Recht in Luxemburg

19. Januar 2017 07:06; Akt: 23.01.2017 11:21 Print

Luxemburgs Bauarbeiter trotzen der Eiseskälte

LUXEMBURG – Ab welchen Temperaturen wird eine Baustelle zum Schutz der Arbeiter gestoppt? Gesetzlich geregelt ist das nicht. Die Entscheidung treffen die Unternehmen.

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Seit Anfang der Woche liegen die morgendlichen Temperaturen bei minus zehn Grad. Im Laufe des Tages scheint zwar die Sonne, aber das Thermometer bleibt beharrlich unter dem Gefrierpunkt. Trotzdem waren die Arbeiter auf der Baustelle Royal Hamilius in Luxemburg-Stadt am Dienstag fleißig am arbeiten. Genauso erging es ihren Kollegen, die am Mittwoch in Differdingen in ihren Tag starteten. «Ich bin gut gegen die Kälte ausgerüstet», erklärt José, der mit einer Säge hantiert. Marcus, der mit Mütze und Handschuhen bewaffnet in luftiger Höhe Stromkabel ummantelt, hat ebenfalls kein Problem mit den frostigen Temperaturen. Sie arbeiten, weil ihr Arbeitgeber so entschieden hat.

In Luxemburg gibt es kein Gesetz, das darüber entscheidet, ab wann es zu kalt oder zu heiß für Bauarbeiten im Freien ist. Die Entscheidung liegt bei den Arbeitgebern. Sie können ihre Angestellten nach eigenem Ermessen nach Hause schicken. «Unsere Firma richtet sich nach der Gesundheit der Arbeiter und der Qualität der Arbeiten. Betonarbeiten sind bei Minusgraden zum Beispiel unmöglich», erklärt Christian Thiry, Verantwortlicher bei Karp Kneip. Die Firma beschäftigt 500 Bauarbeiter.

«Gute Regelung»

Eine Baustelle still zu legen birgt «immer eine großes finanzielles Risiko für die Firma». Die ersten beiden Tage eines Baustopps zahlt die Firma, danach übernimmt der Beschäftigungsfonds 80 Prozent des Stundensatzes. 9,3 Millionen Euro wurden so 2015 für wetterbedingte und weitere unbeabsichtigte Baustopps gezahlt. Im Jahr davor waren es 2,8 Millionen Euro, 24 Millionen Euro im Jahr 2013. «Wir wissen, dass einige Arbeitgeber sich scheuen davon Gebrauch zu machen, aber normalerweise gibt es keine Probleme. Die Regelung ist gut angepasst», stellt Jean-Luc De Matteis fest, der Zentralsekretär der Gewerkschaft OGBL.

«Es ist eine gute Sache diese Entscheidung den Unternehmen zu überlassen, man kann das nicht verallgemeinern und eine Mindesttemperatur festlegt. Es muss von Fall zu Fall entschieden werden: Wo liegt die Baustelle? Welche Arbeiten sind zu erledigen?», sagt Christian Thiry, der eine seiner Baustellen drei Wochen lang stilllegte. «Eine Gesetzesänderung ist nicht vorgesehen, es handelt sich um ein spezifischen und kurzzeitiges Problem», erklärt das Arbeitsministerium und erinnert daran das der Winter-Kollektivurlaub nicht nur für die Feiertage da ist, sondern auch wegen der Kälte.

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • u.krebs am 19.01.2017 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ich mich frage? Da werden alle Baustellen bei schönstem Wetter im Sommer geschlossen und es passiert nichts, aber im Winter ❄️ müssen Millionen dafür gezahlt werden. Völlig Absurd. Das ist meiner bescheidenen Meinung nach nicht gerade Zeitgemäß im 21. Jahrhundert. Selbst wenn der überwiegende Teil aus Portugal

Die neusten Leser-Kommentare

  • u.krebs am 19.01.2017 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ich mich frage? Da werden alle Baustellen bei schönstem Wetter im Sommer geschlossen und es passiert nichts, aber im Winter ❄️ müssen Millionen dafür gezahlt werden. Völlig Absurd. Das ist meiner bescheidenen Meinung nach nicht gerade Zeitgemäß im 21. Jahrhundert. Selbst wenn der überwiegende Teil aus Portugal