Hundestaffel in Luxemburg

30. März 2017 08:25; Akt: 30.03.2017 08:45 Print

Die Lebensretter mit der feinen Schnauze

LUXEMBURG - Sie eilen herbei, wenn Menschen vermisst werden. Die Rettungshundestaffel des Zivilschutzes hat eine wichtige Aufgabe – dementsprechend hart ist die Ausbildung.

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Sie sind oft die letzte Hoffnung. Sie müssen immer einsatzbereit sein. Sie dürfen keine Fehler machen. Wenn die Luxemburger Hundestaffel des Zivilschutzes ausrückt, ist die Lage ernst. Meist wird eine Person vermisst. Ein Kind, ein alter Mensch, oder einfach ein Spaziergänger, der sich verirrt hat. Zwischen 15 und 30 Einsätzen haben die Retter pro Jahr. Und dann müssen sie liefern. «Wir können uns keinen schlechten Tag erlauben, da wir eine sehr große Verantwortung haben», sagt Serge Garidel, Chef der Hundestaffel. Geht was schief, kann dies ein Menschenleben kosten.

Die Ausbildung ist dementsprechend schwierig. Sie dauert zwischen 18 und 24 Monaten. Erst danach geht es in den Einsatz. Dabei kommt es keinesfalls nur auf den Hund und dessen feine Schnauze an. «Der Hundeführer ist genauso wichtig. Das Tier kann noch so gut sein. Wenn der Mensch seiner Aufgabe nicht gewachsen ist, fällt das Duo durch», sagt Garidel. Denn ein Retterteam besteht immer aus Mensch und Tier. So muss sich das «Herrchen» beispielsweise Kenntnisse in Flächenkunde, Erste Hilfe oder Seilkunde aneignen und wird darin auch geprüft.

Viele Hundebesitzer liebäugeln damit, ihr Tier zu einem Rettungshund auszubilden. Was das bedeutet, darüber machen sich die wenigsten Gedanken. Zehn Stunden Training in der Woche sind die Regel. Die Hunde werden zunächst spielerisch an ihre Aufgaben herangeführt. So versteckt sich zum Beispiel jemand mit dem Lieblingsspielzeug. «Wenn der Hund das wieder haben will, muss er denjenigen finden», erzählt Garidel. Die Entfernungen werden nach und nach größer, bis der Vierbeiner irgendwann auch die Witterung eines Fremden aufnehmen und diesen suchen kann. Daneben geht es auch um Gehorsam und Kontrolle. «Aber wir sind natürlich kein Hundesportverein», stellt Garidel unmissverständlich klar.

Wer alle Prüfungen besteht und sich als geeignet erweist, schafft es in die Hundestaffel. Elf Tiere sind es derzeit, dazu kommen 25 menschliche Mitglieder. Denn in der Gruppe arbeiten auch Techniker und Helfer. Das Team ist nicht nur in Luxemburg, wie kürzlich beim Zugunglück im Süden des Landes, sondern auch im Ausland gefordert. Mit Frankreich und Deutschland gibt es einen regen Austausch. Zudem waren sie in den vergangenen Jahren auch schon auf internationalen Einsätzen. Zuletzt 2012 nach einem Erdbeben auf Haiti.

Gerade bei solchen Einsätzen sind die Umstände noch schwieriger. Langer Flug, anderes Klima, schlechte Bedingungen vor Ort. Doch auch dann müssen sie liefern. Denn sie sind meist die letzte Hoffnung, die Luxemburger Hundestaffel.

(Henning Jochum/L'essentiel)

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