In Luxemburg

21. August 2017 16:06; Akt: 21.08.2017 17:59 Print

141 Unternehmen sind im Finanzsektor tätig

LUXEMBURG – Die Finanzaufsichtsbehörde CSSF verzeichnete im Geschäftsjahr 2016 durchweg positive Zahlen. Dennoch steht die Branche vor großen Herausforderungen.

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Die chinesische Bank of Communikations ist eine der beiden neuen Banken unter Aufsicht der CSSF. (Bild: Editpress)

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Die Aufsichtskommision des Finanzsektors (CSSF) hat am Montag ihre Bilanz für das Jahr 2016 vorgelegt. Ihr Hauptaugenmerk hat sie dabei auf die Aufsicht über die 141 in Luxemburg zugelassenen Unternehmen gerichtet. Insgesamt gibt es jetzt zwei Banken weniger als im Vorjahr. Sie verzeichnete mehrere Unternehmenswanderungen, aber auch Fusionen, unter anderem die der japanischen Rakuten Bank und der chinesischen Bank of Communications. Des Weiteren beobachtet die CSSF die 69 Niederlassungen luxemburgischer Unternehmen im Ausland und die 32 EU-Banken, die einen Standort in Luxemburg haben. Die Zahl der Beschäftigten im Bankensektor stieg von 24.942 auf 26.060 im Vergleich zum Jahr 2015. Insgesamt konnte der Finanzsektor ein Umsatzplus von 3,6 Prozent auf 770 Milliarden Euro verbuchen.

Die CSSF spielte nicht nur bei der Beobachtung des Finanzsektors eine Rolle, sondern auch bei der Bekämpfung der Finanzkriminalität, insbesondere seit der Einführung des Gesetzes zum umfangreichen Informationsaustausch und des luxemburgischen Gesetzes über Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen. Als Mitglied des «Mécanisme de surveillance unique (MSU)» der Europäischen Zentralbank war sie an über 1800 Beschlüssen gegen europäische Banken beteiligt. In Luxemburg hat die CSSF eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die dem stetig wachsenden Markt der Finanztechnologie zur Seite steht. Die Komission hat dafür gesorgt, dass Kunden unter bestimmten Auflagen per Gesichtserkennung identifiziert werden können, um somit Betrug vorzubeugen, vor allem bei den neuen Geschäftsmodellen wie Blockchain oder Crowdfunding.

Herausforderungen für die Zukunft

«Die aktuellen Zahlen der Banken verschleiern den Druck, der auf diesen Akteuren hinsichtlich der Rentabilität lastet», sagt Claude Marx, Geschäftsführer der CSSF. Deren Ausgaben würden künftig nämlich steigen, während «die Einnahmen durch den historisch niedrigen Zinssatz belastet» würden. Auch die neuen Geschäftsmodelle auf dem Finanzsektor, wie das bereits erwähnte Crowdfunding, würden laut Marx künftig die Gewinne der Banken schmälern. Marx äußerte sich dennoch optimistisch hinsichtlich der Folgen des Brexit für den luxemburgischen Finanzsektor und der damit einhergehenden Standortverlagerung vieler Betriebe nach Luxemburg, falls «die luxemburger Unternehmen über ausreichend Substanz verfügen, um die gemeinschaftlichen Anforderungen einzuhalten und ihre Dienste nicht als Subunternehmer im Vereinigten Königreich anbieten».

Die CSSF beschäftigt derzeit 674 Mitarbeiter, was einem Zuwachs von über sieben Prozent entspricht. Hierfür wurde das Budget «aufgrund der neuen Anforderungen aus dem ersten Quartal 2016» aufgestockt. Zeitgleich mussten neue Räumlichkeiten angemietet werden, da aufgrund der neuen Personalsituation ein Platzproblem entstanden war. Trotz dieser Mehrausgaben blieben die Betriebskosten unter dem Gesamtbudget.

(jv/L'essentiel)

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