Wohnen in Luxemburg

06. Juli 2020 10:31; Akt: 06.07.2020 11:06 Print

«12-​​Quadratmeter-​​Zimmer für 770 Euro – verrückt!»

LUXEMBURG-STADT – In der Hauptstadt schlägt die Opposition vor, die Grundsteuer auf brachliegendes Bauland mit dem Faktor 30 zu multiplizieren – um neuen Wohnraum zu schaffen.

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Die Opposition will mit ihrem «bewusst radikalen» den Wohnungsmarkt in der Hauptstadt entspannen. (Bild: Editpress/François Aussems)

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In Diekirch, Echternach, Hesperingen und Bettemburg wurde es bereits beschlossen: Die Gemeinden haben die Grundsteuer erhöht, damit die Eigentümer Bauland nicht brachliegen lassen, sondern bebauen und damit für den Wohnungsmarkt erschließen. Am Montag reichte die Opposition im Luxemburger Stadtrat einen ähnlichen Antrag ein.

«Einige Gemeinden haben ihre Grundsteuer auf diese Art verdoppelt oder sogar verdreifacht», argumentieren Tom Krieps (LSAP), Guy Foetz (Déi Lénk) und François Benoy (Déi Gréng). Sie schlagen vor, den derzeitigen Steuersatz mit ab dem 1. Januar 2021 mit dem Faktor 30 zu multiplizieren. Konkret bedeutet die Maßnahme, dass ein Eigentümer , der bislang für ein unbebautes Grundstück 190 Euro jährlich an die Gemeinde abführen musste, ab 2021 satte 5700 Euro bezahlen muss.

« Es werden sofort 117 Hektar frei »

Ein bewusst radikaler Vorschlag, der «die Diskussion eröffnet und ein Signal setzen soll», wie Benoy sagt. Laut den drei Stadträten, die sich auf eine Analyse des Forschungsinstituts Liser stützen, würden durch die Steuererhöhung «im Stadtgebiet 117 Hektar Land sofort zur Bebauung frei». Aber «sie liegen seit Jahrzehnten brach, unter anderem weil viele ihrer Eigentümer angesichts der extrem niedrigen Grundsteuern keinen Sinn darin sehen, sie auf den Markt zu bringen und lieber darauf warten, dass die Preise weiter steigen», so Benoy weiter.

Weil die Opposition einen «dramatischen Wohnungsmangel in der Hauptstadt» sieht, bestehe die «dringende Notwendigkeit den Wohnungsbau in Gang zu bringen». Diese steuerliche Schockmaßnahme würde, so die drei Stadträte, den Bau fördern und damit den Preisdruck verringern. «Derzeit werden zwölf Quadratmeter große Zimmer für 770 Euro vermietet. Das ist verrückt!», sagt Krieps.

Zu Beginn des Jahres erklärte der erste Stadtschöffe, Serge Wilmes, dass die Probleme auf dem Wohnungsmarkt oberste Priorität bei der Verwaltung genieße. Die Stadt habe diesbezüglich bereits einige Hebel in Bewegung gesetzt und beispielsweise Vorkaufsrechte auf Grundstücke erworben, die für den Wohnungsbau genutzt werden sollen. Diese Maßnahmen hatte die Opposition als «unzureichend» bezeichnet.

(Nicolas Martin/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jimbo am 06.07.2020 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ech hoffen dass dWunnengspräiser nachemol kräfteg an dLuucht ginn! Well da verkafen ech main Appart a gin a Frankräisch en Haus dovun kafen. A mat deem wat ech spueren, kann ech vill Bensin kafen vir hin an hier ze fueren!

  • Nero am 06.07.2020 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    Dën Recht op Wunnengen an Héiser op 1 Persoun begrenzen, dën Verkaaf reicht no 5 Joer erlaaben. Problem geleist an Spekulaten verdriwen.

  • ARMY am 06.07.2020 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ech fannen et wirklech krass dass e puer Muppets einfach sou beschleissen kennen ween wat weivill muss bezuelen. Lächerlech, dass mer daat sou hinhuelen! Lächerlech, dass keen hei dei neideg Couillen huet ze soen: DER SIDD TOTAL AM BESCH! BEZUELT MOL SELWER ÄR STEIEREN MENG LEIF FONCTIONNAIREN DEI DEN HALS NET VOLLKREIEN!! Herzlechst....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ech64 am 07.07.2020 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Do muss endlech een Gesetz hier wou e maximum Preis pro Quadratmeter virschreift dat ass déi eenzeg Méiglechkeet dat nach an den Greff ze kréien

  • nachahltige Investition am 07.07.2020 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Geld für überteuerte SUV's da ist, weshalb fehlt es dann an Geld für ein Heim ohne Wertverlust?

  • Maxim am 06.07.2020 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau. Mae mier normalbierger kennen ons nix leeschten.

    • en kloer Ligen am 07.07.2020 15:12 Report Diesen Beitrag melden

      Ma dann kuckt mol mat wat fir Autoen d'Normalbierger ennerwée sinn. Dei brauchen anscheinend net bezuelt ze ginn.

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  • Hobby-Afekoot am 06.07.2020 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ech denken dat ass illegal, well geint eist Grondgesetz Recht op Eegentum. Dat hei ass eng lues awer secher Enteegnung vun der Immobilie.

  • Arm am 06.07.2020 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja für unsere Jugend sehr geeignet diese Preise die gehen alle ins Ausland wohnenIst der von unserer Regierung so gewollt dass nicht noch reiche hier in Luxemburg wohnen oder wohnen kommen die sich es leisten können