Stress, Diät, Sport

12. Oktober 2021 18:52; Akt: 12.10.2021 19:17 Print

Sieben Gründe für eine verspätete Periode

Du bist sicher nicht schwanger, wartest aber trotzdem seit einer gefühlten Ewigkeit auf deine Menstruation? Diese sieben Dinge können dahinterstecken.

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Eine verspätete Periode kann viele Gründe haben. (Bild: Pexels)

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Das Allerwichtigste zuerst: Es ist ganz normal, dass unser Zyklus ab und zu von der vermeintlich perfekten 28-Tage-Zeitspanne abweicht. Ein natürlicher Menstruationszyklus wird nämlich – wie ihr sicher wisst – von einem sehr komplexen Zusammenspiel der Hormone gesteuert, das vielen Einflüssen unterliegt.

Stellen wir uns den Zyklus wie eine akkurat getaktete Schweizer Uhr vor, sind unsere Hormone die fleißigen Helferchen, die das Uhrwerk und die Rädchen immer einwandfrei am Laufen halten. Kippen unsere Lebensumstände Sand ins Getriebe, läuft das Ganze nicht mehr ganz so geschmiert – und die Menstruation gerät aus ihrem intakten Rhythmus.

Bei 46 Prozent nach hinten verschoben

Das ist übrigens bei ganz schön vielen Frauen so: Eine Studie der Universität in Pittsburgh etwa hat gezeigt, dass sich der Zyklus bei 46 Prozent der Frauen regelmäßig um bis zu sieben Tage verschiebt.

Aber woran kann es liegen, wenn sich die Periode so lange Zeit lässt – obwohl du hundertpro nicht schwanger bist? Wir haben einige Gründe gesammelt.

Du hast zu viel Stress

Du hetzt ständig vom einen ins andere Meeting, mampfst deine Pasta hastig am Schreibtisch und rennst dann – zack – ab zum nächsten Termin? Gut möglich, dass das der Grund für deine verspätete Periode ist: Stress ist nämlich der Oberkiller eines eingegroovten Zyklus.

Schuld daran sind vor allem die berühmt-berüchtigten Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol, die in trubeligen Zeiten vermehrt ausgeschüttet werden. Gleichzeitig wird die Produktion von Östrogen und Testosteron gehemmt. Hält dieses Ungleichgewicht länger an, wirkt sich das auf den ganzen Körper, vor allem aber auf den Eisprung aus: Er verschiebt sich nach hinten oder findet – bei sehr großem hormonellen Chaos – gar nicht erst statt.

Du bist auf Diät

Es muss nicht nur der Stress bei der Arbeit sein: Auch eine strenge Diät, die den ganzen Organismus auf Sparflamme drosselt, bedeutet Stress für deinen Körper. Deutliche Gewichtsschwankungen (zwischen zehn und 20 Kilo) sind für den Erhalt eines regelmäßigen Zyklus übrigens auch nicht gerade förderlich – genauso wenig wie Unregelmäßigkeiten beim Essen. Auch sie bringen das feine Gleichgewicht unserer Hormone durcheinander, wie Forschende der Universität in São Paulo in einer Untersuchung herausgefunden haben.

Dein intensives Sporttraining strapaziert deinen Körper

Sporteln ist gesund, logo. Ein zu intensives Sportprogramm kann aber dafür sorgen, dass der Körper das Stresslevel, das durch die sportliche Aktivität in unseren Muskeln entsteht, nicht mehr abbauen kann. Auch der erhöhte Energiebedarf durchs Training darf nicht unterschätzt werden. Das haben Forschende aus Kanada in einer Untersuchung mit 28 Frauen gezeigt: Aufgeteilt in zwei Gruppen mussten die Teilnehmerinnen während zwei Monaten ein sehr intensives Jogging-Programm absolvieren. Gruppe 1 wurde mit einer größeren Energiezufuhr versorgt als Gruppe 2.

Am Ende des Versuchs hatten 75 Prozent der Frauen aus beiden Gruppen eine verzögerte Blutung. Bei der Gruppe, die weniger Kalorien zuführen durfte, war das sogar schon nach einem Monat der Fall. Daraus folgern die Forschenden, dass die Kombi aus einem dauerhaft zu intensiven Training und einer geringen Kalorienzufuhr die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann.

Du warst krank

Auch hartnäckige Erkältungen können dazu führen, dass deine Menstruation zu spät kommt. Wenn es dich in der Mitte deines Zyklus – also rund um den Eisprung – umhaut, ist eine Verschiebung von vier bis fünf Tagen durchaus möglich. Das liegt daran, dass dein Körper genug damit zu tun hat, die Bakterien oder Viren zu bekämpfen.

Du hast Schilddrüsenprobleme

Unsere Schilddrüse ist die Hauptdrüse unseres Stoffwechsels, die vor allem dafür zuständig ist, zwei für uns lebenswichtige Hormone zu bilden: Thyroxin und Trijodthyronin. Sie kümmern sich um wichtige Körperfunktionen und Organe und steuern unser seelisches Wohlbefinden, die Fruchtbarkeit und das Wachstum von Haaren, Haut und Nägeln.

Natürlich gehört auch der Menstruationszyklus zu ihrem Aufgabenbereich. Wenn junge Frauen ihre erste Periode sehr früh oder verhältnismäßig spät bekommen, kann das also bereits auf Schilddrüsenprobleme hindeuten. Aber auch mit zunehmendem Alter können kurze, seltene oder fehlende Regelblutungen auf eine Überfunktion hinweisen. Häufige, lange und schmerzhafte Perioden sind oft Anzeichen für eine Unterfunktion der Schilddrüse.

Du leidest an PCOS

Beim Polyzystischen Ovariensyndrom sind die Bläschen, in denen sich die Eizellen entwickeln, nicht ausgebildet und wegen eines Androgen-Überschusses oft nicht in der Lage, eine Eizelle freizusetzen – es kommt also nicht zum Eisprung. Bei jeder dritten Betroffenen führt das PCOS zu einer verspäteten, sehr unregelmäßigen Periode. Sie kann aber auch ganz ausbleiben. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Übergewicht und Diabetes gehören dazu. Behandelt man sie, kann auch das PCOS verschwinden. Allerdings gibt es auch Frauen ohne offensichtliche Ursache, die an PCOS leiden, und welche, bei denen es irgendwann auftritt und von alleine wieder verschwindet.


Du hast deine Verhütung umgestellt

Du hast vor wenigen Wochen die Pille abgesetzt? Dir wurde gerade eine Hormonspirale eingesetzt? Dann ist es völlig normal, falls der Zyklus einige Wochen oder Monate verrückt spielt. Dein Körper wird unter Umständen etwas Zeit benötigen, um sich an die neue hormonelle Zusammensetzung zu gewöhnen. Versuche dich deswegen nicht zu stressen. Denn wohin das führen kann, haben wir ja schon beim ersten Punkt erklärt.

(L'essentiel/Gina Buhl)

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