Nach Brexit

09. Juli 2018 15:41; Akt: 09.07.2018 17:29 Print

Die EU wird Luxemburg künftig mehr Geld kosten

LUXEMBURG – Finanzminister Pierre Gramegna erwartet, dass nach dem Brexit die Beiträge der Mitgliedstaaten an die EU steigen. Das bedeutet auch für Luxemburg höhere Kosten.

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Der Austritt der Britten aus der EU wird die verbleibenden Mitgliedsstaaten teuer zu stehen kommen. (Bild: AFP/Emmanuel Dunand)

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Während in Großbritannien der Brexit für Aufruhr sorgt, bereitet sich die Europäische Union darauf vor, auf die Briten zu verzichten. Am Montag hat Finanzminister Pierre Gramegna den Mitgliedern des Finanz- und Haushaltsausschusses die europäischen Pläne für Luxemburgs künftigen Finanzbeitrag vorgestellt. Anfang Mai schlug die Europäische Kommission den 27 Mitgliedsstaaten einen neuen Haushalt vor, der die Verluste durch den Brexit ausgleichen soll.

Dieser sieht vor, dass die Mitgliedstaaten nach 2020 statt bislang 1,03 Prozent künftig 1,114 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens in das EU-Budget einspeisen, erklärte Pierre Gramegna. In der Praxis könnte dies für Luxemburg einen Anstieg von vielen Millionen Euro pro Jahr bedeuten. «Die Europäische Union kostet das Großherzogtum derzeit zwischen 350 und 380 Millionen Euro pro Jahr, also 1,50 Euro pro Tag und Bürger Luxemburgs», sagte der Minister. In Zukunft, wenn der Brexit in Kraft ist, könnte Luxemburg «zwischen 380 und 500 Millionen Euro pro Jahr zahlen müssen», so Gramegna. Eine genaue Zahl sei schwer zu schätzen.

Reduziertes Budget für Landwirte

Auch die Verwendung der Haushaltsmittel wird überprüft, mit direkten Folgen für die luxemburgische Wirtschaft. Die Europäische Kommission schlägt vor, den EU-Haushalt für Grenzschutz, Migration und Verteidigung auf 34,4 Milliarden Euro zu verdreifachen. Die Mittel für das Programm Erasmus+ und für Investitionen in Forschung und Innovation werden ebenfalls verdoppelt.

Im Gegenzug werden die Haushaltsmittel für die Kohäsionspolitik und die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) um sieben Prozent beziehungsweise fünf Prozent gekürzt. Für Luxemburg wird die Kürzung der GAP unmittelbar spürbar sein. Das Großherzogtum erhält somit 3,8 Prozent weniger direkte Beihilfen für die Landwirte und 14 Prozent weniger für die nachhaltige Entwicklung, erklärt Gramegna. Allerdings werde Luxemburg mit diesen Haushaltskürzungen leben können, sofern «staatliche Beihilfen diesen Verlust ausgleichen können».

(jd/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nordsprotte am 10.07.2018 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wollt ihr kein Europa mehr?? LUXEMBOURG hat doch vollen Nutzen davon. Ich versteh es nicht.

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  • Maxim am 10.07.2018 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gin da do vollkommen rescht. Wiesou mei deier wann een ganzt Land wegfällt. Dei Suen sin weg mae et muss och naicht fier se bezuelt gin. Oder hun sie 3 mol mei Suen anbezuelt fier EU.

  • Daweb am 10.07.2018 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jo joihn du hues recht luxit an et dann wie d’schwäizer maachen an endlich deen bauwahnsinn stoppen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • nordsprotte am 10.07.2018 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wollt ihr kein Europa mehr?? LUXEMBOURG hat doch vollen Nutzen davon. Ich versteh es nicht.

    • John Doe am 10.07.2018 16:05 Report Diesen Beitrag melden

      Aber sicher wollen wir Europa, aber es soll sich auf das einzig vernünftige beschränken - die Wirtschaftsunion. Und die Wirtschaftsunion bestand schon lange vor dem politischen Schreckgespenst EU. Den Korporatismus der von dem sog. Europaparlament mit allen angeschlossenen bürökratischen Gebilden und einer Handvoll Wirtschaftsbosse betrieben wird, ist maximal schädlich für den arbeitenden Menschen. Das kann keiner wollen der sich mal inteniver mit der Materie beschäftigt.

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  • Daweb am 10.07.2018 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jo joihn du hues recht luxit an et dann wie d’schwäizer maachen an endlich deen bauwahnsinn stoppen!

  • Maxim am 10.07.2018 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gin da do vollkommen rescht. Wiesou mei deier wann een ganzt Land wegfällt. Dei Suen sin weg mae et muss och naicht fier se bezuelt gin. Oder hun sie 3 mol mei Suen anbezuelt fier EU.

  • Joihn Doe am 09.07.2018 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Zitate: 1. für Luxemburg einen Anstieg von mehreren zehn Millionen Euro pro Jahr 2. EU-Haushalt für Grenzschutz, Migration und Verteidigung auf 34,4 Milliarden Euro 3. Großherzogtum erhält somit 3,8 Prozent weniger direkte Beihilfen für die Landwirte und 14 Prozent weniger für die nachhaltige Entwicklung. Zu 1: Warum? Weil der gigantischer Kostenfaktor (GB) weg ist? Zu 2: Wir haben keinen Grenzschutz, aber wohl eine irre zunehmende Migration. Zu 3: Verlustgeschäft nennt sich das... Fazit: Luxexit! Luxemburg sollte nach Schweizer Modell funktionieren.

    • Léon am 09.07.2018 21:18 Report Diesen Beitrag melden

      Oui on est dirigé par des faibles qui copie simplement les lois sur les autres pays,et qui signe n’importe quoi.

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