Car of the week

27. April 2018 13:34; Akt: 27.04.2018 13:32 Print

Pista? Basta!

Schneller. Leichter. Lauter. Okay. Aber worum es bei diesem neuen Supersport-Baby von Ferrari wirklich geht, verrät dann sofort der Name: Pista.

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Der Name von Ferraris Neuem ist abgeleitet vom italienischen Wort für Rennstrecke. Sagt alles. Der Ferrari 488 Pista ist ein wettbewerbsfähiger Supersportwagen, den selbst ein unerfahrener Pilot quer durchs Kurvengeschlängel bringt und mit dem er danach locker nach Hause fahren kann. Genügend Instagram-Footage ist garantiert.

«The most accomplished, most complete driver's car yet», nannte ihn das renommierte US-Wirtschaftsmagazin «Forbes», nicht gerade bekannt für übertriebene Lobesfloskeln. Was «Forbes» als den vollkommensten Sportwagen bezeichnet, ist der neue Ferrari 488 Pista, basierend auf dem 488 GTB. Beim Nachfolger des 458 Speciale griffen die Techniker und Designer in Maranello auf ihre Erfahrungen aus der FIA-WEC-Serie und aus 25 Jahren in der eigenen Ferrari-Challenge mit dem 488 GTE und dem 488 Challenge zurück. Also war viel Gutes zu erwarten.

Ein echter Bling-unaffiner Supersportwagen

Und ja, der Pista macht dem Kompliment der Amerikaner alle Ehre. Mit 720 PS aus einem 3,9-Liter-Biturbo-V8 und einem Drehmoment von 770 Newtonmeter spielt der neueste Ferrari mit in der Liga der ernsthaften, Bling-unaffinen Supersportwagen. Eine Liga, in der sich auch der Porsche GT2 RS oder der McLaren 720S tummeln. Ausreichend Kraft also für atemberaubende Werte wie: in 2,85 Sekunden auf 100, 7,6 auf 200, 340 km/h Spitze. Maranellos Neuer mischt jedoch nicht nur mit, er könnte den potenten Mitbewerbern sogar gefährlich werden. Vollkommen unüberraschend nennt Ferraris Technikchef Michael Leiters den Motor «the most powerful V8 in Ferrari history».

Es ist ja nicht der geniale Motor allein, der den Pista zum Titelanwärter prädestiniert. Er wiegt mit seinen nur 1280 Kilogramm beeindruckende 90 Kilo weniger als der 488 GTB, und der war bekanntermaßen schon kein wirkliches Schwergewicht. Die sportliche Diät beinhaltet – unter vielem anderen – Pleuelstangen aus Titan (1,8 Kilo weniger) oder eine perfekt ausbalancierte Kurbelwelle (1,4 Kilo). Der Abgaskrümmer besteht aus einer Inconel-Legierung, was sich anhören mag wie das Wunderelement Unobtanium aus «Avatar» oder Vibranium aus «Avengers», in Wirklichkeit aber aus Ferraris Formel-1-Baukasten stammt. Das Resultat: eine Gasannahme, die laut Ferrari doppelt so schnell ist wie zuvor.

Auf Knopfdruck wird der Pista zur Sänfte

Was den Pista in der elitären Liga heraushebt, ist das geradezu unglaubliche Fahrgefühl. Der Ferrari ist auf mit Schlaglöchern übersäten Straßen nicht unbedingt daheim, aber zumindest benimmt er sich auf grobem Kopfsteinpflaster und löchriger Strada erstaunlich zivil. Stellt man den Regler auf das Zeichen mit dem Stoßdämpfer, verwandeln die Dämpfer den Pista in eine Sänfte. Na ja, vielleicht nicht ganz, aber immerhin.

Das Ziel war, einen Supersportwagen zu bauen, der den Fahrspaß erhöht und das Fahrzeug am Limit leichter kontrollierbar macht, wie Michael Leiters sagt. Kurz: einen Sportwagen, den sowohl Profirennfahrer als auch Amateure gleich schnell über die Piste fahren können. Oder zumindest fast gleich schnell.

Der Pista kann aber auch extrem quer durch Kurven

Sowohl das mechanische Set-up als auch die elektronischen Dynamic Controls sind integriert ins «Side Slip Angle Control»-System, das sowohl ein E-Diff3 beinhaltet als auch die F1-Trac, die Magnetorheological Suspension (SCM) und, zum ersten Mal, den Ferrari Dynamic Enhancer. Was sich anhört wie Moto-Nerd-Speak, bringt den Pista auch extrem quer durch Kurven und über Kerbs – und zwar ohne dass dem ungeübten Fahrer dabei Angst und Bange wird.

Ach, und eins noch: Bei über 5000 Umdrehungen wird der Pista zum akustischen Ungetüm. Wobei man zugeben muss: zu einem sehr leichten, sehr rasanten und sehr sexy brüllenden Ungetüm.

(L'essentiel/Michael Köckritz)

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