Prognose bis 2043

02. Dezember 2016 13:37; Akt: 02.12.2016 15:41 Print

Bricht Luxemburgs Renten-​​System zusammen?

LUXEMBURG - Die «Rentenmauer» naht: Sozialminister Romain Schneider stellte am Freitag eine beunruhigende Analyse über die Zukunft der nationalen Rentenversicherung vor.

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«Die Finanzen der Rentenversicherung sind gesund», sagt Minister Romain Schneider (im Bild mit IGSS-Direktor Thomas Dominique). Doch wie lange noch? (Bild: Editpress/Hervé Montaigu)

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Während in Ländern wie Spanien und Griechenland die staatlichen Pensionskassen bereits leer sind, befindet sich Luxemburg in einer sehr komfortablen Situation – noch. Das öffentliche Rentensystem verfügt zwar über eine prall gefüllte Reserve von 16,5 Milliarden Euro – doch in nicht allzu ferner Zukunft wird dieser «Notgroschen» aufgebraucht sein. «Die Renten sind bis zum Jahr 2040 gesichert», betont der Minister für Soziale Sicherheit, Romain Schneider (LSAP). Und danach?

Schneider legte am Freitag den neuen Rentenbericht der Generalinspektion der Sozialversicherungen (IGSS) vor. Ursprünglich war dessen Veröffentlichung erst für 2017 vorgesehen, die Regierung ordnete jedoch an, die Analyse um ein Jahr vorzuziehen. Blickt man in das umfangreiche Zahlenwerk, zeigen sich beunruhigende Prognosen: Bereits 2023, also in sieben Jahren, wird die Rentenkasse erstmals wieder mehr ausgeben als sie einnimmt. Auch das Beschäftigungswachstum in Luxemburg verliert laut Berechnungen der IGSS in den kommenden Jahren immer mehr an Fahrt.

«Druck auf unser Rentensystem nimmt zu»

Treffen die Annahmen zu, dann müssen im Jahr 2060 im dann 1,1 Millionen-Einwohner-Staat Luxemburg 100 Beschäftigte für 60 Rentner aufkommen. 2015 lag das Verhältnis noch bei 100:40. «Der Druck auf unser Rentensystem nimmt zu», sagt der Direktor der IGSS, Thomas Dominique. «Die Rentenmauer ist aufgrund der demografischen Entwicklung eine Realität.» Derzeit zahlt der Staat an 170.000 Menschen im In- und Ausland Renten im allgemeinen System aus, 2030 werden es bereits 270.000 Bezieher sein, 2060 dann 490.000. Wenn die Prognose der IGSS zutrifft, dann schmilzt die heutige Rentenreserve bis spätestens 2043 von heute 16,5 Milliarden Euro auf null Euro zusammen.

Schneider sagt dazu: «Es wäre unverantwortlich, wenn wir jetzt nicht handeln, auch im Interesse der heutigen jungen Generation.» Der Minister trägt den Rentenbericht nun in eine Arbeitsgruppe, in der die Berufskammern sowie Vertreter mehrerer Ministerien über mögliche Reformen diskutieren sollen. Anfang 2017 soll sich die zuständige Chamber-Kommission mit dem Papier befassen. «Mit der Rentenreform von 2012 konnten auf verträgliche Weise Kosten eingespart werden», sagt Schneider. Doch weitere Anpassungen erscheinen in den nächsten Jahren notwendig. Der Sozialminister stellte in Aussicht, dass Anfang 2017 eine Reform des Zusatzpensionsregimes, der zweiten Säule der Rentenversicherung, vorgestellt werde.

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Letzebuerger am 02.12.2016 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Manche Rentenbeträge pro Monat pro Person sind übertrieben. Wir benötigen eine Lösung oder Berechnung wieviel jemand pro Monat sozial braucht . Könnte man nicht vereinbaren für einen Netto Betrag pro Monat ( also Höchstbetrag ) ungefähr 4500 Euros netto.

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  • zukünftiger Rentner am 03.12.2016 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Was 2040 sein wird, kann heute niemand wissen. Prognosen über einen so langen Zeitraum sind unseriös.

Die neusten Leser-Kommentare

  • zukünftiger Rentner am 03.12.2016 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Was 2040 sein wird, kann heute niemand wissen. Prognosen über einen so langen Zeitraum sind unseriös.

  • Letzebuerger am 02.12.2016 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Manche Rentenbeträge pro Monat pro Person sind übertrieben. Wir benötigen eine Lösung oder Berechnung wieviel jemand pro Monat sozial braucht . Könnte man nicht vereinbaren für einen Netto Betrag pro Monat ( also Höchstbetrag ) ungefähr 4500 Euros netto.

    • El Chico am 02.12.2016 17:41 Report Diesen Beitrag melden

      Ok, mit 4500€ lässt es sich an der Costa del Sol gut leben. Hasta la vista.

    • K1000 am 02.12.2016 19:17 Report Diesen Beitrag melden

      Vollkommen richtig. Doch ich höre jetzt schon die Schreie der raffgierigen. Von den Pfaffen ganz zu schweigen.

    • Sandra am 03.12.2016 17:47 Report Diesen Beitrag melden

      Wéi wier et da mol matt spueren. Siehe Mario Barth deckt auf. RTL. Dat seet alles.

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