Belgien und Österreich

25. November 2016 08:32; Akt: 25.11.2016 08:34 Print

Fallen die Quoten fürs Medizinstudium?

LUXEMBURG - Weil die «Luxembourg Medical School» noch ein Luftschloss ist, müssen Studenten aus Luxemburg weiter ins Ausland ausweichen. Ihr Sonderstatus steht auf dem Prüfstand.

storybild

Aufnahmeverfahren für das Medizinstudium in Wien: Etwa 100 Luxemburger absolvieren derzeit ihre Arztausbildung in Österreich, in Belgien sind es an die 300. (Bild: DPA/Georg Hochmuth (Archivbild))

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die EU-Kommission will in den nächsten Wochen entscheiden, ob die Quotenregelungen für ausländische Studenten beim Medizinstudium in Österreich und Belgien gekippt werden. Das hätte auch Folgen für angehende Ärzte und Zahnärzte aus Luxemburg, da sie derzeit in den Aufnahmeverfahren einen Sonderstatus genießen: In der Alpenrepublik fallen sie wie Südtiroler und Liechtensteiner ins sogenannte «Österreicher-Kontingent», das 75 Prozent der jährlichen Studienplätze zugewiesen bekommt. Weitere 20 Prozent sind für EU-Bürger reserviert, fünf Prozent gehen an Nicht-EU-Bürger.

Der österreichische Botschafter in Luxemburg, Gregor Schusterschitz, macht Studienanfängern im Gespräch mit L'essentiel Hoffnung: «Ich bin sehr zuversichtlich, dass die EU-Kommission die Quotenregelung verlängern wird.» Auch die Luxemburger Regierung äußert sich optimistisch (siehe Infobox).

Gesundheitssystem gefährdet

Österreich kämpft seit zehn Jahren mit dem Problem, dass zahlreiche deutsche «Numerus-Clausus-Flüchtlinge» ihr Medizin-Studium in Wien, Innsbruck oder Graz absolvieren, aber mit dem Diplom in der Tasche wieder nach Deutschland zurückkehren. Ähnlich ergeht es Belgien mit Uni-Zuwanderern aus Frankreich. Aufgrund des regen Zustroms aus den Nachbarstaaten entschieden sich beide Länder dazu, Aufnahmeschranken in den Hochschulen einzuziehen.

Jährlich werden rund 300 Deutsche zum Medizinstudium in Österreich zugelassen – und fast ebenso viele kehren zur selben Zeit als Absolventen in ihre Heimat zurück. «Unser Gesundheitssystem ist dadurch langfristig gefährdet, weil ein Ärztemangel droht», sagt Schusterschitz. Österreich habe kürzlich (ebenso wie Belgien, Anm.) einen umfangreichen Bericht nach Brüssel geschickt, um die Sinnhaftigkeit der Quote zu untermauern. Zwar bleiben auch die wenigsten Luxemburger Ärzte und Dentisten nach dem Studium in Österreich. Die Zahl der Anfänger, etwa 30 pro Jahr, sei jedoch «verkraftbar», so der Botschafter.

Österreich ist eines der beliebtesten Studienziele von Luxemburgern, wie Schusterschitz berichtet. Mehr als 1000 Luxemburger verbringen momentan ihre Uni-Zeit in Österreich, knapp ein Zehntel davon ist im Fach Medizin eingeschrieben. Belgien bildete im Studienjahr 2015/2016 knapp 300 angehende Ärzte und Zahnärzte aus Luxemburg aus.

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.