Aquaplaning

23. April 2018 15:48; Akt: 23.04.2018 15:54 Print

So kommen Sie im Auto sicher durch den Regen

Mit den hohen Temperaturen steigt auch die Gewittergefahr. Für Autofahrer heißt das: Vorsicht Aquaplaning! Wir haben Tipps, wie sie sicher durch den Regen kommen.

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Aquaplaning entsteht, wenn das Reifenprofil das Wasser auf der Straße nicht schnell genug ableiten kann. Um diese übermäßige Wasserverdrängung zu erkennen, setzt Continental auf Bilder der Surround-View-Kameras. (Bild: Blue Studios Gmbh)

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Bei heftigen Regenfällen steigt die Gefahr von Aquaplaning. Dieses tückische Phänomen ist nur schwer vorherzusehen. Bei starkem Regen wird darum empfohlen, sofort die Geschwindigkeit zu reduzieren. Dieser Rat gilt besonders, wenn die Reifen eine niedrige Profiltiefe aufweisen. Denn Assistenzsysteme wie ABS oder ESP helfen nur bedingt, da sie ohne Kontakt zur Fahrbahn nicht funktionieren.

Aquaplaning entsteht bei hohem Wasserstand, der zu einer Bugwelle vor den Reifen führt. Im Extremfall verlieren die Reifen in dieser Situation ganz den Kontakt zur Fahrbahn: Das Auto ist dann nicht mehr steuerbar.

Achtung, Rutschgefahr!

Ein akutes Warnzeichen für Aquaplaning ist ein sichtbarer Gischt- oder Wasserschwall an den Rädern vorausfahrender Fahrzeuge. Auch schwächer werdende Kräfte am Lenkrad, ein Eingreifen der Schlupfkontrolle oder – bei frontgetriebenen Fahrzeugen ohne Assistenzsystem – eine schwankende Motordrehzahl deuten auf eine Gefahr durch Aquaplaning hin.

Bei heckgetriebenen Fahrzeugen ist die Gefahr schwer erkennbar. Daher solltest man die Geschwindigkeit bei Starkregen sofort reduzieren. Als Faustregel gilt: Wird der Scheibenwischer auf der schnellsten Stufe genutzt, ist maximal Tempo 80 angesagt. Wer zudem das Radio leiser stellt, kann Änderungen bei der Drehzahl oder Wassergeräusche besser und schneller wahrnehmen.

Die wichtigsten Tipps bei Aquaplaning:

• Nicht in Panik verfallen

• Den Fuß vom Gaspedal nehmen

• Nicht bremsen oder beschleunigen

• Das Lenkrad gut festhalten und keine ruckartigen Bewegungen machen

Bald kommt ein Warnsystem

Der Autozulieferer Continental arbeitet derzeit an einem Warnsystem für Aquaplaning-Gefahr. Es soll auf Basis von Kamera- und Reifensensordaten drohendes Aquaplaning frühzeitig erkennen und die Fahrer rechtzeitig warnen, damit die ihre Geschwindigkeit anpassen können. Ein erster Serieneinsatz der in der Vorentwicklung befindlichen Technik ist aus Sicht des deutschen Unternehmens in einer nächsten Fahrzeuggeneration vorstellbar.

Um die übermäßige Wasserverdrängung beim Aquaplaning zu erkennen, setzt Continental auf Bilder der Surround-View-Kameras. Diese Weitwinkelkameras sind in den Seitenspiegeln sowie im Kühlergrill und im Heck eingebaut.

Algorithmen erkennen Spritz- und Sprühmuster

«Wenn viel Wasser auf der Straße ist, zeigen die Kamerabilder ein spezifisches Spritz- und Sprühmuster der Reifen», erläutert Bernd Hartmann, Projektleiter bei Continental in Frankfurt. «Dieses Muster nutzen unsere Algorithmen, um eine Aquaplaning-Gefahr zu identifizieren.» Hard- und Software des Aquaplaning-Warners entwickeln die Continental-Ingenieure in Frankfurt, Hannover und Toulouse.

Zusätzlich zu den Kameradaten plant Continental auch Informationen von den Reifen selbst zu nutzen, um das Aquaplaning-Risiko zu erkennen. Signale von Sensoren direkt in den Reifen werden dazu analysiert. Dabei wird das Signal des Beschleunigungssensors aus dem Reifen­informationssystem Etis nach einem spezifischen Signalmuster abgesucht. Da der Etis-Sensor auch das Restprofil des Pneus erkennt, lässt sich anhand dieser Daten eine sichere Geschwindigkeit für einen bestimmten nassen Fahrbahnzustand berechnen und an den Fahrer weiterleiten.

(L'essentiel/lab)

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