Asylpolitik

16. Januar 2018 13:16; Akt: 16.01.2018 15:36 Print

«Luxemburg hat sein Soll erfüllt»

LUXEMBURG - Außenminister Jean Asselborn und Integrationsministerin Corinne Cahen zogen am Dienstag Bilanz über die Zuwanderung nach Luxemburg im vergangenen Jahr.

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Außenminister Jean Asselborn und Integrationsministerin Corinne Cahen bei der Pressekonferenz am Dienstag. (Bild: L'essentiel)

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Die Zahl der Asylbewerber in Luxemburg ist im Laufe des vergangenen Jahres wieder gestiegen. Wie die Regierung am Dienstag mitteilte, beantragten von Januar bis Dezember 2017 insgesamt 2322 Menschen Asyl im Großherzogtum. 2016 verzeichnete Luxemburg 2035 Asylbewerber, 2015 waren es 2447.

Jeder sechste Schutzsuchende stammte 2017 aus Syrien (368 Bewerber). Das zweithäufigste Herkunftsland ist Eritrea (224), gefolgt von Marokko (205), Serbien (190) und Algerien (169). Die Regierung führt den Anstieg der Asyldossiers auf eine verstärkte Anzahl an sogenannten Dublin-Fällen zurück. Das sind Asylbewerber, für die ein anderer Staat zuständig ist. Insgesamt 1225 Personen mussten so von den Ämtern abgewiesen werden.

Luxemburg vorbildlich

Im Rahmen europäischer Vereinbarungen («Relocation»-Programm) wurden 557 Flüchtlinge aus Griechenland und Italien nach Luxemburg umgesiedelt. «Luxemburg hat damit das 2015 vereinbarte Soll erfüllt, als eines von wenigen europäischen Ländern wohlgemerkt», sagte der für Immigration zuständige Außenminister Jean Asselborn. Der LSAP-Politiker kündigte an, dass Luxemburg «keine weiteren Anstrengungen bei der Umsiedlung» machen werde. Er hoffe aber, dass andere Länder in der EU sich endlich solidarisch zeigen.

Luxemburg werde jedoch weiterhin Flüchtlinge direkt aus Drittstaaten aufnehmen («Resettlement-Programm»), unterstrich der Minister: «Das ist das System der Zukunft.» Seit 2016 kamen auf Basis des EU-Türkei-Abkommens 190 besonders gefährdete Syrer nach Luxemburg.

Beschleunigte Verfahren

Die Prozeduren im Asylwesen konnten beschleunigt werden. Im Vorjahr traf die Einwanderungsbehörde 3186 Asylentscheidungen, fast 900 mehr als noch 2016. 1152 Antragstellern, darunter 463 Syrern, wurde im Vorjahr der Flüchtlingsstatus gewährt. Im Schnitt brauchen die heimischen Behörden 7,5 Monate, um eine Asylentscheidung zu treffen.

Integrationsministerin Corinne Cahen führte aus, dass die Situation in den Flüchtlingsunterkünften weiterhin schwierig bleibt. Es würden jedoch dieses Jahr neue Unterkünfte geschaffen, notwendig sei jedoch ein stärkeres Engagement auf Gemeindeebene. Cahen verwies unter anderem darauf, dass in den Strukturen des Integrationsbüros Olai nur 43 Prozent Asylbewerber lebten - 47 Prozent der Bewohner hätten hingegen schon den Flüchtlingsstatus, fänden jedoch am freien Markt keine Wohnung.

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kikki am 16.01.2018 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ech sin mat 15 Joer op Letzebuerg komm. Ech hat just meng Kleeder un,mier hued keen eppes gin. Ech hunn 4 Joer a Clausen an engem Gardenhaus gelieft wat ech mir hun missen bauen. Ech hun nie engem eppes gefrot. Aner Generationen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • kikki am 16.01.2018 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ech sin mat 15 Joer op Letzebuerg komm. Ech hat just meng Kleeder un,mier hued keen eppes gin. Ech hunn 4 Joer a Clausen an engem Gardenhaus gelieft wat ech mir hun missen bauen. Ech hun nie engem eppes gefrot. Aner Generationen.

    • @kikki am 16.01.2018 16:42 Report Diesen Beitrag melden

      genee sou as et

    • reichling rene am 17.01.2018 17:40 Report Diesen Beitrag melden

      respekt Kikki,meng fra huet 2 kanner groussgezunn huet och nett gehollef kritt,mer brauche kengem merci ze soen.

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