeitenden wird er auf der ganzen Welt erkannt.

«Für mich ist eine Jacht deshalb die perfekte Möglichkeit, unerkannt entspannte Stunden zu verbringen», sagt Toyoda. Hat also der Big Boss der Toyota-Premium-Marke Lexus höchstpersönlich den Bau der hauseigenen Jacht vorangetrieben, um zu ungestörten Stunden auf dem Wasser zu kommen? Bestätigen will diese naheliegende Vermutung zwar niemand. Doch mit vielsagendem Lächeln erklärt Lexus-Chef Yoshihiro Sawa, dass eine der bereits bestellten Jachten bald nach Japan geliefert werde.

Auf Handarbeit spezialisiert

Sicher ist, dass die zukünftigen Eigner dieses außergewöhnlichen Lexus-Modelles tief in die Tasche greifen müssen. Sind die Oberklasseautomobile von Lexus noch für Normalsterbliche bezahlbar, kostet die knapp 20 Meter lange Jacht mindestens 3,7 Millionen US-Dollar. Dafür erhalten Käufer aber auch eine ganze Menge Boot – und viel Luxus extra. Denn gebaut wird der sogenannte Flybridge-Cruiser von der auf Jachten spezialisierten Marquis-Larson Boat Group.

Das in Pulaski am Lake Michigan beheimatete US-Unternehmen wurde laut Josh Delforge, Vizepräsident für Design und Ingenieurwesen bei Marquis, von Lexus deshalb als Kooperationspartner ausgewählt, weil die 350 Mitarbeitenden der Werft auf Handarbeit spezialisiert sind. Und davon stecke in der LY 650 viel, sagt Delforge an Bord der Jacht: «In knapp sechs Monaten Bauzeit haben wir diese erste Jacht quasi aus dem Nichts geschaffen. Beinahe jedes Bauteil ist eine Einzelanfertigung, und vie-le davon sind von Hand gefertigt.» Erst kurz vor unserer Ausfahrt wurde die in zwei Teilen vom Lake Mi- chigan nach Florida transportierte Jacht fertiggestellt und auf ihre Seetauglichkeit uberpruft.

Auch ein Hobbykapitän darf die Jacht steuern

Auf einer rund zweistundigen Cruise – auf der vom Atlantischen Ozean und seinen hohen Wellen abgetrennten Wasserstraße zwischen Fort Lauderdale und Boca Raton –, erklart Marquis-Ingenieur Randy Peterson die Vorteile der Jacht, wahrend er das rund 33 Tonnen schwere Schiff scheinbar mühelos über einen handlichen Joystick lenkt. «Ein großer Pluspunkt der LY 650 ist die Tatsache, dass sie mit ihrer Lange von knapp unter 20 Metern per Gesetz nicht zwingend von einem ausgebildeten Profi mit Kapitanspatent gesteuert werden muss. Ein bis zwei Passagiere, die sich beim Anlegen als Matrosen betatigen, sind aber schon hilfreich.»

Das mit drei riesigen Touchscreen-Displays und nur wenigen Knopfen bestuckte Cockpit hinter dem weißen Lederlenkrad verfügt über die neueste Technologie. So sendet eine spezielle App bei Unregelmässigkeiten im Jachtbetrieb oder am Dock per SMS selbststandig Warnnachrichten an eine vorgewahlte Nummer. Und wie bei modernen Autos heute schon üblich, lässt sich hier auch die Klimaanlage oder die Beleuchtung des Bootes per Handy regeln. Ebenfalls hilfreich: Dank der am Heck angebrachten Schwimmplattform, die elektrisch zu Wasser gelassen werden kann, kommt man auch nach dem Badeplausch wieder mühelos an Bord der LY 650.

Design mit deutlicher Handschrift der Japaner

Die enge Kooperation mit Lexus wird auf der Jacht vor allem beim Design und bei der Materialverarbeitung ersichtlich. Sowohl die geschwungene Linienführung des aus Karbonverbundstoff geformten Schiffsrumpfes als auch die Ausstattungen der drei Passagierkabinen mit zwei Meter Raumhohe tragen die deutliche Handschrift der Japaner. Ähnlich geschwungene Linien finden sich in den Kabinen, die auf Wunsch mit Leder an den Decken, edlem Eukalyptusholz an den Wanden und dickflorigen Teppichen ausgestattet sind.

Alle verfügen über eigene Bader und teilweise begehbare Ankleiden. Einzig die Tatsache, dass im Bootsrumpf zwei Volvo- Penta-IPS-Triebwerke mit je nach Wahl 1050, 1200 oder 1350 PS arbeiten, schmalert den Stolz der Bootsbauer aus den USA und Japan etwas.

Lexus LY 650 Flybridge

Typ:

Luxuriose Hochsee-Sportjacht mit drei Kabinen

Maße:

19,94 Meter lang, 5,76 Meter breit, 6,68 Meter hoch

Schlafplatze:

Fur 6 Passagiere; hinzu kommt eine Kapitanskajute

Sitzplatze:

Fur maximal 15 Passagiere

Motor:

Zwei Volvo Penta IPS mit je 1050, 1200 oder 1350 PS

Gewicht:

33 Tonnen

Maximalgeschwindigkeit:

Rund 40 Knoten (75 km/h, keine offizielle Angabe)

Treibstofftank:

4012 Liter

Reichweite:

Rund 650 Kilometer (keine offizielle Angabe)

Preis:

Ca. 3,7 (Standard) bis 4,7 Millionen US-Dollar (Topversion)

Infos:

www.lexus.com

(L'essentiel/Thomas Borowski)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tweety am 08.10.2019 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Die Kiste läuft bestimmt unter Luxemburger Flagge, würde doch passen oder?

  • Absurd am 08.10.2019 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Dat ass jo just ee Verbrauch vum 617 l/100km. Net schlecht. De Klimawandel seet merci.

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  • Tweety am 08.10.2019 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Die Kiste läuft bestimmt unter Luxemburger Flagge, würde doch passen oder?

  • Absurd am 08.10.2019 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Dat ass jo just ee Verbrauch vum 617 l/100km. Net schlecht. De Klimawandel seet merci.