Cerro Gordo

28. Juni 2018 19:17; Akt: 28.06.2018 19:47 Print

Wer will eine Geisterstadt für 925.000 Dollar?

Mord, Totschlag und Silber: Die einstige Minenstadt Cerro Gordo mit bewegter Geschichte steht zum Verkauf.

Die Geisterstadt Cerro Gordo ist auf dem Markt – und sie könnte für weniger als eine Million Euro Ihnen gehören.

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Geisterstädte haben eine seltsame Anziehungskraft: Dunkelheit, Tod und Verfall faszinieren. So ist es auch bei der ehemaligen Minen-Stadt Cerro Gordo in Kalifornien nicht anders. Bloss: Sie steht zurzeit für 925.000 Dollar zum Verkauf.

121 Hektar Land

Für etwas weniger als eine Million Dollar erhält der Käufer tatsächlich die ganze Geisterstadt, inklusive 121 Hektar (1,2 Quadratkilometer) Land in den Inyo Mountains, einer Bergkette in Kalifornien. Cerro Gordo hat zudem ein Hotel, einen Saloon und eine Kirche.

Natürlich stehen auch die Häuser der Mineure, die hier im 19. Jahrhundert nach Silber und Blei gruben, teilweise noch. Damals war Cerro Gordo ein gefährliches Pflaster: Es gab im Schnitt etwa einen Mord pro Woche, regelmäßig Bar-Schlägereien und Geschichten von verschwundenen Prostituierten.

Für Geisterjäger

Cerro Gordo befindet sich seit Jahrzehnten im Privatbesitz, die Besitzer bieten Führungen an. Die Besitzerfamilie kümmert sich auch um das Geisterdorf, es ist merklich weniger verfallen als andere verlassene Orte und wurde von Vandalen und Dieben verschont. Ein Teil der Gebäude wurde sogar restauriert.

Übrigens: Cerro Gordo hat seinen Namen von den Mexikanern, die hier ebenfalls bereits nach Silber suchten. Cerro Gordo bedeutet «fetter Berg». Aber erst 1868 begann der Unternehmer Mortimer Belshaw, hier eine Mine zu betreiben.

Das Ende von Cerro Gordo

In den 1880ern verlor Silber viel Wert und ein großes Feuer traf Cerro Gordo hart. Die einst für eine kurze Zeit ertragreichste Mine Kaliforniens stellte den Betrieb ein. 1905 kaufte die Great Western Ore Purchasing and Reduction Company die Geisterstadt und nahm den Betrieb wieder auf.

Gefördert wurde vor allem Silber, das während der ersten Blütezeit als zu unrein deklariert worden war. Mit neuen Methoden konnte aber auch dieses Silber verarbeitet werden. 1920 arbeiteten nur noch zehn Männer in Cerro Gordo, kurz darauf wurde die Mine endgültig geschlossen.

Die Führungen durch das Dorf werden bis zum Verkauf weitergeführt und das ganze eingenommene Geld in Renovationen und Unterhalt investiert.

(L'essentiel/Meret Steiger)

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