Luxemburg

19. September 2016 12:30; Akt: 19.09.2016 12:39 Print

Straße mit Kreide bemalt -​​ Künstler landen vor Gericht

LUXEMBURG - Seit Montag stehen vier Mitglieder der Künstlergruppe Richtung 22 vor Gericht – weil sie mit Kreide provokative Sprüche aufs Straßenpflaster gemalt haben.

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Die angeklagten Kunstaktivisten malten ihre Sprüche auf dem Vorplatz der Philharmonie auf. (Bild: Editpress/Herve Montaigu)

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Wegen einer schier harmlosen Sprühaktion müssen sich seit Montag vier Aktivisten des Künstlerkollektivs Richtung 22 vor dem Friedensgericht in Luxemburg-Stadt verantworten. Die vier Angeklagten sollten in der Nacht vor dem Nationalfeiertag 2015 provokative Sprüche vor die Philharmonie gemalt haben. Den Angeklagten wird Sachbeschädigung vorgeworfen, wie Justizsprecher Henri Eippers auf Nachfrage von L'essentiel erklärt. Ihnen drohen Geldstrafen bis zu 5000 Euro. Die Aktivisten selbst sprechen von einem «Einschüchterungsversuch» und werfen den Behörden «Repression» vor.

Die Polizei schrieb am 23. Juni 2015 in einer Pressemitteilung, dass Jugendliche in der Nacht «linke Parolen» mit Graffitispray am Vorplatz des Opernhauses aufgetragen hätten. Tatsächlich wollten die Künstler eine neue Version der Nationalhymne auf den Boden sprühen – allerdings nicht mit Graffitispray, sondern mit Sprühkreide. Mit Textzeilen wie «Wou d'Uelzecht duerch d'Wisen zitt, den Auslänner kee Stëmmrecht kritt» oder «Ons Heemecht ass een Disneyland an d'Banken, déi hunn d'Soen» sollte die Öffentlichkeit während der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag wachgerüttelt werden.

Polizei hatte keine Kreide gefressen

Doch die Sprühaktion dauerte nur wenige Minuten, schnell funkte die Polizei dazwischen. Die Beamten stellten den Aktivisten einen Eimer Wasser und einen Besen hin und forderten die Gruppe auf, die Verschmutzung zu beseitigen. Weil das Abwaschen nicht so recht klappen wollte, rückten Feuerwehrleute mit einem Hochdruckschlauch zur Straßenreinigung an.

15 Monate später landet die Affäre jetzt vor Gericht. Für die vier Angeklagten war der Auftritt am Montag jedoch schnell beendet: Das Gericht bestellte nämlich ein neues Gutachten bei der Polizei. Dieses soll klären, inwiefern das Kreidespray tatsächlich abwaschbar war. Sobald diese Expertise vorliegt, wird ein neuer Verhandlungstermin anberaumt.

Links:
Richtung 22
Pressemeldung der Polizei

(jt/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 19.09.2016 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere dilettantische Justiz hat sich wieder einmal blamiert.

  • Kreckelneckel am 19.09.2016 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Definitiv extrem lächerlech vun eiser Justitz an et weisst dat mer hei zu Lëtzebuerg nach vill ze léieren hunn...

  • Kalimero am 20.09.2016 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Armes Luxemburg mei ass dozou net ze soen sin. Mat deier doten Aktioun mache mer eis just lächerlech visavis vun aneren Länner.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kalimero am 20.09.2016 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Armes Luxemburg mei ass dozou net ze soen sin. Mat deier doten Aktioun mache mer eis just lächerlech visavis vun aneren Länner.

  • Paul am 19.09.2016 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere dilettantische Justiz hat sich wieder einmal blamiert.

  • Niemand am 19.09.2016 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    D'Lëtzebuerg ass am gaangen ze verfaulen, daat ass de Problem.

  • Pascal am 19.09.2016 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Eis Police schengt naischt besseres ze dinn hunn wéi Jugendlechen an Kanner nozelaafen, déi mat Kraid op d'Strooss molen.

    • Den Charel fun Arel. am 20.09.2016 21:26 Report Diesen Beitrag melden

      Jo well Kanner sin keng greuss gefor.Firun denen richteje hun se angscht.

    einklappen einklappen
  • Frenz am 19.09.2016 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Diejenigen welche Fahrradrundfahrten organisieren dürfen dann auch nicht mehr die öffentlichen Strassen mit Strichen kalken um Wege zu zeichnen.