Graffiti in Luxemburg

04. August 2016 11:02; Akt: 05.08.2016 13:44 Print

Street-​​Art-​​Projekt verbindet Iran und Luxemburg

LUXEMBURG – Ein Graffiti vereint das Großherzogtum mit dem Iran: Raphael Gindt und Talbot Avazpour bringen mit ihrer Zusammenarbeit mehr Farbe nach Luxemburg.

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Das Graffiti ist noch nicht fertig, einige Flächen prangen noch farblos an der Hausmauer in der Hauptstadt. Aber die Frau mit Kopftuch und das junge Mädchen sind deutlich zu sehen. An dem Graffiti arbeiten der Luxemburger Raphael Gindt und der Iraner Talbot Avazpour, die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Logopädie-Zentrum soll schöner werden. Aber nicht nur das: «Wir wollten einen Teil der neuen Generation in Luxemburg zeigen», erzählt 23-jährige Street-Art-Künstler aus Leudelingen.

Als sich die beiden Künstler kennenlernten, war Avazpour gerade einmal fünf Monate im Land. «Wir verstehen uns prima und planen noch fünf weitere Projekte», sagt Gindt. Sein iranischer Kollege arbeitet seit zehn Jahren als Design- und Graffitikünstler. Doch vor drei Jahren floh der Iraner in die Türkei und landete nach einem Aufenthalt in Schweden schließlich in Luxemburg.

Gefängnis für Graffiti

Im Iran haben Graffitikünstler ein schweres Leben, denn Graffitis gelten nicht als Vandalismus, sondern als Gotteslästerung. Selbst für unpolitische Graffiti drohen sechs Monate oder ein Jahr Gefängnis, so Avazpour. Einem seiner Freunde schoss die Polizei beim Sprayen ins Bein, erzählt der 27-Jährige. Inzwischen hat der Iraner in der Hauptstadt ein Atelier im Hariko-Zentrum des Roten Kreuzes. Dort plant er seine nächsten Projekte für Graffiti und Innengestaltung. Nun darf er öffentlich arbeiten, Kunden hat er auch schon.

Initiiert wurde das Graffiti-Projekt von der NGO «Mir wëllen iech ons Heemecht weisen» um Serge Tonnar und Misch Donven sowie dem Roten Kreuz Luxemburg, das die Flüchtlingsunterkunft betreibt. Ziel ist es, Luxemburger und Flüchtlinge in einem interkulturellen Dialoge besser zusammenzuführen. Das Graffiti soll in den kommenden Tagen fertig werden, Luxemburger und Flüchtlinge gehen den beiden Künstlern dabei zur Hand.

(sop/L'essentiel)

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