Gemeindewahl

08. Oktober 2017 19:08; Akt: 09.10.2017 11:00 Print

Polfer verteidigt Platz eins, CSV holt kräftig auf

LUXEMBURG-STADT – Bislang bilden DP und Déi Gréng in der Hauptstadt eine Zweierkoalition. Doch Lydie Polfer könnte sich vielleicht nach einem neuen Partner umsehen.

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Regieren bislang zu zweit: Sam Tanson (Déi Gréng) und Bügermeisterin Lydie Polfer (DP). (Bild: Editpress)

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Erst am späten Sonntagabend ergab sich ein konkretes Bild vom Ergebnis in der Hauptstadt. Die DP behält ihren ersten Platz und kommt auf 30 Prozent. Bürgermeisterin Lydie Polfer wird sich aber vielleicht nach einem neuen Koalitionspartner umsehen: Déi Gréng behalten zwar ihre fünf Mandate, stagnieren jedoch auf Platz drei.

Sieger des Abends ist die CSV mit ihrem jungen Spitzenkandidaten Serge Wilmes: Die Christsozialen kommen auf 25,3 Prozent und verfügen nunmehr über sieben Sitze. Nun winkt der CSV sogar eine Regierungsbeteiligung am Knuedler. «Das ist ein deutlicher Sieg für uns», sagte Wilmes. «Die Wähler haben uns einen klaren Auftrag gegeben und wir werden diesen annehmen. Es wird kein Weg an der CSV in Luxemburg-Stadt vorbeiführen.»

«Ich bin immens traurig»

Einen Absturz erlebten die Stater Sozialisten: Die LSAP mit den Spitzenkandidaten Marc Angel und Cathy Fayot erreichte nur 11 Prozent der Stimmen und schickt nur noch drei (statt bisher vier) Vertreter in den Gemeinderat. «Ich bin immens traurig. Es gibt nicht viel mehr zu sagen», erklärte Angel. Für die ADR zieht Roy Reding ins Rathaus ein. Déi Lénk stellen mit David Wagner und Joël Delvaux weiterhin zwei Gemeinderäte.

Lange Gesichter gab es am Sonntag bei den Grünen. Die Öko-Partei stagniert im Vergleich zur letzten Gemeindewahlen und könnte nun ein böses Erwachen in der Opposition erleben. Noch während die Auszählung am Sonntagabend lief, fanden in der Parteizentrale Krisengespräche statt. Für den Spitzenkandidaten François Benoy gibt es aber keinen Anlass, in Panik zu verfallen: «Die Wähler haben zum Ausdruck gebracht, dass sie eine ökologische Politik in der Hauptstadt wollen. Die aktuelle Koalition hat noch immer eine Mehrheit, wenn auch eine kleine.» Die Bürgermeisterin ließ am Sonntag noch keine eindeutige Präferenz erkennen. «Ich bin bereit, mit allen zu diskutieren. Man muss dem Resultat der CSV Rechnung tragen, aber sich auch auf ein Regierungsprogramm einigen», sagte Polfer.

Mit 14 Mandaten (von 27, Anm.) hinge Blau-Grün an einem seidenen Faden. Komfortabler wäre eine DP-CSV-Koalition mit 16 Mandaten. Diese könnte auch ein Testlauf für eine mögliche Zusammenarbeit auf nationaler Ebene nach den Chamber-Wahlen 2018 sein. Die Antwort fällt in einem Jahr.

Endergebnis Luxemburg-Stadt DP (30,04 Prozent, neun Mandate) CSV (25,03 Prozent, sieben Mandate) Déi Gréng (19,26 Prozent, fünf Mandate) LSAP (11,09 Prozent, fünf Mandate) Déi Lénk (6,79 Prozent, zwei Mandate) ADR (4,4 Prozent, ein Mandat) KPL (0,84 Prozent) Piraten (2,64 Prozent)

Die Reaktion von Serge Wilmes:

Die Reaktion von Bürgermeisterin Lydie Polfer:

Die Reaktion von Premierminister Xavier Bettel:

Alle Resultate der Kommunalwahlen

(Patrick Théry/L'essentiel)

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