Bergbau im All

12. September 2018 11:35; Akt: 12.09.2018 16:40 Print

Abgespact! Luxemburg startet Weltraumagentur

LUXEMBURG – Nun hat auch das Großherzogtum eine «Space Agency»: Die LSA soll Firmen der Raumfahrtindustrie tatkräftig unterstützen. Heute wurde die Agentur im Mudam vorgestellt.

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Wirtschaftsminister Étienne Schneider bei der Präsentation der Luxemburger Weltraumagentur. (Bild: L'essentiel)

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Das Großherzogtum kann künftig mit einer eigenen Weltraumagentur die wirtschaftliche Nutzung des Weltalls vorantreiben. Die «Luxembourg Space Agency» (LSA) wurde am Mittwoch von Wirtschaftsminister Étienne Schneider offiziell aus der Taufe gehoben. Die Agentur wird keine Raumfahrer ins All schicken, sondern mit staatlichen Mitteln private Unternehmen bei Weltraum-Forschungsvorhaben fördern.

Dazu gehören Projekte, die mit der Versorgung von Satelliten oder Weltraumstationen zu tun haben und die den Abbau von seltenen Erden und anderen Bodenschätzen auf Asteroiden vorbereiten sollen. Luxemburg hatte Mitte 2017 als bisher einziges Land in Europa per Gesetz einen rechtlichen Rahmen für den möglichen Abbau von Rohstoffen auf Asteroiden im Weltraum festgelegt.

LSA kann auf mehrere Partner vertrauen

«Anders als Agenturen, die wissenschaftliche Aufgaben wahrnehmen oder Satelliten starten, konzentriert sich die luxemburgische Weltraumagentur auf die industrielle Nutzung des Weltalls. Die Unternehmen müssen ihre eigenen Ideen entwickeln und wir prüfen dann, wie wir ihnen helfen können», erklärt der Luxemburger Marc Serres, designierter Vorstandschef der LSA. Serres hat sich sowohl bei Tätigkeiten in der Privatwirtschaft als auch in der öffentlichen Verwaltung mit dem Thema Weltraum auseinandergesetzt. Die LSA ist dem Wirtschaftsministerium zugeordnet und kann auf ein Team von einem Dutzend Mitarbeitern zurückgreifen.

Die Organisation hat zur Erfüllung ihrer Aufgaben verschiedene Partnerschaften geschlossen, darunter mit der Handelskammer, Luxinnovation, SES, Technoport, der SNCI und der Universität Luxemburg (siehe Infobox). Unternehmen, die in dem Segment tätig sind, sind bei den Themen Rekrutierung, Forschung, Innovation und besonders bei der Finanzierung ihrer Projekte auf Unterstützung angewiesen.

«Brauchen großen Player»

Bereits jetzt trägt die Weltraum-Industrie zwei Prozent zur nationalen Wirtschaftsleistung bei. Künftig sollen es fünf Prozent sein. «Wir bräuchten dazu einen weiteren großen Player, wie zum Beispiel SES. Es hängt natürlich von den Unternehmen und deren wirtschaftlichen Erfolgen ab. Aber ich halte es für ein realistisches Ziel, dass sich die Branche innerhalb von fünf bis zehn Jahren verdoppelt», sagt Marc Serres.

Laut Schneider sei die Initiative SpaceResources.lu zwei Jahre nach ihrem Start auf einem guten Weg. Von den damals freigegebenen 200 Millionen Euro wurden bereits 40 Millionen Euro in den Sektor investiert. «Es gibt noch weitere konkrete Ideen für die kommenden Jahre, aber wir beschränken uns auf 200 Millionen Euro, weil wir glauben, dass der Privatsektor künftig Investitionen nachlegen wird», erklärt der Wirtschaftsminister. Drei neue Weltraumfirmen werden sich in Luxemburg niederlassen, 15 prüfen derzeit einen derartigen Schritt und ungefähr 150 befinden sich «in der Pipeline», so Schneider.

Am 27. September stellen die Verantwortlichen einen neuen Investitionsfonds für die Raumfahrt vor, der mit 100 Millionen Euro dotiert sein soll. 30 bis 40 Millionen Euro davon steuert der Luxemburger Staat bei. «Mit der Gründung der Agentur und dieses Investmentfonds werde ich meinem Nachfolger – so es ihn geben wird – ein aufgeräumtes Dossier übergeben», meinte Étienne Schneider.

(mv/dpa/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Star Trek The Next Generation am 12.09.2018 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Links im Bild ist ja schon Captain Jean‑Luc Picard zu sehen.

  • svendorca am 12.09.2018 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    na ja hoffentlich nicht völlig losgelöst von der Erde,...

  • O.J. am 13.09.2018 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Abgespackt :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • O.J. am 13.09.2018 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Abgespackt :)

  • James T.Kirk am 13.09.2018 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Beam me up Etienne !

  • Star Trek The Next Generation am 12.09.2018 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Links im Bild ist ja schon Captain Jean‑Luc Picard zu sehen.

  • svendorca am 12.09.2018 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    na ja hoffentlich nicht völlig losgelöst von der Erde,...