Luxemburg

21. August 2017 13:27; Akt: 21.08.2017 14:46 Print

Regierung plant Zuckersteuer für Cola & Co.

LUXEMBURG – Um für eine bessere Volksgesundheit zu sorgen, plant die Regierung die Einführung einer Steuer auf stark zuckerhaltige Getränke – allerdings nicht sofort.

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Mit der Steuer auf zuckerhaltige Getränke sollen vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen finanziert werden. (Bild: dpa)

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Im Zuge eines Aktionsplanes für Luxemburg plant das Gesundheitsministerium die Einführung einer Steuer auf zuckerhaltige alkoholfreie Getränke, wie Gesundheitsministerin Lydia Mutsch auf Anfrage von L’essentiel bestätigt hat. Werde ein gewisser Grenzwert überschritten, welcher von der EFSA (European Food Safety Authority) festgelegt wird, soll die sogenannte «sugar tax» auf die entsprechenden Getränke erhoben werden.

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Zur Konkretisierung dieser Pläne gab es bereits «mehrere Arbeitssitzungen gemeinsam mit Vertretern aus dem Finanzministerium und der Zoll- und Akzisenverwaltung», sagt Pressesprecherin Sneja Dobrosavljevic. Die Einführung der Steuer habe ein doppeltes Ziel. Zum einen solle der erhöhte Verkaufspreis die Konsumenten dazu bewegen, weniger zuckerhaltige Getränke zu sich zu nehmen. Zum anderen sei der zusätzliche Ertrag aus dieser Steuer dazu gedacht, «vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen zu finanzieren, um den schädlichen Folgen des überhöhten Zuckerkonsums entgegenzuwirken». Diese bestünden nachweislich in Übergewicht, Zuckerkrankheit und Herz- und Kreislauferkrankungen – letztere sind die häufigsten Todesursache in Luxemburg.

Verschiedene Maßnahmen zur Gesundheitsförderung

Um das Risiko zu mindern, sei «eine Steuer allein natürlich keine zufriedenstellende Lösung», sagt Dobrosavljevic. Deshalb sei sie nur eine von vielen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung im Rahmen des GIMB (Gesond Iessen, Méi Bewegen) Aktionsplans. Letztlich bleibe der Einzelne jedoch immer selbst verantwortlich für seine Lebensweise. «Es ist ganz klar nachgewiesen, dass der übermäßige Zuckerkonsum einer der Hauptrisikofaktoren für Übergewicht, Diabetes und schlussendlich Herzkreislauferkrankungen ist. Zucker als Gesundheitsrisiko wurde in der Vergangenheit sicherlich stark unterschätzt, teilweise bedingt durch eine sehr wirksame Industrielobby», so Dobrosavljevic. Auch bei der Besteuerung von Tabakprodukten werde es deshalb im Rahmen des «Plan national de Lutte contre le Tabagisme» eine schrittweise Preiserhöhung geben.

In welcher Höhe die Steuer erhoben wird, ist derzeit noch unklar. Gegenüber dem Tageblatt äußerte Gesundheitsministerin Mutsch, dass es in dieser Legislaturperiode nicht mehr zur Umsetzung der Zuckersteuer kommen werde, da die Auswertung ähnlicher Maßnahmen in anderen Ländern noch einige Zeit in Anspruch nähmen.

(dix/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan am 21.08.2017 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich müsste das ganze Süssigkeitenregal dann auch mehr besteuert werden. Da führt dann dazu, dass die Kunden sich im Ausland abdecken, wenn es dort billiger ist.

  • Django am 21.08.2017 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Und bitte ein Bildchen eines vom Zucker geschundenen Körpers drauf kleben...wie bei den Zigaretten...Danke.

  • Bibou am 21.08.2017 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde dass jeder selber wählen darf was er zu sich nimmt ohne noch eine extra Steuer zu zahlen. Wir zahlen schon genug in diesem Land.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jang am 22.08.2017 22:23 Report Diesen Beitrag melden

    Obfällig ass: All eis Regierungsmitglieder sen vun un dat se um Ruder sen mi deck gin. Ass do och Zockergedrenks schold oder keng Bewegung?

  • Manni am 22.08.2017 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Méi domm geht ed net, mengen eis Politricker hun all eng mat der Klatsch!

  • monique am 22.08.2017 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    An déi jonk Leit déi eraus ginn, drénken dann nach méi Alkohol well dee jo dann erem méi bëlleg ass wéi d'Softdrinks. Ech gleewen net datt ee Waasser drenkt...

  • Gru am 22.08.2017 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wéini gëtt dann d'Fuertztax agefouert ? Well daat géif dem Papa Staat och nach vill Mënz abréngen !

  • Ech mengen ett war den hellegen Flatschb am 21.08.2017 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dann drenken mer lalehol do as jo ken zocher dran oder huet schons een daat mol no gemost an wéi as ett bei coca zero daef ech nach zocker an möllech an den kaffi maachen as alles zocker wou sinmer hei an schilda