Eklig oder lustig?

10. Juni 2012 16:53; Akt: 10.06.2012 17:06 Print

Diese Werbung geht durch die Hose

Mit einer ungewöhnlichen Werbekampagne hat das britische Modehaus Harvey Nichols nicht nur den Models, sondern auch seinen Kunden ans Bein gepinkelt.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen

Trotz permanentem Gejammere über die unrealistisch perfekten Models in der Werbung, gewisse Leute scheinen es gar nicht anders haben zu wollen. Neustes Beispiel ist die Kampagne der englischen Modekette Harvey Nichols. Die Models auf deren Plakaten freuen sich scheinbar dermaßen auf den Schlussverkauf, dass ihre Körperkontrollmechanismen nicht so funktionierten wie sie sollten - hübsch ausgedrückt. Direkt gesprochen: Sie haben sich in die Hosen gepinkelt. «Versuche deine Aufregung in Grenzen zu halten», so der Slogan dazu. Die Broschüren wurden an tausende Haushalte in ganz England geschickt.

Beschreibungen reichten von «widerlich» bis «krass»

Der Shitstorm ließ laut der «Daily Mail» nicht lange auf sich warten. Dutzende äußerten sich auf Twitter, die Beschreibungen reichten von «widerlich», über «nicht lustig» bis «krass». Das Unternehmen sah sich zu einer Erklärung gezwungen: «Wir versuchten unseren Sonderverkauf auf eine ironische Art zu promoten und die Aufregung unbeschwert und lustig darzustellen.»

Die Aufmerksamkeit ist ihnen gewiss

Nicht zum ersten Mal erzürnt man sich im Königreich über die Werbung von Harvey Nichols. Ein TV-Spot zeigte im letzten Dezember Frauen, die «am Tag danach» den «Walk of Shame» antreten mussten, die Strecke vom One-Night-Stand nach Hause. Ihr Outfit war dabei mehr als verräterisch: Enge, zu kurze Kleider, unbequeme High-Heels, die die Damen zwangen, barfuss zu gehen - die Spuren der vergangenen Nacht. Die Werbung wurde als sexistisch kritisiert, die Darstellung der Frauen sei beleidigend.

Ob angemessen oder nicht, eins muss man Harvey Nichols lassen: PR machen können sie.

(L’essentiel Online / hüt)