Ärzte warnen

22. Januar 2019 07:50; Akt: 22.01.2019 07:57 Print

Nein, Petersilie gehört nicht in die Vagina

Um die Periode schneller einsetzen zu lassen, empfiehlt eine britische Frauenzeitschrift ihren Leserinnen, Petersilie einzuführen – keine gute Idee.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Petersilie ist gesund, jedoch nur, wenn man die grünen Stängel richtig nutzt – und sie verzehrt. Richtig gefährlich kann es dagegen werden, wenn man den Tipp befolgt, den die britische «Marie Claire» kürzlich propagierte.

In der Ausgabe vom 9. Januar – die Online-Version wurde zwischenzeitlich offline geschaltet – empfiehlt die Frauenzeitschrift ihren Leserinnen, sich beim Ausbleiben der Menstruation Petersilie in die Vagina einzuführen. Das würde der Monatsblutung auf die Sprünge helfen.

«Petersilie hilft dabei, den Muttermund weicher zu machen und hormonelle Schwankungen auszugleichen, die das Einsetzen der Periode verzögern können», so das Argument des Magazins.

Wirkungslos und potenziell tödlich

Zwar handelt es sich bei dem Ratschlag nur um eine Ausweichoption für diejenigen Frauen, die dem Geschmack der Kräuterpflanze nichts abgewinnen können und sie nicht essen wollen. Trotzdem bringt die Empfehlungen Mediziner weltweit auf die Palme.

«Gemüse gehört nicht in die Vagina»

Erster Kritikpunkt: Der von der «Marie Claire»-Redaktion beschriebene Effekt ist mehr als fraglich, wie die Londoner Gynäkologin Shazia Malik dem «Independent» sagte: «Es gibt keine Belege dafür, dass Frauen, die so etwas tun, davon profitieren.»

Der zweite Kritikpunkt ist deutlich ernster, so Shazia: Die beschriebene Methode könne zu schweren Schädigungen und sogar zum Tod führen. Das zeigt unter anderem der Fall einer Argentinierin. Die 34-Jährige starb an einer schweren Infektion, die durch die Petersilie in ihrer Vagina ausgelöst wurde.

«Es gibt nur wenige Dinge, die in deine Vagina gehören, und Gemüse ist generell keines davon», schließt die Frauenärztin.

Finger weg auch von Gurken und Baby-Wespen

Shazia steht mit dieser Aussage nicht allein da. Vor rund anderthalb Jahren warnte die US-Gynäkologin Jen Gunter Frauen bereits davor, Gemüse einzuführen. Damals machte im Internet die Mär vom «Yoni Cucumber Cleanse» die Runde. Diese besagte, dass sich mithilfe von Gurken die Scheidenflora auf Vordermann bringen ließe.

Die Twitter-Reaktion der Fachfrau darauf war mehr als deutlich: «Versuche, die Vagina zu ‹reinigen›, schaden ihr in Wahrheit.» Und weiter: «VAGINAS SIND NICHT SCHMUTZIG. Ich nutze die Großbuchstaben bewusst, denn ich schreie gerade vor Wut.»

«Versuche, die Vagina zu ‹reinigen›, schaden ihr in Wahrheit»

Ebenfalls keine gute Idee ist laut Experten, sich Galläpfel in die Vagina zu schieben. Diese kommen im Herbst an der Unterseite von Eichenblättern vor und entstehen durch abgelegte befruchtete Eier der Gemeinen Eichengallwespe (Cynips quercusfolii). Laut zweifelhaften Quellen sollen sie dafür sorgen, dass der weibliche Genitalbereich schön straff bleibt. Doch tatsächlich, so berichtet PopularScience.com, drohen lebensbedrohliche Infektionen, da über die Wespeneier Bakterien in die Scheide gelangen.

(L'essentiel/fee)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • loshein am 22.01.2019 23:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wa schonn, da nëmme mat engem Gromperekichelchen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • loshein am 22.01.2019 23:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wa schonn, da nëmme mat engem Gromperekichelchen.