4 Jahre vor der Fussball-WM

18. Januar 2019 15:41; Akt: 18.01.2019 15:49 Print

So weit ist Katar mit dem Bau der WM-​​Stadien

Am 21. November 2022 wird die Fußball-WM in Katar angepfiffen. Wie weit ist Katar mit dem Bau der WM-Stadien?

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Die weltweite Aufregung war groß, als das rund 12.000 Quadratkilometer kleine Emirat Katar den Zuschlag für die Fußball-WM 2022 erhielt. Insbesondere, weil der Zeitpunkt der Weltmeisterschaft wegen der Temperaturen in die Monate November und Dezember verschoben wurde. Doch wie sieht die Entwicklung im Land aus? Wie weit ist man mit dem Bau der Infrastruktur? Und bestätigen sich die kulturellen Vorurteile gegenüber dem Wüstenstaat?

Stadien
Alles auf Kurs

Im Gegensatz zu den vergangenen Austragungsorten muss man sich in Katar keinerlei Sorgen machen, dass die Stadien nicht rechtzeitig fertig werden. Von den acht Spielstätten werden sieben neu gebaut, die Arbeiten sind auf Kurs. Einige der Neubauten stehen gar schon kurz vor dem Abschluss.

Für scharfe Kritik sorgten die «menschenunwürdigen» Arbeitsbedingungen auf den Baustellen der Stadien. Beim Ausbau der Infrastruktur würden in Katar tausende Arbeitsmigranten aus Bangladesch, Indien oder Nepal ausgebeutet, sagt etwa Amnesty International. Angesprochen auf diese Vorwürfe, heißt es bei den Einheimischen: «Die Arbeiter erhalten einen Lohn, mit dem sie in ihrer Heimat beispielsweise ein Haus für die Familie bauen können. Außerdem erhalten sie eine Unterkunft und Verpflegung.»

ÖV
Für Fußball-Fans

Ebenfalls kurz vor Abschluss steht die erste Phase der neuen Doha Metro. Das Multi-Milliarden-Projekt verbessert nicht nur den öffentlichen Verkehr in der Hauptstadt Doha. Fußballfans werden mit der neuen Metro sieben der acht Stadien erreichen – und dies, obwohl nur vier Stadien in der Hauptstadt selbst liegen.

Hotel-Boom
Regulierte Preise

Auch in der Hotellerie tut sich hinsichtlich der Fußball-WM viel. Mehrere Dutzend Hotels in unterschiedlichen Preisklassen sind in der Bauphase oder bereits fertiggebaut. Glaubt man den Insidern vor Ort, wird die Regierung die Preise für alle Hotels während der WM festlegen, damit die Fußballfans keine überrissenen Preise zahlen müssen. Die Fifa soll ihr Quartier bereits im Four Seasons, einem der luxuriösesten Hotels in Doha, gebucht haben.

Sicherheit
Kaum Kriminalität

Katar gilt als sicher und das fühlt sich auch so an. Kriminalität ist laut den Einheimischen so gut wie inexistent. Besonders dabei: Man sieht kaum Polizisten. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) schreibt in seinem Reisehinweis für Katar aber, dass man unbekannten Geschäftspartnern nicht blind vertrauen sollte und dass für Frauen Zurückhaltung gegenüber Männern angebracht sei.

Kultur
Gute Gastgeber

Beim Besuch in Doha zeigen sich die Kataris als gute Gastgeber, freundlich und offen gegenüber der westlichen Kultur. Zudem sprechen alle perfekt Englisch. «Einheimische haben teilweise strenge Regeln im Vergleich zum Westen – Touristen haben hier aber viele Freiheiten und wir haben dafür Verständnis, wenn es mal zu einem Fehltritt kommt oder man die Regeln nicht versteht», sagt ein Einheimischer bei unserem Besuch.

Schließlich seien die Kataris mit zwölf Prozent der Bevölkerung in der Unterzahl und man wolle in den kommenden Jahren noch viel mehr Expats nach Katar locken. «Da ist es selbstverständlich, dass wir uns auch öffnen müssen.» Ganz so offen ist man aber dann doch nicht. Homosexualität ist in Katar beispielsweise weiterhin strafbar. Und bei Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz muss schon bei geringsten Mengen mit langjährigen Haftstrafen gerechnet werden.

Alkohol
Spezielle Zonen

Glaubt man den Einheimischen, plant die Regierung Katars während der Fußball-WM mehrere Fanzonen, wo das Konsumieren von Alkohol gar in der Öffentlichkeit erlaubt sein soll. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das kaum vorstellbar: Möchte man ein Glas Wein oder ein Bier trinken, gibt es das ausschließlich in Hotelbars und -restaurants im neuen Teil von Doha. In der Altstadt wird auch in den Hotels keinerlei Alkohol ausgeschenkt. Außerdem wurde Anfang 2019 bekannt, dass Katar eine sogenannte Sündensteuer eingeführt hat. Dabei wurden Preise für alkoholische Getränke bis zu 100 Prozent erhöht.

(L'essentiel/wed)

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