Fahndungsliste

29. Januar 2016 11:50; Akt: 04.02.2016 13:47 Print

Luxemburgs zwei meistgesuchte Kriminelle

LUXEMBURG - Sie sind auf der Flucht und brandgefährlich: Eine neue europäische Fahndungs-Website soll Ermittlern entscheidende Hinweise zu flüchtigen Schwerverbrechern liefern.

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In einer Reihe mit Abdeslam: Die beiden Schwerverbrecher Izet Ajdinovic (3.v. l.) und Jean Marc Sirichai Kiesch (2.v.l.) sind seit Jahren auf der Flucht.

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Das Europäische Zielfahndungsnetzwerk Enfast hat zusammen mit Europol eine neue Website über die meistgesuchten Verbrecher in Europa veröffentlicht. Das Netzwerk, das Polizeibeamte aus allen 28 EU-Mitgliedsländern vereint, erhofft sich dadurch mehr Hinweise aus der Bevölkerung über die geflohenen Schwerkriminellen. Auch zwei Täter mit Verbindung nach Luxemburg befinden sich auf der «Most Wanted»-Liste.

Bei dem ersten handelt es sich um einen Mann namens Jean Marc Sirichai Kiesch. Der 34-jährige Luxemburger mit asiatischen Wurzeln wurde im Jahr 2000 wegen Mordes und schwerer Körperverletzung zu 20 Jahren Haft verurteilt, die nach fünf Jahren zur Bewährung unter Auflagen ausgesetzt wurden. Kiesch hatte am 5. Januar 1999 – einen Tag vor seinem 18. Geburtstag – eine ältere Dame in ihrem Haus in Befort ausgeraubt und erschlagen. Er erbeutete dabei etwa 5000 Franken (zirka 125 Euro). Um die Tat zu vertuschen, wollte er anschließend das Haus der Frau in Brand stecken, was aber misslang. 2004 wurde ihm wegen guter Führung Hafturlaub gewährt – am 30. Oktober 2004 sollte er aber wieder ins Gefängnis zurückkehren. Stattdessen machte er sich aber aus dem Staub. Kiesch ist seither nicht wieder aufgetaucht. Das Foto von ihm auf der Europol-Website ist über 20 Jahre alt.

Mitglied der «Homejacking-Bande»

Der zweite Flüchtige ist der serbische Staatsbürger Izet Ajdinovic. Der 34-Jährige soll am 6. März 2013 gemeinsam mit drei weiteren Tätern einen bewaffneten Raubüberfall auf eine Familie in Luxemburg-Belair verübt haben. Die bewaffnete «Homejacking-Bande» soll dem Hausbesitzer, einem libanesischen Gastronomen, und seiner Frau nachts aufgelauert und den Mann unter Androhung von Waffengewalt gezwungen haben, den Safe zu öffnen. Danach fesselten sie ihn mit Handschellen an ein Sportgerät im Erdgeschoss. Die Beute waren 8.500 Euro, eine Browning-Pistole sowie zwei Luxusuhren, Handys und i-Pads. Ajdinovic ist danach untergetaucht. Seine drei Komplizen und drei weitere Beschuldigte wurden mittlerweile zu langen Haftstrafen in Luxemburg verurteilt, allerdings gingen drei davon in Berufung. Eine endgültige Justiz-Entscheidung in dem Fall soll im Februar fallen.

Neben Mördern, Drogenhändlern, Geldfälschern und Vergewaltigern finden sich auch Terroristen wie Salah Abdeslam und Mohamed Abrini auf der Fahndungsliste wieder. Beide sollen an den Pariser Anschlägen vom November 2015 mit 130 Toten beteiligt gewesen sein.

Mehr Informationen auf den Websites www.eumostwanted.eu und www.police.public.lu

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

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  • xy xy am 02.02.2016 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Izet ist in Serbien

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