In Kolumbien

03. Juli 2018 19:30; Akt: 03.07.2018 19:36 Print

Weltgrößter Tropenwald-​​Nationalpark gegründet

Kolumbien hat den größten Tropen-Nationalpark der Welt geschaffen. Indigene Völker sollen das Gebiet und dort angesiedelte bedrohte Arten schützen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Berge, Savanne, Regenwald: Die kolumbianische Regierung hat im Süden des Landes den größten Tropenwald-Nationalpark der Welt geschaffen. Präsident Juan Manuel Santos erweiterte den Nationalpark Serranía de Chiribiquete am Montag um 1,5 Millionen Hektar. Mit einer Gesamtfläche von 4,3 Millionen Hektar ist das Schutzgebiet nun größer als die Niederlande.

«Das ist vielleicht der wichtigste Ort der Artenvielfalt auf der Welt. Deshalb haben wir alles getan, um ein noch größeres Territorium unter Schutz zu stellen. Die Bedeutung dieses Ortes verpflichtet uns dazu, ambitioniert zu sein», sagte Santos.

Unesco-Welterbe

Bereits am Wochenende war der Nationalpark von der Unesco zum Welterbe erklärt worden. Das riesige Gebiet beherbergt sowohl archäologische Schätze als auch eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Den indigenen Völkern ist die Region als «Haus des Jaguars» heilig.

An den Tafelbergen sind über 75.000 Wandmalereien zu sehen, einige davon über 20.000 Jahre alt. Sie zeigen Jagd-, Kriegs- und Tanzszenen. Für die indigenen Völker der Uitoto, Carib und Arawak ist Chiribiquete «das Ufer, an dem die Welt beginnt und endet».

Heimat des Jaguar

Präsident Santos sagte: «Wir übergeben den Indigenen die Schlüssel zu dem Park, damit sie ihn schützen mögen. Die indigenen Gemeinschaften sind die besten Verteidiger von Mutter Erde, der Wälder und des Wassers.»

Zudem verbindet der Nationalpark mit der Orinoco-Savanne, den Anden, dem Bergland von Guayana und dem Amazonas vier ganz unterschiedliche Ökosysteme. Der Naturpark mit seinen bis zu 900 Meter hohen Felsplateaus ist Heimat von gefährdeten Arten wie Jaguar, Rosa-Flussdelfin und Tapir.

Illegale Abholzung

Der einzigartige Lebensraum wird vor allem vom illegalen Holzeinschlag gefährdet. Nachdem die linke Guerillaorganisation Farc vor einem Jahr die Waffen niederlegte, gibt es in der abgeschiedenen Region keine Ordnungsmacht mehr. «Die Abholzung ist außer Kontrolle, weil es keinen bewaffneten Akteur mehr gibt, der über Autorität verfügt, und der Staat sich schwer tut, angemessen Präsenz zu zeigen», sagte Harold Ospino von der Umweltschutzstiftung FCDS. Abtrünnige Splittergruppen der Farc sollen nun in die illegale Abholzung verwickelt sein.

Die Umweltschutzorganisation WWF hofft, dass die Erweiterung des Nationalparks die Entwaldung stoppen kann. «Die Vergrößerung von Chiribiquete ist ein Meilenstein für den Erhalt des Amazonas und von globaler Bedeutung für den Waldschutz», sagte Südamerika-Referent Roberto Maldonado.

(L'essentiel/fee/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.