LuxLeaks Prozess

21. Dezember 2016 16:19; Akt: 21.12.2016 19:46 Print

Nebenklage bestreitet Whistleblower-​​Status

LUXEMBURG – Der Anwalt der Prüfungsgesellschaft PwC äußerte sich am Mittwoch im Gerichtsprozess der LuxLeaks-Affäre.

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«Weder Raphaël Halet, noch Antoine Deltour hatten vor, zu Whistleblower zu werden. Das haben sie erfunden, das ist ihre Verteidigungsstrategie», beschuldigt Hervé Hansen, Anwalt vom Nebenkläger PwC, die beiden in ersten Instanz verurteilten Männer während dem Gerichtsprozess der LuxLeaks-Affäre an. Er fordert, dass die «Opferrolle von PwC erneut anerkannt wird». Die Prüfungsgesellschaft, die beschuldigt wird, Weltkonzernen bei der Steuerhinterziehung in Luxemburg geholfen zu haben, habe durch die Affäre einen «nicht bezifferbaren» Schaden genommen.

Hervé Hansen prangert an, dass der ehemalige Angestellte von PwC, Raphaël Halet, seine Verteidigungsstrategie im Laufe des Prozesses immer wieder verändert habe. «2012 hat Herr Halet mit aller Macht versucht, die undichte Stelle bei PwC zu finden», und habe mit dem Journalisten Edouard Perrin Kontakt aufgenommen, «um zu versuchen, den Schuldigen zu demaskieren».

«Verwandlung verblüffend»

Laut dem Anwalt habe er dabei, «Schritte unternommen, um die ihn keiner gebeten habe». «Herr Halet ist seit dem Beginn nichts anderes als ein Opportunist», sagt der Anwalt weiter, «seine Verwandlung von Detektiv zum Whistleblower ist verblüffend». Hansen warf dem Angeklagten zudem vor, wäre die Affäre nicht eskalierte, würde dieser immer noch bei PwC arbeiten, auch wenn er sich nun schockiert von den Finanzpraktiken gebe, die er gesehen habe.

Bei Antoine Deltour folgt der Anwalt der Nebenklage einer ähnlichen Argumentation. Dieser sei erst zum «Botschafter für Transparenz geworden, als er sich selbst nicht mehr verstecken konnte». Der Diebstahl der Dokumente im Jahr 2010 zeige, «dass es sich nicht um eine ehrliche Person handele». Weiter sagt der Anwalt, das «Hauptziel war das Know-how von PwC zu plündern». Deswegen erkennt Hervé Hansen im Fall der beiden früheren PwC-Angstellten den Status als Whistleblower nicht an. Für Edouard Perrin forderte er im Gegenzug keine Verurteilung.

(jg/L'essentiel)

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