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03. August 2020 10:07; Akt: 03.08.2020 10:17 Print

Modellbauer designt «unmögliche» Gebäude

Der Fotograf und Modellbauer Frank Kunert hat «absurde und unmögliche» Häuser designt – und sie danach als Miniaturmodell gebaut.

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Der deutsche Modellbauer und Fotograf Frank Kunert will mit seinem Projekt die «Absurdität des Lebens» aufzeigen – mit seinen Architekturmodellen, die nur auf den ersten Blick normal scheinen. Bei genauerer Betrachtung wird schnell klar: Hier stimmt was nicht.

Das Modell «Under the Bridge» wirkt auf den ersten Blick wie ein Betonhäuschen an einer Straße. Erst bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass das Haus ein Pfeiler für die Brücke darüber ist. «Climbing Holidays» zeigt ein Hotel, das allerdings gar nicht erreichbar ist, weil es an einer Stange über dem Boden befestigt ist.

«Eine Mischung aus Wortspielen und Lebenssituationen»

Gegenüber dem Architekturmagazin «Dezeen» sagt Kunert: «Es fängt alles mit dieser Idee der Absurdität an. Die Ideen entwickle ich, indem ich mit Wörtern und Sätzen spiele, aber auch, indem ich die zwischenmenschliche Kommunikation beobachte. Wie Menschen miteinander umgehen, ist ein ewiges Thema in meiner Arbeit.»

Kunert sagt auch, dass bei seinen Modellen ein bisschen schwarzer Humor dabei sei. Dafür übertreibt er gern bei seinen Miniaturgebilden, die alle aus alltäglichen Gegenständen und Materialien gebaut wurden. So zum Beispiel bei «One Bedroom Apartment»: Dort sieht man eine geöffnete Tür in einem Wandschrank – nur, dass sich darin ein Bett befindet.

Auch Gesellschaftskritik

Ein anderes Modell, «A Place in the Sun», zeigt den Klassenunterschied in vielen Städten: Während der Neubau eine schöne Terrasse hat, sind die alten Häuser daneben gewissermaßen «im Schatten». Kunert macht sich auch über Kultur lustig und verlegt kurzerhand eine Ausstellung in ein Museum, dessen Treppe über dem Boden schwebt.

«Ich hoffe, dass der Betrachter meine Modelle witzig findet, aber gleichzeitig die Melancholie spürt, die Ambivalenz und die Tragik der Realität», sagt der Künstler auf seiner Website.

Keine echten Vorlagen

Die Modelle orientierten sich nicht an existierenden Gebäuden, sagt Kunert. Er will auch nichts verurteilen: «Ich möchte nicht sagen, dass etwas schön oder hässlich ist. Ich finde persönlich jeden Architekturstil interessant und inspirierend. Für meine Modelle orientiere ich mich aber natürlich an typischen Elementen des jeweiligen Stils.»

Für die Umsetzung nutzt Kunert Schaumstoffplatten, Holz und Karton. Bei der Einrichtung sucht er meist nach Puppenhausmöbeln, die es in spezialisierten Läden oder auf Flohmärkten gibt. Dort findet er zum Beispiel kleine Teppiche oder Minisonnenschirme.

Materialien werden zweckentfremdet

«Ich habe auch ein ganzes Gestell voller Zeug, zum Beispiel Verpackungmaterial, das ich behalten habe. Vielleicht kann ich es ja zweckentfremdet werden. Ich nutze zum Beispiel Topflappen, besonders die mit Spitze, als Vorhänge. Oder ein Strohhalm, der alles sein kann: eine Vase, eine Dose oder eine Leitung.»

Auch die aktuelle Corona-Pandemie hat Kunert beeinflusst: Bei «Room with a View» dachte der Künstler an Social Distancing. Ein Werk, passend zum Abstand, hat Kunert aber bereits 2017 entworfen: «Privacy» zeigt einen runden Tisch mit Trennwänden. «Viele Szenen, die ich früher entworfen habe, passen zu unserer neuen Normalität.»

(L'essentiel/Meret Steiger)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nero am 03.08.2020 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    sehr gut!

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  • nero am 03.08.2020 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    sehr gut!