Ford spielt Petrus

23. Mai 2018 21:07; Akt: 23.05.2018 21:07 Print

Schnee im Juli und Hitze an Weihnachten

Das neue Klimawindkanal-Testzentrum von Ford in Deutschland simuliert jedes Wetter zu jeder Zeit. Dafür haben die Kölner 70 Millionen Euro investiert.

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Die Luft flimmert wie in der Wüste, während es nur wenige Meter entfernt so kalt ist, dass man einen Schneemann bauen könnte, und nebenan tobt ein Hurrikan: 70 Millionen Euro hat sich Ford die Weather Factory, das neue Klimawindkanal-Testzentrum, kosten lassen. Es bietet den ersten automobilen Windkanal zur Simulation von Höhen bis zu 5200 Metern - das entspricht der Höhe des Basis-Camps auf der Mount-Everest-Nordseite -, und es ist das erste, das eine so breite Palette an unterschiedlichsten Wetterbedingungen unter einem Dach simuliert.

Minus 40 bis Plus 55 Grad

Die Anlage kann zwei Räume auf minus 40 C herunterkühlen und sie auf bis zu 55 C aufheizen sowie 95 Prozent Luftfeuchtigkeit erzeugen. «Technisch gesehen, ist die Anlage in Köln der zugleich heißeste, kälteste, nasseste und höchste Ort in Westeuropa», schreibt Ford. Die «Weather Factory» ermöglicht es den Ingenieuren, die Wetterlagen der ganzen Welt unter einem Dach zu simulieren. Auf der Fläche eines Fußballfeldes können Ingenieure die Fahrzeuge quasi auf Reisen rund um den Globus mitnehmen - zur sengend heißen Sahara, zur sibirischen Arktis oder in den drückend schwülen Dschungel von Costa Rica.

Ausfahrt «auf» den Mont-Blanc-Gipfel

Zu den möglichen Simulationen zählen aber auch Höhenlagen oberhalb des Mont-Blanc-Gipfels, Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h, Schnee, gleißendes Sonnenlicht sowie sintflutartiger Regen - und das alles per Knopfdruck. «Dank der großen Bandbreite an schonungslosen Tests können wir dafür sorgen, dass unsere Fahrzeuge mit jeder Klimazone zurechtkommen», bestätigt Joe Bakaj, Verantwortlicher für die Produktentwicklung bei Ford of Europe.

Bis zu zehn verschiedene Fahrzeuge können gleichzeitig in der Weather Factory getestet werden. Die Prüfung umfasst Komfort, Sicherheit und Langlebigkeit sowie die Leistung von Elektrik, Bremsen, Klimaanlage und Heizung. Zudem werden besondere Situationen wie Anhängebetrieb oder Verkehrsstau getestet. So analysieren die Ingenieure beispielsweise die Auswirkung von Starkwinden, prüfen die Regen- und Schneebeständigkeit und testen, wie schnell eine Frontscheibe bei unterschiedlichen Temperaturen auftaut.

(L'essentiel/lab)

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