Surfen im Flieger

27. Juli 2018 14:56; Akt: 27.07.2018 15:29 Print

«Onboard Wi-​​Fi» ist am Findel noch ein Fremdwort

LUXEMBURG – Nachrichten checken, E-Mails schreiben oder Serien streamen: Viele Airlines bieten längst WLAN im Flieger an. In Luxemburg müssen sich Reisende aber noch gedulden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema

Wer regelmäßig mit Luxair fliegt, hat den Spruch kurz vor Abflug oder Landung schon zigmal gehört: «Bitte schalten Sie jetzt alle elektronischen Geräte aus, auch Laptops und Mobiltelefone.» Doch mit dem kollektiven Offline-Gehen könnte es vielleicht bald schon vorbei sein: Die Luxemburger Airline prüft nämlich, auf ausgewählten Flügen einen Internetzugang anzubieten.

Konkrete Details zu dem Vorhaben gibt es allerdings noch keine; Installation und Betrieb des WLAN seien technisch kompliziert, heißt es aus dem Unternehmen. Auch die Frage, wie sich das Internetangebot an Bord vermarkten – sprich zu Geld – machen lässt, hat Luxair für sich noch nicht beantwortet.

Ryanair: «Keine große Entwicklung»

Auch Mitbewerber Easyjet will seine Flotte mit Internettechnik ausrüsten. «Die Frage ist nicht mehr, ob wir es umsetzen, sondern wie wir es umsetzen», sagt ein Sprecher. Anders ist die Situation bei Ryanair. «Wir haben nicht vor, Wi-Fi an Bord anzubieten», erklärt eine Sprecherin auf Nachfrage von L'essentiel. Dies gelte für das gesamte Ryanair-Netz. «Die Technik ist nach wie vor zu teuer, Gebrauch und Geschwindigkeit häufig schlecht.» Im Übrigen sei das Internetangebot über den Wolken laut der Discount-Airline «keine große Entwicklung», da immer mehr Kunden Musik, Nachrichten und Videos bereits vor Abflug auf ihre Geräte herunterladen. Manche Fluggäste würden es sogar als «Erholung» empfinden, für eine gewisse Zeit nicht erreichbar zu sein.

Die KLM, die Luxemburg mit Amsterdam verbindet, bietet nur in den großen Boeing-787-Dreamlinern Internet an Bord an. Bei Turkish Airlines können Passagiere nur auf ausgewählten Flügen mit Boeing-777- oder bestimmten A330-300-Maschinen chatten, posten oder streamen. Das 24-Stunden-Package kostet bei Turkish 14,99 Dollar. Bei der polnischen LOT sind auch noch keine Flugzeuge mit integriertem WLAN unterwegs. «Wir werden uns aber im Zuge von Flugzeug-Neuanschaffungen mit Inflight-Wifi auseinandersetzen», teilt die Fluggesellschaft auf Nachfrage mit.

British Airways setzen auf Wi-Fi an Bord

Die British Airways planen hingegen, ihre Kurzstrecken-Flotte noch dieses Jahr auf Wifi umzurüsten. Bis 2019 sollen rund 90 Prozent aller Flugzeuge über die Technik verfügen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber langfristig wird das Internet über den Wolken auch auf die Luxemburg-Strecke nach London kommen. Ob der eigene Flieger Internet-fähig ist, werden Kunden zunächst erst beim Boarding merken. Dann werden zwei Optionen angeboten, ein Paket zum Browsen und Chatten und ein Streaming Package für Netflix, Spotify & Co. Das Online-Ticket gibt es ab 4,99 britischen Pfund (zirka 5,62 Euro).

Auch die deutsche Lufthansa arbeitet am Internet-Ausbau auf der Kurzstrecke – der allerdings erstmal nicht die kleinen Maschinen betrifft, die auf der Strecke Luxemburg-Frankfurt unterwegs sind. Vollständige Ausbaupläne gibt es zur Zeit nicht, das Unternehmen schließt sie für die Zukunft aber auch nicht aus. Die Preise für Onboard-Internet rangieren bei der Lufthansa auf Europa-Routen zwischen drei und zwölf Euro pro Strecke, abhängig von der gebuchten Netzgeschwindigkeit.

TAP Portugal, Swiss und Alitalia bieten allesamt Internet lediglich auf der Langstrecke an, Ausbaupläne für die Kurzstreckenflotte sollen mittelfristig nachgerüstet werden, wann genau, steht aber noch in den Sternen. Auch alle anderen in Luxemburg aktiven Airlines, die L'essentiel kontaktierte, bieten momentan kein fliegendes Wi-Fi an.

(Dustin Mertes und Jörg Tschürtz/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JP jr am 27.07.2018 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja

  • Jeannot Hermes am 28.07.2018 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Um Buedem hu mer gudde 4G-Empfang, do schalten ech de Wifi meeschtens aus, an an der Loft fannen ech dat net weider schlëmm, soulaang ech bei der Fënster sëtzen. Do huet ee méi Aussergewéinleches ze gesinn, wéi um Handy, wann erëm iergendeen post, wat en erëm gëschter z‘iessen hat :)

  • Maxim am 27.07.2018 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Net nemmen am Flieger mae och Zich keinten mol domaden ausgestatt gin amplatz Garen well dofunner huet een naischt oder net vill well een jo dann am Zuch setzt an wuaden muss bis een rem Netz huet well op villen Platzen hei am Ländchen nach emmer keen Netz huet. Zb Streck iwert Dippach.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jeannot Hermes am 28.07.2018 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Um Buedem hu mer gudde 4G-Empfang, do schalten ech de Wifi meeschtens aus, an an der Loft fannen ech dat net weider schlëmm, soulaang ech bei der Fënster sëtzen. Do huet ee méi Aussergewéinleches ze gesinn, wéi um Handy, wann erëm iergendeen post, wat en erëm gëschter z‘iessen hat :)

  • JP jr am 27.07.2018 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja

  • Maxim am 27.07.2018 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Net nemmen am Flieger mae och Zich keinten mol domaden ausgestatt gin amplatz Garen well dofunner huet een naischt oder net vill well een jo dann am Zuch setzt an wuaden muss bis een rem Netz huet well op villen Platzen hei am Ländchen nach emmer keen Netz huet. Zb Streck iwert Dippach.

  • Jean-Claude Drunker? am 27.07.2018 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Gib's im Wartebereich am Flughafen überhaupt WiFi?