Mit Sicht auf Vulkan

27. Januar 2017 07:00; Akt: 26.01.2017 19:07 Print

Über dem Abgrund schaukeln

Nur für Adrenalin-Junkies: Wer auf dieser Schaukel sitzt, der kann tief fallen. Doch das Risiko wird mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt.

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In den vergangenen Jahren hat Carlos Sánchez, ein Freiwilliger des Military Geographical Insititute, zusammen mit einer Gruppe Vulkanologen die Aktivitäten des Tungurahua-Vulkans in Ecuador beobachtet. Aber nicht einfach vom Boden aus: Die beste Sicht auf den Vulkan gibt es von der Schaukel am Baumhaus.

Der schönste Arbeitsplatz der Welt

Von diesem Punkt aus observiert Sánchez den Vulkan, der rund 1,5 Kilometer entfernt ist. Er ist mit einem Funkgerät ausgerüstet, mit dem er im Notfall die Behörden warnen könnte – die müssen dann die Stadt Baños evakuieren, die acht Kilometer entfernt am Fuße des Vulkans liegt.

So schön der Platz auch ist: Allein auf so einem Berg kann es ganz schön langweilig werden. Die Vulkanologen sind nicht ständig vor Ort, darum setzt Sánchez auch auf seine Familie: Sie kommt ihn an den Wochenenden regelmäßig besuchen.

Aussichtsplattform und Unterhaltung zugleich

Für seine Familie baute Sánchez auch ursprünglich die Schaukel. Aber nicht einfach eine schnöde Schaukel über dem Boden: Seine ist so konstruiert, dass man beim Schwingen über den Abhang des Berges fliegt. «Wir sind Adrenalin-Junkies», sagt Sánchez in einem Youtube-Video und lacht.

Seine Familie postete Fotos, die Bilder gingen viral, und plötzlich war Sánchez' ruhiger Aussichtspunkt von Touristen überflutet, womit Sánchez nicht wirklich glücklich ist: «Mir fehlt die Zeit, als es hier richtig ruhig war und ich mit meinen drei Töchtern hier war. Es gab auch mehr Vögel vorher.»

Touristen sind auch ein Segen

Mit der Verpflegung und Unterbringung der Touristen konnte Sánchez' Familie schließlich auch Geld verdienen – Geld, das der armen Familie aus Ecuador viele Türen geöffnet hat. «Wir waren nicht reich. Jetzt können wir uns eine gute Ausbildung für die Kinder leisten», sagt Sánchez Schwiegertochter Malen Caicedo.

Das Baumhaus mit der Schaukel ist auf der ganzen Welt bekannt. Im Gästebuch, in dem sich die Besucher verewigen können, sind dutzende Sprachen vertreten – es ist bereits das zehnte solche Buch.

Mit den Touristen kam die Sicherheit

An einem wolkenlosen Tag kann man von der Schaukel aus einen klaren Blick auf den Tungurahua werfen. Der Name bedeutet «Feuerschlund» in Quechua, der alten Sprache der Anden. Die Schaukel hat von den Medien verschiedene Namen bekommen: «Die Schaukel am Ende der Welt», aber auch «Die Schaukel des Todes».

Ursprünglich gab es nur eine Schaukel, die einfach an einem Ast befestigt war. Aus Sicherheitsgründen wurde der Ast mit einem Stahlträger verstärkt, und es gibt jetzt einen rudimentären Anschnallgurt – und eine zweite Schaukel.

(L'essentiel)

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