Nimm das, Trump!

08. Februar 2018 17:00; Akt: 12.02.2018 07:54 Print

Schöne Grüße von der «Drecksloch»-​​Insel

Der US-Präsident soll Länder wie Sambia oder Haiti als Shitholes bezeichnet haben. Dort nutzt man die Aufmerksamkeit für clevere Werbung.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema

Während einer Sitzung im Oval Office soll US-Präsident Donald Trump Haiti, El Salvador und afrikanische Länder als «Shitholes», also frei übersetzt als Dreckslöcher, bezeichnet haben. Die betroffenen Staaten reagierten umgehend und forderten eine Entschuldigung.

Parallel dazu nutzten einige Werbefachleute die Gunst der Stunde und münzten Trumps unflätige Bemerkungen in knackige Slogans um. In Anlehnung an die US-Flagge schrieb zum Beispiel das sambische Verkehrsbüro: «Besuchen Sie das Drecksloch Sambia, wo die einzigen Sterne und Streifen, die Sie sehen, am Himmel und auf Zebras sind.»

«Botswana ist ein Wasserloch-Land», hieß es derweil aus dem für seinen Artenreichtum bekannten Land im Süden Afrikas. Dort nutzte man die Aufmerksamkeit mit dem Hashtag #mywaterholecountry gleich für eine kleine Social-Media-Kampagne.

Auch Airbnb-CEO Brian Chesky reagierte sofort auf Trumps Kommentar und pries diverse Traum-Unterkünfte in den vermeintlichen «Dreckslöchern» an.

In Haiti rief derweil Agenturinhaber Fabien Dodard eine Crowdfunding-Aktion ins Leben, um in Washington D.C. Plakate aufzuhängen, die die Schönheit seines Heimatlandes aufzeigen. Die Slogans dazu lauten: «Im Drecksloch-Land scheint immer die Sonne», «Unsere Drecksloch-Leute werden dich rühren» oder «Ein majestätisches Drecksloch wartet auf deinen Besuch».

Trumps Aussagen waren rufschädigend

So sehr verschiedene Bestrebungen darauf abzielen, Trumps Beleidigungen etwas Positives abzugewinnen: Manche Politiker gehen davon aus, dass der Imageschaden unvermeidbar ist. «Ich muss ehrlich sagen, dass diese Kommentare unserer Tourismusindustrie nicht geholfen haben», sagt der haitianische Präsident Jovenel Moise gegenüber ABC News. «Wir Haitianer sind stolz und arbeiten auf eine bessere Zukunft hin.» Der karibische Inselstaat ist gebeutelt von Naturkatastrophen, Armut und Kriminalität. Auch das EDA rät von Reisen in das Land ab.

In den Tourismus werden trotzdem große Hoffnungen gesetzt: In den letzten Jahren entstanden über 2000 neue Hotelzimmer. Erst im Dezember wurde ein neues Spa-Resort im Luxusbereich eröffnet. «Wir möchten die aktuelle Aufmerksamkeit nutzen, um zu zeigen, dass an Haiti nicht alles negativ ist», so Moise.

(L'essentiel/sei)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.