Luxemburger Experte erklärt

04. Mai 2018 07:00; Akt: 04.05.2018 14:51 Print

Handysucht! Die ständige Angst, etwas zu verpassen

LUXEMBURG - Smartphones gehören so stark zum Alltag, dass manche Luxemburger nicht mehr auf sie verzichten können, erklärt ein Suchtspezialist.

storybild

Vielen Luxemburgern fällt es schwer, das Smartphone beiseite zu legen. (Bild: DPA)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Smartphones mögen im Alltag praktisch erscheinen. Sie haben aber auch ihre Schattenseiten. Klingeltöne und Benachrichtigungen können dem Benutzer nicht nur lästig werden. Sie können auch süchtig machen. So gaben 72 Prozent bei einer Umfrage von TNS Ilres in Luxemburg an, keine 48 Stunden auf ihr Handy verzichten zu können. Das Smartphone scheint also fast unverzichtbar geworden zu sein. Die durchschnittliche Nutzungsdauer für Jugendliche wird auf mindestens 35 Stunden pro Woche geschätzt.

«Jede Beschäftigung, die mit Spaß verbunden ist, kann süchtig machen», erklärt Michel Ledoux, Direktor des Zentrum für Suchtprävention (CePT) in Luxemburg. Diese Sucht ist als Verhaltensstörung einzustufen. Das heißt, man ist nicht von einer Substanz abhängig. So wie etwa bei Video- und Glücksspielen oder Essstörungen.

Betroffene ziehen sich zurück

Abhängige neigen dazu, «Angstzustände zu entwickeln, wenn sie von ihrem Mobiltelefon getrennt sind. Besonders dann, wenn sie glauben, es verloren zu haben», sagt Ledoux. Diese Form der Abhängigkeit nennt man Nomophobie. Das heißt soviel wie «No Mobile Phobia». «Solche Menschen haben den unbändigen Wunsch ihren Laptop zu benutzen, selbst wenn wichtige Aufgaben zu erledigen sind. Nicht zuletzt aus der ständigen Angst, etwas zu verpassen»

Die Betroffenen neigen dazu, sich «zurückzuziehen und soziale Kontakte zu meiden», so Ledoux. Er erklärt, dass das Phänomen vor allem «Jugendliche und Erwachsene» betreffe, auch wenn es darüber keine Statistiken in Luxemburg gibt.

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.